Elger Esser: Motive in ihrer „Eigenzeit“

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    mucsimember sagte:

    habe ganz unbefangen, ohne jegliche Vorkenntnisse oder auch Vorurteile, die Ausstellung in Stuttgart besucht (ehrlich gesagt, war ich wegen Gerda Taro da ..) und war total begeistert – schön (ja, „schön“ allein klingt platt, manche Dinge sind aber einfach „schön“), interessant, harmonisch, eben „Eigenzeit“!

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    Uli Eberhardt sagte:

    @Uwe S.: Nein – die Anmerkung ist nicht korrekt. Obwohl wir hier in der Mehrzahl Beispiele seiner aufgearbeiteten alten Postkarten zeigen, sind in der Auswahl zwei Fotografien vertreten: dasjenige aus Blois und das aus der Serie Combray. Unsere Bildauswahl hat subjektiv die Fotos vernachlässigt und täuscht ein wenig. Denn tatsächlich liegt der Schwerpunkt Essers und in der Ausstellung auf den (selber) gemachten Fotos (dafür braucht er auch seine Großformatkamera). Die Fotografien sehen zwar so aus (und sollen das auch), wie um 1900 fotografiert, stammen aber aus unseren Tagen. Elger Esser sucht systematisch nach Orten in Frankreich, die sich für sein Konzept von Fotografie eignen, und lichtet sie vor Ort ab. Die Reproduktion der Postkarten ist so gesehen neben der Fotografie ein weiterer Zweig seiner umfangreichen Arbeit.

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    Uwe S sagte:

    Bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich um von Elger Esser digital bearbeitete Reproduktionen von historischen Foto-Postkarten, die um das Jahr 1900 entstanden.

    Es sind seine Bilder aus einer verlorenen Zeit, aber nicht seine Fotografien. Eine Kamera hat Esser für dieses Projekt nicht benötigt.

    Handelt es sich bei diesen Bildern um Plagiate? Ich denke nein, denn Esser bringt durch die seine Bearbeitung, die Wahl des Ausschnitts und die enorme Vergrößerung, seine persönliche Haltung zur Fotografie zum Ausdruck. Er benutzt die tausenden, historischen Foto-Postkarten als Material für sein Werk und schafft damit etwas Eigenständiges.

    Was macht Essers Arbeit so aktuell? Es ist sein Workflow. Moderne Bildredaktionen wählen aus einem Überangebot von Bildmaterial, beschneiden Fotos, passen sie digital den Anforderungen unterschiedlichster Medien an und verbreiten sie schließlich massenhaft. Der Fotograf spielt wie bei Esser die Rolle des Material-Lieferanten.

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    Thomas Zilch sagte:

    Danke für die Vorstellung von Elger Esser. Ich kannte diesen Fotografen bisher nicht, bin aber jetzt begeistert von seinem Werk!
    Die Bilder wirken in der Tat völlig raum- und zeitlos, nichts in ihnen erinnert an Bekanntes. Klasse!

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