Brücke im Weitwinkel: Der richtige Bildausschnitt

Der richtige Beschnitt kann Elemente in einem Foto noch verstärken.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Brake).

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Matthias Brake:

Nachdem ich Dein Foto umgedreht (…) und etwas begradigt hatte, konnte ich mich voll und ganz dieser insgesamt meines Erachtens guten Aufnahme widmen. Sie hat ein paar Mängel, aber die fallen nur bedingt ins Gewicht.

Du hast das Bild hier quadratisch beschnitten, wodurch die starken Vektoren der Brücke effektiv in den Bildmittelpunkt gerückt werden.

Da das Foto auch mit einer Brennweite von 18 mm aufgenommen wurde, nehme ich an, daß der Beschnitt relativ extrem war. Hier ist er aber zugunsten des Motivs erfolgt.

Obwohl der Fluchtpunkt jetzt fast genau in der Mitte unten liegt, sind genügend Elemente im Foto vorhanden, um es nicht langweilig erscheinen zu lassen. Die Säulen links haben oben dunkle Ränder, die die Säulen rechts nicht aufweisen etc. Der Goldene Schnitt ist hier insgesamt nicht gewahrt, aber ich denke, daß diese Regel hier gekonnt gebrochen wurde. Die Nachbearbeitung mit Sepia und der leichten Verstärkung des Kontrasts finde ich effektiv und gelungen, wenn auch Teile des Fotos ausgebrannt sind (siehe unten).

Die Brücke ohne Kopfstand.Was mir nicht ganz klar ist, warum dieses Bild die ISO Daten aufweist, die es hat. Wenn man hier mit Stativ fotografiert hätte, hätte man locker bei ISO 100 alle Einstellungen manuell so hinbekommen, daß ein so hoher ISO nicht notwendig gewesen wäre. Die Pflanzen, der Himmel etc. links und rechts außerhalb der Brücke sind ausgebrannt. Das stört hier nicht wesentlich, aber ich vermute mal, daß die Kameraeinstellungen darauf zurückzuführen sind, daß vergessen wurde, etwas umzustellen – der Rest des Fotos sieht nach hellichtem Tag aus, da kann es unter der Brücke nicht SO dunkel gewesen sein.

Das alles tut allerdings dem Foto nicht wesentlichen Abbruch, und das Bildrauschen, das auf 1:1 sichtbar ist, paßt zum Motiv.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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17 Kommentare
  1. Schtonk! sagte:

    Sofies Kritik ist doch völlig in Ordnung! Was habt ihr hier eigentlich, sie wurde doch gerade von den Lesern einst zur Kritikerin gemacht!

    Die Kommentare bzw. die Rezension verwirren nur insofern, weil man erst denkt, Sofie habe das Bild umgedreht, doch das war ja wohl der Einsender. Sofie hat es wieder richtiggestellt. Aber gut, dass sie etwas zu knapp formuliert hat, ist ja nun geklärt.

    Zugegeben, der Gag mit dem „Kopfstand“ wäre ganz gut, wenn es dann nicht plötzlich so schräg läge. Ich habe sowas vor Jahren schon mal gemacht, weil ein Dia versehentlich falschrum im Projektor lag und dann wesentlich interessanter war als richtigrum. Hier allerdings wirkt es nicht so gut, das damals war ein geschlossener Innenraum.

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  2. Roland Horni sagte:

    Interessante Diskussion… Auf mich wirkt das Bild kopfstehend auch etwas befremdlich. Nützlich wäre eine Aussage des Autors gewesen, warum er das Bild auf dem Kopf stehend präsentierte. Es ist natürlich schon ein krasser Eingriff in ein Werk, wenn man es einfach um 180° dreht;-) Ich habe bei einem Essen bei Freunden einmal nach etwas Salz verlangt. Die Reaktion darauf war in etwa so, wie auf die Kritik zu diesem Bild. „So wie es gewürzt ist, ist es gerade recht“ und es sei „unverschämt“, daran etwas zu ändern, resp. nonverbal zu kritisieren, dass man es lieber etwas stärker gewürzt hätte….
    Im übrigen doch ein recht Bild, mit all den Fluchtlinien, den hell-kunkel Kontrasten. Im Original sieht die Mittellücke zwischen den Fahrbahnen wie eine Treppe aus. Dass man da hindurchfällt, würde man erst merken, wenn man sie benutzen wollte. Ob ich das Bild jedoch so getont hätte, ich glaube nicht. Für mich wäre das eher ein Motiv für echtes SW und hohen Kontrast.

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    • Maximilian sagte:

      Ich weiss nicht ob man kunstwerke mit einem essen vergleichen kann. matthias hat sicher sein Foto bewusst auf den kopf gestellt und die realitaet abstrahiert. Insofern gebe ich swonkie und torsten recht dass dies ein unzulaessiger eingriff war. kein kritiker wird auf die idee kommen goethes faust oder picassos guernica zu korrigieren weil er meint dies besser zu koennen. und bei einem starkoch steht auch kein salz oder maggi auf dem tisch. bizarr finde ich die diskussion zwischen sofie und torsten. sicher von beiden etwas zu hart ausgedrueckt. trotzdem sollten hier alle meinungen stehen duerfen. ich verstehe auch die reaktion darauf nicht da die kommentarregeln eingehalten wurden. und wenn unliebsame kommentare geloescht werden traegt dies sicher nicht dazu bei offen zu diskutieren. keep cool.

  3. Uwe S sagte:

    Der Fotograf hätte das Bild begradigen und evtl. entzerren sollen. Der Kopfstand irritiert meine Wahrnehmung und ist so ärgerlich wie gesalzenes Himbeereis.

    Das Rauschen und die Sepia-Tönung erzeugen eine sentimentale Stimmung, die bei mir angesichts einer Brückenunterseite nicht aufkommt, doch im Rahmen der künstlerischen Freiheit geht das in Ordnung.

    Die gelungene Komposition wurde ja bereits von Sofie Dittmann gewürdigt.

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  4. torsten sagte:

    Kritiken verfassen und keine Kritik einstecken können…? Wow, Fr. Dittmann. Ihre gekränkte Reaktion („beleidigend, „unprofessioneller Kommentar“) wollte ich natürlich nicht hevorrufen (wobei ein Kommentar eine persönliche Meinung darstellt und deshalb überhaupt nichts mit Professionalität zu tun hat).
    Da Sie sich anscheinend persönlich von meinem Kommentar getroffen sind, haben Sie mein Kommentar inhaltlich gar nicht mehr wahrgenommen?
    Ob Sie das Bild gut oder schlecht finden, habe ich gar nicht kritisiert. Dies ist bei einer Kritik auch nicht entscheidend, sollte sogar möglichst ausgeklammert werden (sachlich, nicht persönlich).
    Kritisiert habe ich zum einen den schlechten Schreibstil (den Sie ja auch erkannt haben „nicht meine beste Arbeit“) und zum anderen die – wortwörtliche „Verdrehung“ des Charakters des Fotos (wie das Swonkie schon schreibt) im Sinne von: Ich zeige Dir jetzt mal, wie es richtig geht….
    Ein Kritiker verändert allerdings nie (wesentlich) den Charakter das zu beurteilende Werkes.
    Und was mich immer bei Ihren Kritiken stört ist, dass die Texte ziemlich bruchstückhaft zusammengeschraubt wirken. Es gibt keinen Anfang („was sehen und beurteilen wir hier?“, kein Ende (Resümee), noch einen roten Faden. Das hat weder mit Länge bzw. Ausführlichkeit zu tun (wie sie am Schluss vermuten), noch mit einem Kunstlehrgang zu tun. Zugegeben: Dies in wenigen Sätzen zu schaffen ist allerdings auch nicht einfach.
    Was an meinem Kommentar allerdings beleidigend für Sie war, habe ich nicht verstanden. Ich hoffe, Sie reagieren auf Kritik an Ihren eigenen Bildern nicht annähernd ähnlich.

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Das hat nichts mit „nicht einstecken“ können zu tun (das wird einem hier immer gerne vorgeworfen, wenn man entsprechend zurückschreibt). Meinen Stil kritisieren ist eine Sache, aber das kann man auch respektvoll tun. Ich kann auch ganz ehrlich nicht ganz nachvollziehen, was hier eigentlich das Problem ist. Die Brücke stand auf dem Kopf, wurde unter „Architektur“ eingereicht, ich habe sie um 180 Grad gedreht, es ist ein insgesamt gutes Foto. Und das war es dann auch.

    • Peter Sennhauser sagte:

      Torsten: So, wie wir Kritiker uns bemühen, niemals kränkend zu werden, haben wir unwillkürlich den gleichen Anspruch an die Diskussion unserer Arbeit. Uns ist indes auch längst klar, wie schnell sowas – unbeabsichtigt – passieren kann.

      Du sagst selber richtigerweise, dass eine Kritik sachlich und nicht persönlich werden soll – leitest Deinen Ursprungskommentar aber mit einem Satz ein, der mit der vorliegenden Kritik nur am Rande zu tun hat und auf Sofie als Autorin generell zielt. Ich sage das, weil Du nach der kränkenden Wirkung deines Kommentars fragst, und ich sage es, weil uns Eure Kritik wichtig ist und wir nur durch solche Rückmeldungen besser werden können.

      Eine gute Kritik – ob positiv oder negativ – ist eine, die man nicht „einstecken“ muss, sondern die man dankend entgegennehmen kann.

    • torsten sagte:

      Peter Sennhauser: Ja – es stimmt. Meine Kommentar hat sich generell auf die Kritiken von Fr. Dittmann bezogen. Auslöser war allerdings die letzte von ihr.
      Ich habe die ungeschickte Einleitung der Kritik (nicht der Person Dittmann), die präpotente (was übersetzt nichts weiter als „überheblich“ heißt) Art und Weise der Kritik (und auch wieder nicht der Person) kritisiert.
      Beides ist aus meiner Sicht nicht beleidigend. Das dies eine kränkende Wirkung haben mag, konnte ich nicht wisssen, da ich Frau Dittmann als Person nicht kenne und sowas immer von der Dünnhäutigkeit der jeweiligen Person abhängt. Wenn dem so war, entschuldige ich mich hiermit, da dies nicht im Sinne meines Kommentars war.

      Was ich allerdings nicht in Ordnung finde, dass die IP- Adressen der Kommentatoren von focussiert.com anscheinend gespeichert und von den Autoren eingesehen werden können. Der Klick auf den Privatblog von Fr. Dittmann (http://sdittmann.com/photoblog/)wurde mir verwehrt. Wie ich mit Kollegen heute nachvollziehen konnte (tracing-route; ping), wird meine IP-Adresse gebannt. Der Gegencheck mit einer anderen IP funktionierte reibungslos. Wir konnten den Blog komplett lesen. Woher hat Fr. Dittmann meine IP? Von focussiert.com? Da die Speicherung von IP Adressen und Weiterleitung/ -verwendung im Impressum nicht genannt wird und dies ohne Hinweis rechtlich unzulässig ist, bitte ich freundlichst um Aufklärung!!!

    • Peter Sennhauser sagte:

      Torsten: Die IP-Adresse jedes Kommentators ist in jeder WordPress-Installation einsehbar und eines von wenigen Mitteln, mit denen Blogbetreiber sich gegen Tausende penetranter Spammer schützen und die Blogs lesbar halten können.

      Die Unterstellung, Sofie habe Dich auf Vorrat auf ihrem Blog gesperrt, hat sie erstens inzwischen in einer direkten Mail an Dich beantwortet (der gesamte Adressraum Deines Providers hat bei ihr auf einer Spammer-Blacklist gestanden). Was die Dünnhäutigkeit angeht, hab ich es schon mehrfach gesagt: C’est le ton qui fait la musique.

      Meine Methode herauszufinden, ob das, was ich schreibe, kränkend ist, besteht darin, es auf mich anzuwenden und mir zu überlegen, ob es mich kränken würde. Funktioniert ganz gut.

      Im übrigen möchte ich diese doch sehr weit vom Bild von Matthias Brake abgeschweifte Diskussion gerne abschliessen – DAS hat es nämlich sicherlich nicht verdient.

    • Peter Sennhauser sagte:

      Bei nochmaliger Durchsicht haben wir im letzten Kommentar von „Torsten“ eine Verleumdung justiziabler Natur entdeckt, die wir nicht dulden wollen und können. Der Rest seines Kommentars ist eine Wiederholung der Anschuldigungen von weiter oben.

      Damit ist diese Diskussion abgeschlossen. Jeder weitere Kommentar, der sich nicht auf das Bild bezieht, wird umgehend gelöscht.

  5. torsten sagte:

    Es wird immer ärgerlicher, in welcher präpotenten Art und Weise Frau Dittmann hier Bilder bespricht. Es ist nicht nur äußerst ungeschickt, mit „Nachdem ich Dein Foto umgedreht (…) und etwas begradigt hatte …“ eine Kritik einzuleiten. Wie es besser geht, siehe Kritiken von Sennhauser; Aufbau und Struktur von Kritiken lernt man zB. an jeder Kunsthochschule). Durch Umdrehen eine völlig neue Bildwirkung zu erzeugen, die wahrscheinlich gar nicht mehr der Intention des Fotografen entspricht und eine völlig neue Aussage entstehen lässt (Abstraktion) hat gar nichts mehr mit einer Kritik des bestehenden zu tun (wohlgemerkt: Ich spreche nicht von Beschnitt oder Belichtungskorrekturen).
    So geht es immer weiter: „… daß der Beschnitt relativ extrem war…“ RELATIV EXTREM? So was wie ungefähr präzise?
    „…warum dieses Bild die ISO Daten aufweist, die es hat“? Hähh? Sollte es eigentlich immer so sein, dass EXIF Daten den Aufnahmeeinstellungen entsprechen!
    Schon mal überlegt, ob der Fotograf evtl. die Pflanzen bewusst hat ausbrennen lassen, um die Struktur der Brücke, insbesondere der Pfeiler noch stärker hervorzuheben?
    Und zum Schluss kein Schluss. Ein Resümee fehlt ebenso, wie die oben erwähnte Einleitung. Schade, Schade.

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    • Swonkie sagte:

      da stimme ich teilweise zu.

      meiner meinung nach hat frau dittmann damit aber nicht eine neue bildwirkung erzeugen wollen, sondern sagt damit, dass es ein grosser fehler vom fotografen war das bild umzudrehen und er es stattdessen einfach hätte geraderücken sollen.

      so etwas grundlegendes an dem bild auf diese krasse weise zu kritisieren geht meiner meinung nach allerdings nur wenn man dann auch detailliert auf die gründe eingeht. hier wird nicht im geringsten darfauf eingegangen.
      das entspricht quasi einem „das ist total falsch gemacht! und jetzt zu den anderen punkten…“

    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      @Swonkie Du bist also der Meinung, das Bild hätte auf dem Kopf bleiben sollen? Ganz ehrlich, wenn jemand hier ein Foto einreicht, das eindeutig auf dem Kopf steht, dann kann man das in einer Kritik auch ansprechen. Es zu entzerren ist eine Sache, aber das kann nicht gewollt gewesen sein, wenn es unter „Architektur“ hier eingereicht wurde.

    • Swonkie sagte:

      ich weiss nicht ob es gut war vom fotografen, das bild auf den kopf zu stellen. mir scheint es ein etwas suspekter trick zu sein ein bild interessanter zu machen. es funktioniert nämlich nur sehr kurz – sobald man den bildinhalt richtig erkannt hat ist die interessante wirkung weg und es stört eher, dass es auf dem kopf steht.

      ich bin mir aber 99% sicher, dass das bild auf jeden fall gewollt auf dem kopf steht. wie sollte das denn unabsichtlich passieren? haben sie mal versucht ein foto mit der kamera verkehrt herum aufzunehmen? das ist mehr als unergonomisch und das macht niemand unabsichtlich. ausserdem müsste der fotograf am computer so hilflos sein, dass er es beim besten willen nicht schafft das bild zu drehen, aber doch so versiert es hier einzusenden und so nachlässig, nicht auf seinen fehler hinzuweisen.
      vermutlich wurde es aber nicht so aufgenommen, sondern einfach später gedreht – was ebenso sicher nicht unabsichtlich passiert. ich verstehe als nicht wie sie zu der meinung kommen „das kann nicht gewollt gewesen sein“.

      wenn sie es unangebracht finden, könnten sie z.b. so etwas ähnliches schreiben wie mein erster absatz hier. oder schreiben, dass die kategorie architektur völlig falsch gewählt ist für dieses bild.

    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      @torsten Du kannst mir nicht auf der einen Seite eine „präpotente Art“ vorwerfen, und dann Deinen Kommentar unprofessionell und halb beleidigend formulieren. Ja, das tut mir denn auch leid, wenn ich etwas, was unter „Architektur“ und nicht „Abstrakt“ eingereicht wurde, erst einmal in meiner präpotenten Art umgedreht habe. Ich werde das auch in Zukunft tun.

      Wenn Du übrigens meine Kritik wirklich gelesen hättest, hättest Du auch bemerkt, daß ich das Foto eigentlich gut finde, auch wenn es vom Schreiben her zugegebenermaßen nicht meine beste Arbeit war. Last but not least habe ich denn auch einige andere Fotos wesentlich ausführlicher interpretiert, und da wurde mir dann von anderen Leuten vorgehalten, das sei ja schließlich kein Kunstlehrgang hier.

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