Kinderporträt: Gebannter Blick

3 Kommentare
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    cgPhotography sagte:

    Erstmal…Glückwunsch für dieses gelungene Bild. Da ich persönlich Verfechter entstandener Endprodukte bin und mich nicht vordergründig mit der Entstehung von Bildern auseinander setzte, kann ich jegliche Kritik nicht nachvollziehen. Der Eindruck den das vorliegende Resultat vermittelt, erscheint mir doch bei weitem wichtiger, als die Überlegung was hätte…wenn und aber.

    Die Isolation des Kindes aus seiner Umgebung,durch geeignete Bearbeitungsschritte, sowie die kurze Unterbrechung des Gedankenverlaufs des Kindes durch den Fotografen, wirken hier extrem. Ich habe den Eindruck das Kind nimmt die neue Szene zwar wahr, ist mit seinen Gedanken aber immer noch im Bilderbuch versunken. Dies wird in diesem Bild hervorragend, durch den Bearbeitungsstil des Fotografen, vermittelt.

    Diese Art von Bildern gefallen mir besonders gut, weil sie Geschichten erzählen und das Kopfkino zum laufen bringen.

    Gute (Kinder-)Bilder macht man nicht mit 10 Bildern/Sekunde, sondern so wie hier dargestellt. Lieber 1 Bild eine Stunde bearbeitet, als 10 Bilder der selben Situation auf der Festplatte im Sumpf der anderen Fotos verstreut.

    Hier erkennt man, dass der Fotograf sowie der Bearbeiter, eine Aussage herausgearbeitet haben. Ein Hantieren mit irgendwelchen Hintergründen und Lichteinstellungen, wobei ich sagen muss, dass die Lichtverhältnisse in diesem Bild optimal sind, würden die gesamte Situation zerstören. Als Resultat würde man zwar ein Foto erhalten, aber kein Bild.

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    Roland Horni sagte:

    Vielen Dank für Deine Bildkritik und für den treffenden Bildtitel, Robert.

    Grundsätzlich gehe ich mit Dir einig, dass man immer vor der Aufnahme die Hintergrundsituation und die Beleuchtung einstellt und klärt, als hinterher lange am Bild zu retuschieren. Doch eine genügend grosse freie Wand ist im Wohnzimmer nicht vorhanden, Blitz und Zubehör waren nicht griffbereit, nur meine Kamera mit dem EF100mmf/2.8MacroIS USM gleich zur Hand. Trotzdem wollte ich dieses, so aufmerksam das Bilderbuch durchsehende Kind auf Chip festhalten. Die Aufmerksamkeit lenkte es dann aber auf den Fotografen, was für mich sehr günstig war und genau dieser, wie Du, Robert schreibst, „gebannte Blick“ gefiel mir schlussendlich besser, als jener Moment, als es in das Bilderbuch sah. Und da hier keine irgendwelche Aufforderung an das Kind erteilt wurde, sieht es meines Erachtens auch so entspannt-gebannt aus. Natürlich – und hier spreche ich auch Christian Gruber an – habe ich die Möglichkeiten meiner Kamera genutzt und im Serienmodus H drauflos gehalten, was aber nicht einmal nötig gewesen wäre, denn das Kind guckte fast minutenlang gebannt auf mich und wunderte sich wohl, was da so rattert. Nun hatte ich also ein tolles Kinderbild auf Chip, aber der Hintergrund war gar nicht befriedigend, so nahm ich Photoshop zu Hilfe, wenn auch mit etwas Bedenken.
    Nein, nur oberflächlich hast Du das Bild nicht angesehen, sonst wären Dir die klitzekleinen Mängel der Freistellung nicht aufgefallen;-) Leider habe ich das Endergebnis der Bearbeitung schon auf die Hintergrundebene reduziert (was man ja auch nicht tun sollte, um nicht die Möglichkeit weiterer Bearbeitungen zu verbauen) Eine Verbesserung erfordert jetzt eine Neubearbeitung von einer Originalkopie her, was ich ev. nochmals versuche. Wenn der Sommer nicht besser wird als die letzten zwei Wochen waren, kann ich ja ein paar Extrastunden mehr am PC verbringen. Aber ich denke, ich darf es jetzt schon als Ausdruck der Mutter überreichen.

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    Christian Gruber sagte:

    Dein großer Arbeitsaufwand hat sich zwar gelohnt, ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, das es schöner ist, eine Stunde Kinder zu fotographieren als eine Stunde (oder länger) ein Bild zu bearbeiten.
    Um Bewegungsunschärfe zu vermeiden, bei deiner leistungsfähigen Kamera, verwende ich für meine Kinderportrais den Zeitwertmodus TV. Weiters hab ich mir ein 50mm f1.8 Objektiv zugelegt (das billigste was es gibt), was auch noch viel Spielraum gibt. Für spezielle Blenden (bewusste Tiefenschärfe) muss sowieso dann jedes Bild genau betrachtet werden.
    Du besitzt eine Kamera, die 10 Bilder pro sec macht. Bei Kindern nutze das.
    Wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie Objektive mit image Stabilisation unterstützt.

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