HDR-Panorama: Effektives Schwarzweißfoto

HDR ist auf den ersten Blick ganz einfach. Der Teufel liegt hier allerdings in der Nachbearbeitung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Solari).

Kommentar des Fotografen:

New Zealand, Tekapo „Church of the Good Shepherd“. Das Bild zeigt eine bekannte Kirche in Neuseeland. Ich habe das Foto kurz vor Sonnenuntergang gemacht. Mir gefällt an dem Bild die starke Dramatik, und es ist auch eins meiner Favoriten-Bilder meines New Zealand trips. Viel Spass beim bewerten – und liebe Grüsse aus Basel.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Daniel Solari:

Dein Bild zeigt eine kleine, aus grob behauenen Steinen gefertigte Kirche an einem See im letzten Licht des Tages. Es wirkt melancholisch, aber der HDR-Himmel verleiht der Szene eine fast bedrohliche Stimmung.

Eine meines Erachtens gelungene Aufnahme, die alles hat, was man sich von einem guten Foto wünscht. Was grade bei HDR nicht immer passt:

Zum Technischen: Die Beugung durch das verwendete Weitwinkelobjektiv und die extrem kleine Brennweite wird an den Wänden der Kirche besonders sichtbar, die sich nach links neigen. Das hätte man durchaus nachträglich digital korrigieren können, aber es tut dem Foto meiner Meinung nach keinen Abbruch, und der Purist in mir will es so lassen, wie es ist.

HDR ist auf den ersten Blick ganz einfach: man nimmt eine Belichtungsreihe auf, bearbeitet die so entstandenen Aufnahmen in einer speziellen Software, und bekommt dadurch ein besonders dramatisch aussehendes Foto mit extrem verteilten tonalen Werten. Der Teufel liegt hier allerdings in der Nachbearbeitung, wenn aus dem Bild tatsächlich etwas besonderes werden soll.Kritiker von HDR-Effekten führen gerne an, daß die Fotos unwirklich seien. Im Zeitalter von digitaler Bilderbearbeitung trifft das allerdings auf fast alle digitalen Fotos zu. Der Teufel bei HDR liegt in der Nachbearbeitung, und dem, was man schlußendlich aus dem Bild macht. Sonst hat man die typischen Auraeffekte, Bildrauschen und anderes, was das Bild unansprechend macht. HDR wurde übrigens schon anderweitig bei fokussiert behandelt, und eines der besten Tutorials, die ich zu diesem Thema kenne, findet sich hier.

Wenn hier auch keine der typischen HDR-Probleme auffallen, hätte ich persönlich an diesem Bild noch ein wenig mehr nachbearbeitet. Es ist zwar korrekt, daß HDR eine breitere Verteilung von tonalen Werten ermöglicht, aber diese sollte nicht, so wie hier, dunkel grau-in-grau enden, und wenn es auch im Zwielicht aufgenommen wurde.

Vergleichsbild, leicht aufgehellt

Als Betrachter empfinde ich es als anstrengend, und so hätte ich ein wenig aufgehellt, zumindest selektiv. Das hätte die Stimmung nicht negativ beeinflußt, die Du ansonsten sehr wirkungsvoll zur Geltung gebracht hast, und es wäre etwas mehr Detail ins Bild gekommen, das den Betrachter festhält. Hier ein Vergleichsfoto mit etwas aufgehellter Kirche und Gras.

So, wie es jetzt ist, will man die kleine Kirche gerne visuell näher erkunden, aber alles verschwimmt irgendwie im Zwielicht. Das war zwar die Zeit der Aufnahme, aber mit HDR hast Du Dich über diese Konvention bereits hinweggesetzt. In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. Antje sagte:

    Der Bildschnitt gefällt mir eigentlich sehr gut.
    Ich hätte vielleicht versucht, Kirche und See horizontal nicht zu arg mittig zu setzen.
    Insgesamt ist mir das Foto aber deutlich zu dunkel. Selbst in der aufgehellten Version muß ich mich schon anstrengen, die Szene zu erkennen.
    Ich glaube, daß man immer an solchen Fotos „hängen bleibt“, die einen sofort (wodurch auch immer) fesseln. Da ich hier nicht sofort das Motiv erkennen kann und auch farblich keinen „eyecatcher“ habe, geht es meines Erachtens leider unter.

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