Hofszene: Eine Stadt sucht einen Mörder

3 Kommentare
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    Carsten Nichte sagte:

    Im Übrigen finde ich eure Reihe klasse, und lerne viel aus den Fotos und Kritiken. Fotografie ist für mich reine Bauchsache, und ein Gespür für den richtigen Augenblick, eine Situation authentisch einzufangen. Das gelingt nicht immer. Technische Aspekte sind für mich nachrangig, bzw „notwendiges Übel“… aber ich ertappe mich immer mehr dabei, auch mit dem Blick „bewusst“ zu inszenieren, was mir zunächst eher unbewusst vor die Linse kommt. Meist ist allerdings nicht genug Zeit, und Entscheidungen müssen schnell gefällt werden. Wie oft denke ich in nach hinein „da hätte ich mehr rausholen können“… Aber das macht für mich auch den Reiz der Fotografie aus. Dabei ist die beste Entscheidung immer, die Kamera überhaupt dabei zu haben… was oft genug leider nicht der Fall ist. Oft fotografiere ich ohne Apparat. Einfach um die Wahrnehmung für meine Umwelt, und die kleinen Dinge zu schärfen.

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    Carsten Nichte sagte:

    Das Foto ist in den frühen Morgenstunden entstanden. Es war mehr Zufall, das mein Blick im Flur durch ein schmales Fenster auf diese Szene fiel – ich war von der letzten Nacht noch viel zu Müde. Mich hat spontan der eingeschränkte Blick fasziniert. Man konnte die Ecken… weder die vorderen, noch die hinteren, einsehen. Das zog mein Interesse auf sich, und lud zum verweilen ein. Die rissige Struktur auf dem ansonsten leeren Betonboden im Mittelgrund lenkt den Blick zusätzlich Richtung Fahrrad, und rechts um die Ecke. Überhaupt fand ich die vielen Linien spannend, die das Bild teilen. Ein tieferer Standpunkt hätte die Fenster verschwinden lassen, die wie Augen auf die Szene blicken, und die etwas sehen, was mir verborgen bleibt. Es war generell knifflig den Richtigen Standpunkt zu finden, da die Perspektive sehr beschränkt war. Ich hätte auch gerne mehr Schärfe gehabt, und bin schon auf ISO200 gegangen. Ich hatte leider (wie so oft) mein Stativ nicht mit. Es gibt noch eine Variante mit einer zusätzlichen verwinkelten Ebene… dem Fenster, durch das der Blick auf den Hof fällt. Aber das lenkte letztlich von dem eigentlichen Thema ab.

    Generell fand ich den Kontrast spannend. Wien hat so viele großartige, pompöse, auf Glanz polierte Bauten. Mich interessierte in dem Augenblick eher die meist verborgene marode Seite… :-)

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    Uwe S sagte:

    Das Bild gefällt mir, und die Perspektive erscheint mir ausgewogen, denn sie zeigt weder zu viel vom Boden noch vom Nachbarhaus.

    Der Mittelgrund bleibt seltsam leer, was zur „Beklemmung“ beiträgt. Vielleicht hätten man das kleine Fahrrad ein paar Handbreit von der Mauer weg rücken, und damit dem Schatten mehr Raum geben können.

    Solche Stillleben sollten möglichst von vorn bis hinten knackscharf sein, daher finde ich Peters Anregung mit Stativ zu arbeiten sehr gut. Vermeidbares Rauschen wäre mir bei diesem Motiv nicht willkommen, weil es die feinen Texturen beeinträchtigen würde.

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