Strandfoto: Bereinigtes Chaos

Mit einem breiten Spektrum von Linien, Formen und Perspektiven sollten wir uns vielleicht Gedanken um eine Art Vereinfachung der Komposition machen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frank Goebels).

Kommentar des Fotografen:

Sylter Impressionen. Einfach aus der Jackentasche heraus geschossen ;-)

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Frank Goebels:

Viele interessante und ästhetisch ansprechende Fotos sind eriner spartanischen Herangehensweise an die Komposition zu verdanken. Ein gutes Beispiel solcher Arbeit ist das Projekt „Seascape“ des Fotografen Hiroshi Sugimoto. Mit nur zwei rechteckigen Formen und einer Horizontlinie in jedem Bild kreiert Sugimoto eine beeindruckende, meditative Ästhetik der Natur.

Dies soll nicht bedeuten, dass großartige Fotos minimalistisch sein müssen. Beim Komponieren eines Fotos ist es jedoch oft eine gute Idee, zunächst den Gebrauch grundlegender kompositorischer Elemente in Erwägung zu ziehen.

Fotografen versuchen regelmäßig, zu viele Elemente in ihren Fotografien unterzubringen, wodurch chaotische, widerspenstige Eindrücke entstehen. Wird eine Szene in ihrer Komposition nicht anspruchsvoll gestaltet, geht die ästhetische oder meditative Qualitätdes Bildes rasch im Chaos verloren.

Obwohl ich dieses Bild nicht als übermäßig chaotisch bezeichnen würde, enthält es zu viele verschiedene Aspekte und hat kein klar definiertes Zentrum oder Objekt. Es gibt eine Vielzahl von rechteckigen und dreieckigen Formen sowie Linien, die zwar eine tiefe Perspektive erzeugen, unseren Blick jedoch durch das Bild und dann aus dem Rahmen hinaus leiten.

Das Strandbild als Pano

Gelänge es, diese Fotografie zu vereinfachen, würde sie visuell gestärkt. Du hättest eine andere Perspektive probieren oder einen engeren Zoom wählen können, so dass das ablenkende Geländer ausgeschlossen wäre. Eine andere Möglichkeit wäre ein Panorama gewesen, wie Du im Beispiel sehen kannst. Dies hätte die Linien und die Perspektive hervorgehoben, während es einiges vom belanglosen Inhalt entfernt hätte.

Welche Möglichkeit Du auch wählen magst, es ist immer eine gute Idee, zunächst zu versuchen, aus den einfachsten kompositorischen Elementen das Maximum herauszuholen, um dann in weiteren Schritten die Komplexität Deiner Kompositionen zu erhöhen, wenn es angebracht und geplant ist.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. Kim sagte:

    Ich bin zwar kein Profi oder so, aber das Panobild ist irgendwie abgeschnitten. Der Strand wirkt größer und das wars aber auch. Beide Fotos haben Ihre Berechtigung, das Original ist mir lieber

    Antworten

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