Brian Ulrich:
Stätten des Konsums

Dark Stores, Dead Malls und Ghostboxes – das sind Begriffe für leerstehende Einkaufsflächen. Der Amerikaner Brian Ulrich fotografiert die verlassenen Stätten des Konsums.


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George Bush hatte nach dem 11. September 2001 die Amerikaner aufgefordert, durch kräftigen Konsum die Wirtschaft zu stärken und so Treue zum Heimatland zu zeigen. Das war Anstoß für Brian Ulrichs Fotoprojekte.

Brian Ulrich, Simon, Winrock Shopping Center, 2010, copyright Brian Ulrich, courtesy Galerie f 5,6 Seit 2001 beobachtet Brian Ulrich seitdem die Begleiterscheinungen einer konsumorientierten Welt in ihren kulturellen und sozialen Facetten auf den Bühnen amerikanischer Einkaufszentren.

Dark Stores, Dead Malls und Ghostboxes sind tatsächlich Begriffe aus dem Handel, die der Beschreibung von nicht mehr genutzten Verkaufsflächen dienen. Brian Ulrichs großformatige Aufnahmen entstehen oft bei Nacht. Die verlassenen Orte werden zu einer eigenen, neuen Landschaft, die von Brian Ulrich im Stil der von Lewis Baltz, Stephen Shore oder Bernd und Hilla Becher geprägten New Topographics interpretiert werden.

Brian Ulrich, Circuit City, 2009, copyright Brian Ulrich, courtesy Galerie f 5,6Was Stephen Shore in den Siebzigern noch als neues Gebäude fotografierte, kommt bei Ulrich schon als verfallen daher. Die Gebäude werden damit nicht ohne Ironie als kulturelle Relikte oder Monumente gekennzeichnet – eine Bedeutung, die sie ursprünglich nie hatten.

Ganz zentral ist in Brian Ulrichs Arbeiten der bewusste Umgang mit Licht und Farbe. Seine Fotografien zeichnen sich durch klare und ausgewogene Kompositionen aus. So kann jede Arbeit auch als Einzelbild gesehen werden, ohne auf den Zusammenhang der thematischen Serien angewiesen zu sein.

Ulrich urteilt nicht in seinen Porträts und Szenen aus den Malls und Thriftstores (Gebrauchtwaren), sondern lässt ihnen ihre eigene Würde.

Brian Ulrich, Marshall Fields Escalator, 2009, copyright Brian Ulrich, courtesy Galerie f 5,6Brian Ulrich, Jahrgang 1971, lebt und arbeitet in Chicago. Er hat seine Ausbildung am Columbia College in Chicago abgeschlossen und wurde zuletzt 2009 Stipendiat der Guggenheim-Stiftung. Die Münchner Galerie f5,6 zeigt seine Arbeiten erstmals in Europa. Auf Brian Ulrichs Website finden wir seine Projekte. In seinem Blog erfahren wir noch mehr über seine Arbeit.

Brian Ulrich – Stores, Dead Malls & Ghost Boxes
Bis 6. November
Galerie f5,6, Nicole Stanner & Florence Baur, Ludwigstraße 7 (Odeonsplatz), D-80539 München
+49 (0)89 28 67 51 67, info@f56.net
Geöffnet Dienstag bis Freitag 12 – 18 Uhr, Samstag 11 – 15 Uhr

Brian Ulrich
Galerie f5,6

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