Rebnetzmuster: Mehr Abstraktion

Magische Verwicklungen trotz trüben Wetters ins Bild zu bringen erfordert den richtigen Umgang mit den gestalterischen Elementen eines Bildes.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Esther Bachmann).

Kommentar des Fotografen:

Als Bildmotiv haben mich diese Rebnetze schon lange magisch angezogen. Aufnahmen im Herbst, mit Blättern und Früchten, ergaben ein sehr unruhiges Bild. Der Winter bringt’s, finde ich, ihr auch?

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Esther Bachmann:

Esther, ich denke, es wird keiner abstreiten, dass du den richtigen Zeitpunkt für ein Bild gewählt hast, welches die Rebnetze in den Mittelpunkt stellt.

Wenn das ganze Laub darum ist, lenkt dieses sehr von diesen Details des Weinbaues ab, auch wenn natürlich die herbstliche Laubfärbung klasse sein kann, genau wie das junge Grün im Frühjahr.

Durch den hellen Hintergrund im Schnee allerdings heben sich die Netze mit ihrer recht frischen Farbe ab. Das Blau der Rebnetze paßt auch gut zum kühlen Ambiente im Winter. Blau ist nun mal ein kalte Farbe und verstärkt das winterliche Empfinden beim Betrachter.

Da ja nun recht wenige Farben im Spiel sind, musst du sehen, auf andere Weise Spannung zu erzeugen. Die oft beschriebene aufsteigende, positive Diagonale hast du schon gut erkannt und in dein Foto eingebaut. Durch einen etwas engeren Ausschnitt und das entgegengesetzte Schrägstellen des linken Pflanzstockes könntest du diese Ansicht noch verstärken.

Ich hab dein Bild dann allerdings in die Kategorie „abstrakt“ gestellt und mal ein wenig daran gefeilt. Der Hintergrund ist etwas unschärfer und das ganze Motiv etwas heller geworden. Für mich bringt diese minimale Bearbeitung etwas mehr Leichtigkeit und Anmutung ins Motiv. Wobei ich nicht weiß, inwieweit du noch aufblenden kannst.

Abstrahierte RebnetzeDeine 95er Brennweite ist zum verdichten des Motivs schon gut gewählt, wenn statt der Blende 5,6 noch eine 2,8 (was dann aber ein doch eher teures Objektiv bedeuten würde) drin wäre, hättest du mit einer leichten Überbelichtung auch diesen Effekt erzielt.

Ich hoffe, du findest dein Bild nun nicht zu abstrakt, möchte ich dir doch nur die möglichen Varianten zeigen, die du auch schon bei der Aufnahme beeinflussen kannst, da ich selber nicht so der Freund des nachträglichen Bearbeitens bin.

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5 Kommentare
  1. jan sagte:

    Ich nutze als lichtstarkes Tele ein Sigma HSM 50-150, es fehlt etwas am langen Ende und ein VR, dafür ist es lichtstark, leicht, finanzierbar, sehr schnell mit dem Fokus (an Nikon), ich habe lang vom alten AFS 70-200 VR geträumt, als das VRII kam, lag der Preis bei immer noch heftigen aber evtl. machbaren 1000 EUR gebraucht (hat wieder angezogen), aber – so toll das Objektiv ist – es wäre wohl viel zu oft daheim geblieben, das 50-150 kommt immer mit und ist sehr oft auf der Kamera.
    Grüße
    Jan

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    • Esther Bachmann sagte:

      Jan, danke auch für deine Anregungen. Das Thema wird mich noch eine Weile beschäftigen, bis dann wirklich das Passende Teil gefunden ist. Wie du schreibst, nützt das Ding zu Hause gar nichts. Ein Traum: grosser Brennweitenbereich, lichtstark, leicht und wenn möglich noch bezahlbar…
      Grüsse, Esther

  2. Esther Bachmann sagte:

    Danke Peter, stimmt, Mieten ist eine gute Möglichkeit. Irgendwie komme ich jeweils nicht auf diese Idee, werde es ausprobieren (und nach erfolgreichem Sparen, ist Kaufen immer noch eine Alternative).

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  3. Esther Bachmann sagte:

    Lieber Thomas
    Herzlichen Dank für deine Anregungen. Mit deiner Bearbeitung bringst du mehr Licht und Leichtigkeit in die Aufnahme (entspricht dem Material „Netz“). Bestimmt werde ich noch weitere Varianten der Netze ablichten und deine Tipps beachten, schon bei der Aufnahme, ich bevorzuge auch „fertige“ Bilder.

    Und ja, ich liebäugle schon länger mit einem lichtstarken Objektiv. Da ich gerne mit Zoomobjektiven arbeite, schreckt mich auch das Gewicht ab. Oder hat jemand einen Tipp für ein Objektiv 70-200/300 mm (2.8), das nicht gerade 1.7 kg wiegt? Ich fange schon mal an zu sparen…

    Grüsse und beste Wünsche für 2011, allen ein ergiebiges und ideenreiches Fotojahr.
    Esther

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