Landschaftsfotografie: Objekte machen Raum

5 Kommentare
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    Christian Gruber sagte:

    Blauer Himmel mit Wolken erfreuen unser Auge und wirken schnell als interessantes Motiv. Vor allem nach trüben oder verregneten Tagen. Spätestens nach dem hundertsten Wolkenfoto fällt aber auf, das meist Wolken nichts besonderes darstellen (obwohl ihre Form manchmal assoziationen hervorrufen kann). Es sind eben nur Wolken. In der blauen / goldenen Stunde bieten sie vielleicht ein grandioses Farbspiel, meist funktionieren sie aber auch dort nicht alleine. Sie bieten dem Auge zu wenig interessantes.
    Dem gegenüber steht die Situation, eines interessanten Landschaftsmotives mit Vordergrund, dessen Hintergrund der Horizont mit einem einfärbigen Himmel ist (was auch durch den Helligkeitsdynamikumfang der Kamera entstehen kann). Da fehlt mir dann oft auch was. Für solche Fälle kopieren manche Fotografen Wolkenhimmel in das Foto – dafür könnte ich mir dein Bild eine Vorlage vorstellen.

    Was könnte man hier noch anstellen bzw. hätte besser gemacht werden können?
    1, Ganz klassisch hätte ich noch horizontal gespiegelt, sodass der Weg von rechts unten ins Bild führt
    2, Den drückenden beschatteten Bereich des Feldes kann man entweder über die Bearbeitung aufhellen,
    3, besser wäre meines erachtens aber ein anderer Aufnahmezeitpunkt gewesen mit weniger massiven Schatten und anderem Aufnahmestandort und Höhe also rein oder näher rann an in die Traktorspur

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    CorinneZS sagte:

    Wieder einmal eine Bildbesprechung, die detailliert und grosszügig zugleich beschreibt, was mein Auge zwar sieht, wozu mir aber die Worte nicht einfallen. Ich finde den Artikel deshalb äusserst interessant. Er geht natürlich darüber hinaus, ob schön oder nicht schön, respektive setzt erst danach an – dass das Bild gefällt, ist in 99 Prozent der Fälle wohl Grundvoraussetzung dafür, dass es überhaupt zu einer Besprechung kommt. Aber anstatt auf x Zeilen „schön“ mit anderen Worten zu sagen, wird ein wenig am Bild gerüttelt. Auch die Frage nach dem, was der Fotograf wollte, finde ich hilfreich. Dabei geht es weniger darum, dass nur Bilder gut sind, bei denen man genau sagen kann, was man wollte, sondern vielmehr darum, dass man das, was man wollte, umsetzen sollte. Und der Weg dorthin geht am schnellsten über die Frage, was genau man wollte (oder vornehmlich sah).

    Mein persönliches Vorgehen wäre jetzt z. B., das Bild intern mit Silber zu bewerten und (durchaus mit häufigem bejubelndem Blick darauf) auf die Gelegenheit für Gold zu warten – das heisst, ich lege eigene Bilder, die gut sind, lieber selber in der Kategorie „ja, aber“ ab, weil mich das fürs Goldmedaillen-Training motiviert. Es ist eher ein psychologischer Trick als Bescheidenheit. Bei mir funktionierts.

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    Hansi sagte:

    Mir gefällt das Bild, sehr sogar. Gerade weil es nicht ein Subjekt, sondern mit Himmel und Erde (Feld) gleich zwei gibt, die meines Erachtens in Wechselwirkung einen engen Raum durch ihre (annehmbare) Weite schaffen, ganz zu schweigen von der interpretatorischen Fülle, die dahinter vermutet werden kann.

    Ich bin kein Fotograf, aber als Betrachter spricht mich diese Parität mehr an als der Einsatz einer „frechen Halmperspektive“, die genau diesen Raum um ein Objekt drapiert und ihn somit zur Kulisse werden lässt.

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