Sony World Photography Awards 2011: Die Fotografen des Jahres

Nun stehen sie fest, die Gesamtgewinner der Sony World Photography Awards 2011: Amateur-Fotograf des Jahres ist Chan Kwok Hung, bester bei den Profis der Argentinier Alejandro Chaskielberg.

Buffalo Race © Chan Kwok Hung

Neben den beiden Gesamtgewinnern wurden auch die Sieger der einzelnen Kategorien bei den Profis ausgezeichnet. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Schweizerin Florence Iff und die Deutschen Saja Seus und Paul Gisbrecht.

Die Gewinner in den Einzel-Kategorien bei den Fotoamateuren haben wir bei fokussiert.com kürzlich bereits vorgestellt: Die Amateur-Gewinner. Nur der Gesamtsieger – der Amateur-Fotograf des Jahres 2011 – wurde erst bei der Preisverleihung am 27. April bekannt gegeben: Es ist Chan Kwok Hung, 37, aus Hongkong. Der Schmuckproduzent im Hauptberuf hatte sich erst 2006 die erste Spiegelreflex gekauft und sich das Fotografieren selbst beigebracht. Für sein dramatisches Bild vom Büffelrennen reiste er nach Indonesien – und am Ende haben sich die vielen Stunden der Geduld dafür für ihn gelohnt.

The Hunter, © Alejandro Chaskielberg / Michael Hoppen Gallery

Die „Goldene Iris“ erhielt der Gesamtgewinner bei den Profis, Alejandro Chaskielberg, für seine Serie über die Inselbewohner im Delta des Parana-Flusses in Argentinien. Zwei Jahre hat er dort gelebt und sich in das tägliche Leben der Menschen eingefügt. Für seine nächtlichen Porträts benutzte er das Licht des Vollmonds. Die Porträtierten mussten dabei bis zu zehn Minuten still bleiben. Dieses Licht gab der Landschaft einen teils künstlichen Charakter, so Chaskielberg. Er sei interessiert an der poetischen und visuellen Kraft des Wassers und an der Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Umwelt. Der 34-Jährige aus Buenos Aires begann mit 18 als Fotojournalist bei einer lokalen Zeitung. Die „Goldene Iris“ umfasst ein Preisgeld von 25.000 US-Dollar und eine Kamaraausrüstung vom Sponsor des Wettbewerbes.

Der Genfer Christian Lutz, der sich mit seiner Serie „Tropical Gift“ am Wettbewerb beteiligt hatte, kam in der Kategorie „Aktuelle Themen“ auf einen zweiten Platz.

Post Arcadia 6, © Florence Iff Post Arcadia 5, © Florence Iff Florence Iff aus Zürich gewann das Finale bei den Profis in der Kategorie Landschaft. In ihrer Serie zeigt sie künstliche Natur, wie sie innendrin in Museen, Gartenausstellungen, Zoos und Botanischen Gärten eingerichtet wird. Florence Iff sagt dazu: „Die Bilder sind Teil eines Langzeitprojektes über die Auffassung von Landschaft und ihre Darstellung. Hauptthema ist die Vervielfältigung der Landschaft als ästhetisierte Natur in der wirklichen Welt und die Abbildung von Natur in der künstlerischen Fotografie.“ Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtet die Fotografin in Zürich Erwachsene und Kinder in Fotografie.

Der Scheitel, © Saja Seus

Saja Seus wurde erste in der Kategorie Lifestyle, Paul Gisbrecht im Bereich der konzeptionellen Fotografie. Saja Seus, die in der Nähe von Stuttgart geboren wurde, inszenierte eine witzige Serie mit intimen Haar-Toupets. Seit 2009 arbeitet sie an freiberufliche Fotografien.
Paul Gisbrecht untersucht ganz analytisch Proportionen und Maßstäbe bei der Darstellung von Menschen im Raum. Die „Messwerte“ verdeutlicht er mit grafischen Elementen in seinen Fotografien. Gisbrecht lebt in Köln, mehr auf seinem Blog.

Number 20 - For Feeling Free, © Paul Gisbrecht

Etliche weitere Fotografen aus Deutschland kamen auf zweite oder dritte Plätze:
Frank Meyl ist Zweiter in der Kategorie Architektur; David Kretschmer Zweiter bei Porträt; Peter Franck Zweiter im Bereich Stillleben.
Das Duo Frank Bayh & Steff Rosenberger-Ochs kam in der Kategorie Lifestyle auf den zweiten Platz und in der Architektur auf den dritten.
Diese Vielzahl führte die Veranstalter von der World Photography Organisation (WPO) zu der Wertung: „Deutsche Fotografien dominieren den Wettbewerb“. Insgesamt gingen bei den Profis mehr als 53.000 Beiträge aus 162 Ländern zum Wettbewerb ein.

Alle Gewinnerbilder werden nun bis 22. Mai im Londoner Somerset House ausgestellt. Infos und Bilder finden sich auf der Website der WPO – und zu gegebener Zeit die weiteren Termine der Ausstellung, die während des Jahres weltweit in großen Städten zu sehen sein wird.

World Photography Organisation
Florence Iff
Saja Seus
Paul Gisbrecht

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