Alpenbild: Erinnerung an alte Meister

4 Kommentare
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    Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Ich teile die Leidenschaft des Fotografen für die Schwarzweißfotografie, nicht jedoch dessen Interpretation der Ausgangsszene …

    Zum einen sind Mikrokontrast und Schärfe derart hochgefahren, daß das Bild von Artefakten durchzogen ist und insgesamt viel zu hart wirkt. Zum anderen ist die im Farboriginal dunkle Waldpartie, die dem Bild Tiefe und Stimmung verleiht, hier übertrieben abgewedelt, so daß sich der räumliche Effekt völlig verflüchtigt.

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    ute sagte:

    Mich stört der Kondensstreifen übrigens überhaupt nicht. Eher macht mich so eine Zivilisationsspur darauf aufmerksam, dass es eben kein weltabgeschiedenes Idyll ist, sondern auch so eine wunderbare Landschaft nicht fern von allem ist. Vorbild Ansel Adams fotografierte zu anderen Zeiten, heute hat der Luftverkehr andere Ausmaße.

    So eine Spur auszuradieren finde ich unnötig, aber das ist wohl eine Geschmacksfrage. Aus meiner Sicht ist so eine Spur kein unangenehmer Stilbruch.

    Ggf. würde ich wohl eher vor Ort und Stelle warten, bis die Streifen nicht mehr zu sehen sind, und eine längere Rast machen, wenn möglich, so dass ich auch noch ein Foto mit „idealem“ Himmel machen kann. ;-)

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      Johann Kühnl sagte:

      Hallo Ute,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. In meiner „klassischen“ Landschafts- und Naturfotografie vermeide ich alle Spuren der Zivilisation, weil ich ein bißchen spürbar machen will, daß in der Natur ein völlig anderer Zeitbegriff herrscht. In der Zivilisation sind 100 Jahre eine ganze Epoche, in der Natur sind 100 Jahre garnix und 1000 Jahre nicht viel. Diese Wirkung geht aber verloren, sobald irgendeine zeitbezogene Spur zu sehen ist, sei das nun ein Wegweiser, eine Stromleitung oder ein Kondensstreifen.
      LG Hans

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    Johann Kühnl sagte:

    Erstmal schönen Dank für die Besprechung und die Kritik! Ich werde versuchen zu erklären, warum ich das so gemacht habe. Allerdings: Mit dem Kondensstreifen hast Du recht, das ist ein Stilbruch, der muß weg.
    Mit dem Schnitt kann ich mich aber nicht anfreunden: Für mich ist der Vordergrund bildwichtig, er erzeugt die Tiefe und auch das Gefühl, mitten drin zu stehen, schneidet man das weg, wird es für mich zu kulissenhaft. Ich hätte gerne was fotogeneres gehabt als diese fade Schotterbank… war halt nicht.
    Die Lichter sind an der Grenze, aber die wirklich zeichnungslosen Stellen sind minimal. Der Kontrast war zwar hoch, aber durchaus unterzubringen. Ich habe hier http://www.outdoor-images.at/download/_D219900_fokussiert.JPG
    die Originalversion eingestellt, weil das ja vielleicht ganz interessant ist: Will man alle Tonwerte unterbringen, muß man ein flaues und unterbelichtetes Bild machen und eben entsprechend nachbearbeiten. Das brauch ich einem Martin Zurmühle aber nicht erzählen…
    Deswegen würde es mich interessieren, ob Dir die Lichter auch bei genauerer Betrachtung tatsächlich zu hell sind. Wenn man die Wolken extra bearbeitet, entsteht meist dieser HDR-Look, den ich gar nicht mag, da gehe ich lieber an die Grenze der Zeichnung. Soviel also zu meiner Intention,
    LG Hans

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