Oskar Barnack Preis 2011: Sieger ist Fotograf Jan Grarup

Der «Leica Oskar Barnack Preis 2011» geht an den dänischen Fotografen Jan Grarup. Die Jury wählte seine Fotostrecke «Haiti Aftermath» zum Sieger. Den zweiten Preis, den «Leica Oskar Barnack Nachwuchspreis 2011» erhält Jing Huang aus China für seine Fotoreportage «Pure of Sight».

Jan Grarup: «Haiti Aftermath»

Mit «Haiti Aftermath» hält Jan Grarup das schwere Erdbeben vom 12. Januar 2010 und dessen Auswirkungen fotografisch fest. Nach Ansicht der Jury, zeigt Jan Grarup das Ausmaß der Katastrophe und das Schicksal der Überlebenden deutlich auf. Die Zerstörung ist massiv. Eine genaue Erfassung und Identifizierung der Opfer ist aufgrund der vorherrschenden Verhältnisse schwierig – Opferzahlen können bis heute nur geschätzt werden. Die Regierung geht von rund 300.000 Todesopfern und insgesamt mehr als drei Millionen Betroffenen aus. Damit handelt es sich um das schwerste Beben in der Geschichte Nord- und Südamerikas.

Jan Grarup war im Auftrag verschiedener Magazine im Katastrophengebiet unterwegs. Grarup möchte nicht nur dokumentieren. Er steht für eine engagierte Fotografie, die den Betrachter bewegen möchte. Das Erdbeben hat den Menschen alles genommen: die Habseligkeiten, das Dach über dem Kopf, Freunde und Angehörige. Ihr Leben liegt in Trümmern.

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Der 43-jährige Jan Grarup hat in den vergangenen 20 Jahren nahezu die ganze Welt bereist. Er arbeiten dabei oft auch mit Hilfsorganisationen wie Médecins Sans Frontières und UNICEF zusammen und hat für seine Arbeiten schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zum Beispiel von World Press Photo oder von der UNICEF. Seine Arbeiten werden regelmäßig in Magazinen wie The Guardian, Sunday Times Magazine, Stern, Geo und Paris Match veröffentlicht.

Jing Huang: «Pure of Sight»
«Pure of Sight» von Jing Huang ist keinem speziellen Thema gewidmet. Jede der zwölf Schwarzweiß-Aufnahmen steht für sich und erzählt eine eigene Geschichte. Landschaften finden sich ebenso wie Natur- oder Detailaufnahmen. Und doch hat, nach Ansicht der Jury, jedes Foto eine ganz eigene Ausstrahlung. Scheinbar Alltägliches erhält etwas Magisches, das den Betrachter in seinen Bann zieht. Es ist dem jungen Fotografen gelungen, auch den vertrauten und belanglosen Dingen eine Tiefe zu verleihen.

Jing Huang sagt über sich selbst, er sei kein guter Schriftsteller und es fiele ihm schwer, die richtigen Worte zu finden. Deshalb ist die Kamera für ihn das Auge und die Fotografie sein Medium, um den eigenen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Er teilt sich anhand seiner Bilder mit. In ihnen sieht der Betrachter die Welt mit den Augen des Fotografen.

Leica Oskar Barnack Preis
Der Leica Oskar Barnack Preis wurde in diesem Jahr bereits zum 32. Mal ausgeschrieben und verbuchte mit über 2.000 Einsendungen (2010 waren es 1.700) einen neuen Rekord. An dem Wettbewerb hatten sich Profifotografen aus 89 Ländern beteiligt. Die meisten Bewerbungen gingen aus Deutschland, USA, China, Frankreich und Russland ein. Zu den Jurymitgliedern gehörten in diesem Jahr Stanley Greene, Mark Rykoff, Bildredakteur bei TIME.com, Anna Gripp, Chefredaktion Photonews, Karin Rehn-Kaufmann, künstlerische Leiterin der Leica Galerie Salzburg, und Dr. Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Leica Camera AG.

Die offizielle Preisverleihung findet am 5. Juli im Rahmen des Fotofestivals in Arles statt.

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