Knoblauch-Stillleben:
Auf Schatten achten

Minimalistische Stillleben erfordern besondere Beachtung von Details hinsichtlich Beleuchtung etc.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Anne Seltmann).

Kommentar des Fotografen:

(kein Kommentar)

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Anne Seltmann:

Knoblauch ist ein dankbarer Bildgegenstand, und, wie auch mit anderen Sorten von Gemüse, daher über Jahrhunderte hinweg in vielen Stillleben zu finden. Wenn er allerdings minimalistisch in Szene gesetzt wird, muß man auf alle Aspekte des Fotos achten, denn nichts lenkt von etwaigen nachteiligen Effekten ab:

Ich persönlich bin ein großer Fan von Stillleben, wie etwa denen von Josef Sudek. Die für mich gekonntesten sind entweder mit natürlichem Licht fotografiert, oder sie sehen so aus. Die Schatten sind weich gehalten.

Auf Deiner Webseite fand ich mehrere Stilleben mit Planzen, die so fotografiert worden sind. Ich experimentiere auch gerne mit Licht, und habe so ein paar Stillleben geschossen, die NICHT wie oben beschrieben mit natürlichem Licht fotografiert worden sind. Das kann gekonnt Regeln brechen. Hier allerdings meines Erachtens nicht.

Die harten Schatten auf dem Knoblauch, zusammen mit dem rötlichen Stich und den Reflexionen auf der Oberfläche, auf der die Knollen liegen, alles das läßt das Bild für mich nicht funktionieren. Ich habe damit digital experimentiert, etwa mit verschiedenen Nik-Filtern, es in schwarzweiß verwandelt etc., und nichts hat diesen ersten Eindruck verscheucht, was im Normalfall bei mir heißt, daß mit der Aufnahme selbst etwas nicht stimmt. Photoshop kann ein gutes Bild abrunden, aber nicht erschaffen. Das tut der Fotograf.

Das mag zugegebenermaßen daran liegen, daß ich etwa Sudeks Stil im Hinterkopf habe, aber auch der hat manchmal innovativ belichtet, ohne das Foto damit zu überwältigen. Ich persönlich würde weiter experimentieren.

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