Aktfotografie: Unkurvig

Aktfotografie gilt oft als Königsdisziplin der Fotografie, denn es ist schwer, den menschlichen nackten Körper vorteilhaft aussehen zu lassen, ohne dass er dabei jedoch billig, vulgär oder obszön wirkt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andreas Jacob).

Kommentar des Fotografen:

Ich habe dieses Bild mit meiner Freundin gemacht. Geplant war ein Shooting zum Thema „Kurven“. Ich hatte urprünglich etwas anderes im Kopf, aber Teilaktbilder finde ich äusserst schwierig zu machen. Aus einer ganzen Serie war ich aber mit diesem Ergebnis am ehesten zufrieden. Ich finde es jedoch noch nicht 100% ig, weiß aber nicht warum…

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Andreas Jacob:

Aktfotografie gilt oft als Königsdisziplin der Fotografie, denn es ist schwer, den menschlichen nackten Körper vorteilhaft aussehen zu lassen, ohne dass er dabei jedoch billig, vulgär oder obszön wirkt.

Auch der Fotograf Andreas Jacob hat sich am menschlichen Akt versucht und musste lernen, dass es schwieriger ist als gedacht. Auf seinem Foto ist eine Hand zu sehen, die auf dem unteren Rücken, fast auf dem Po einer Frau liegt. Zumindest könnte es das sein, genau lässt sich das nicht sagen. Andreas ist mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, und ich verstehe auch, warum:

Die Hand ist sehr schön beleuchtet, ein weiches, dennoch gerichtetes Licht von rechts, welches die Konturen der Finger hervorhebt und der Hand eine sichtbare Tiefe verleiht. Ich würde fast sagen, dass das Bild ohne Körper, nur mit der Hand besser ausgesehen hätte. Das Licht, was der Hand zum Vorteil gereicht, schmeichelt dem Körper nicht. Im Gegenteil.

Eine Form, geschweige denn wie geplant eine Kurve, ist kaum zu erkennen. Nachteilig ist vor allem, dass unten links der Ansatz des Oberschenkels komplett ins Schwarze absäuft. Außerdem ist irritierend, dass nicht sofort sichtbar wird, welches Ende das Körpers der Rücken und welches die Schenkel sein sollen.

Wie könnt man es besser machen? Das ist für mich schwer zu sagen, da ich kaum Erfahrungen mit der Aktfotografie habe. Basierend auf meinen Erfahrungen mit anderen Lichtaufbauten würde sich vermutlich aber ein hartes Licht von schräg hinten empfehlen – auch Rim-Light genannt –, welches nur die Ränder des Körpers als Linie beleutet und nicht dessen Fläche.

Dann würde jedoch auch die Hand ganz anders wirken. Möglich wäre auch, bei identischem Lichtaufbau die Hand so zu lassen wie sie ist und mit anderen Positionen des zweiten Models (sofern es zwei waren) zu experimentieren. Denn das ist die beste Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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1 Antwort
  1. Markus sagte:

    Ich glaube, Robert unterliegt einer optischen Täuschung – oder ich. Für mich sieht es klar so aus, dass die Frau auf der linken Seite liegt und ihren rechten Arm entspannt auf dem rechten Oberschenkel ablegt. Rücken sehe ich hier nicht, aber ich gebe Robert recht, dass es nicht sofort eindeutig ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass zu dem „Berg“ (Hüfte) das entsprechende „Tal“ (Taille) fehlt. Die Ausleuchtung der Hand gefällt mir auch sehr gut, jedoch wirkt der Arm arg abgeschnitten, sodass ich ihn unfreiwillig mit einem Rückenkratzer oder der „Hand“ aus der „Adams family“ assoziierte.

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