Digitale Kunst: Die verpasste Möwe

Manchmal muss sich ein Fotograf eingestehen, dass seine geplanten Fotos nichts geworden sind. Hilfreich ist es dann, zu analysieren, woran das gelegen haben könnte.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Arno Syska).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich auf der Fähre von Venedig (Italien) nach Patras (Griechenland) aufgenommen. Es war ein etwas düsterer Morgen und das Ziel war es, eine Möve scharf zu fotografieren. Zuerst dachte man natürlich, das Bild sei wie die andern nichts geworden, doch nach näherem Betrachten fällt einem der Kontrast ins Auge, und gerade das Verschwommene macht dieses Bild aus.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Arno Syska:

Kennt Ihr das Gefühl, in der Ausstellung für Modern Art eines Kunstmuseums zu stehen und beim Betrachten der Bilder an der Wand gelegentlich zu denken: „Meint der Künstler das tatsächlich ernst oder wurde hier nur ein versehentliches Zufallsprodukt zur Absicht erklärt?“

Dieses Gefühl bestätigt sich beim Ansehen Deines Mövenfotos, da es eins der wenigen Male ist, wo der Fotograf selbst sagt, dass ihm sein eigentliches Anliegen nicht gelingen konnte und er deshalb eins der „Ausschussfotos“ kurzerhand zum gelungenen Ergebnis kürt.

Statt scharfer Tauben gibt es eben eine unscharfe Möwe, ebenso unsauber in den gezeigten Bildausschnitt komponiert. Seien wir ehrlich: Das Foto ist leider nicht gelungen, da hilft auch die Unschärfe nicht.

Zum einen liegt das natürlich daran, dass Möwen so banale Motive sind, die so häufig fotografiert wurden – egal, ob scharf oder unscharf –, dass auch diese Variante ähnlich häufig auf Flickr und anderen Fotowebseiten zu sehen ist. Selbst wenn wir die Möwe jedoch als legitimes Motiv eines Avantgarde-Künstlers akzeptieren würden, bleibt immer noch der verrauschte Himmel und die mangelhafte Komposition, bei der er Möwe beherzt ein Teil des Flügels abgeschnitten wurde. Zudem ist sie so weit unten platziert, dass man meinte, sie würde gleich eine Bruchlandung hinlegen.

Die Möwe als KunstwerkWer den Anspruch hat, ein sehenswertes Foto zu machen, hätte das Bild viel radikaler beschneiden können, zum Beispiel, wie ich es hier Version gemacht habe. Dann wäre das Bild etwas besser, aber leider noch nicht gut genug.

Manchmal muss sich auch ein Fotograf eingestehen, dass seine geplanten Fotos nichts geworden sind. Hilfreicher als eines der Ausschussbilder zum Kunstwerk zu erklären ist es dann, zu analysieren, woran das gelegen haben könnte und wie man es hätte besser machen können. Im Falle des Möwenfotos lag es sicher zum einen am trüben und damit lichtschluckenden Wetter – und der geringen Lichtstärke das Objektivs.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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39 Kommentare
  1. Michl mit Hut sagte:

    Zum Zufall:
    Das Bild mag ein Zufallsprodukt sein, die Entscheidung es auszustellen jedoch nicht.

    Zum Anschnitt:
    Einen weißen Präsentationsrahmen vorausgesetzt, ergibt der angeschnittene Flügel Sinn. Er stellt Kontakt her zwischen der realen Präsentationsumgebung und dem nachgebildeten Realitätsausschnitt. Darin sehe ich einen Reiz.

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  2. Sven Hirthe sagte:

    Mich würde noch interessieren ob Robert das Bild auch zur Kritik ausgewählt hätte wenn der Kommentar des Fotografen gefehlt hätte.

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  3. Agata sagte:

    Das Foto hier wird viel mehr kommentiert und löst eine heftigere Dikussion aus als eine perfekt komponierte und technisch einwandfrei ausgeführte ABlichtung eines Profifotografen. Das ist wie mit den schlechten Schalgzeilen – die bringen auch was Positives mit sich.
    Vielleicht sind solche Fotos insofern unentbehrlich und „gut“, dass sie ein kritisches Hinterfragen erzwingen. Und alles, was zum Nachdenken oder einer Auseinadersetzung mit der Materie anregt – finde ich – ist in unserer „Apps-Ära“ und „Nur-Mal-Schnell-Checken“ Zeit nützlich.

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  4. Uwe S. sagte:

    Stand das schon immer an Anfang des Artikels? „Manchmal muss sich ein Fotograf eingestehen, dass seine geplanten Fotos nichts geworden sind. Hilfreich ist es dann, zu analysieren, woran das gelegen haben könnte.“

    Und der Fotograf bemerkte zuvor: „… Zuerst dachte man natürlich, das Bild sei wie die andern nichts geworden, doch nach näherem Betrachten fällt einem der Kontrast ins Auge, und gerade das Verschwommene macht dieses Bild aus.“

    Es geht beim vorliegenden Foto also weder um Kunst, noch um scharf abgebildete Möwen, sondern um die Frage, wie man diese bewegungsunscharfe Möwe besser ins Bild setzen kann.

    Ich hätte versucht, die Möwe als Hauptmotiv nicht zu beschneiden und unter dem Vogel etwas mehr Raum gelassen. Zur Dynamik des Flugs passt ein länger gestrecktes Rechteck, etwa 16:9.

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    • Reinhard Witt sagte:

      …Ich hätte versucht, die Möwe als Hauptmotiv nicht zu beschneiden und unter dem Vogel etwas mehr Raum gelassen. Zur Dynamik des Flugs passt ein länger gestrecktes Rechteck, etwa 16:9.

      Dem steht gegenüber: Es war ein etwas düsterer Morgen und das Ziel war es, eine Möve scharf zu fotografieren. Zuerst dachte man natürlich, das Bild sei wie die andern nichts geworden…

      Es WAR so nicht geplant… denn WÄRE es geplant dann kommen diese Deine Gedanken natürlich zum Tragen… :-)

      Es bleibt schwierig… so gesehen könnte man jetzt Deine Gedanken bei einem nächsten evtl. mit Bedacht und dem Quentchen Unschärfe/Bewegungsunschärfe, heraus gekitzelt durch eine „passende“ längere Belichtung, die wirklich noch Freiheiten in Gedanken zulässt, wirklich noch ein Super Bild machen…

      Doch wie ich schon sagte: Aus einem durch eine zu lange Belichtungszeit verwackeltem, ohne gewollte Bildgestaltung ausgeführtem Engagement zu einem guten Bild… kann ich hier weder Kunst noch Können erkennen. Nehmen wir es so wie es ist – Schade um den verpassten Moment.

      Und @ Agata: :-) Wie recht Du doch hast…

  5. Reinhard Witt sagte:

    Deswegen habe ich auch kein Problem damit, wenn immer mal wieder Bilder eingereicht werden, die Anfängerfehler enthalten und Anlass zu einfachen Erklärungen bieten. Bisweilen tut es nämlich auch mir ganz gut, mich wieder mit den einfachen Regeln zu befassen.

    Und jetzt frage ich ohne Hintergedanken und keineswegs zynisch: :-) Solche Bilder wie oben angeführt?…

    Denn die Erklärung wie so ein Fehler behoben werden kann wurde von Swonkie hinlänglich beantwortet.

    So, und nun ist es wirklich gut… :-)

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  6. Reinhard Witt sagte:

    …Ich meine aber die Haltung der Redakteure dahingehend zu verstehen, daß diese sich nicht auf ein “lerne Deine Kamera besser kennen und verbessere Deine Aufnahmetechnik” beschränken…

    Ich glaube ich bin nicht zu vermessen wenn ich behaupte: DAS ist eine Sache, die jeder beherrschen sollte bevor er/sie überhaupt ein Bild hier zur Besprechug abliefert.
    Was steht da oben rechts?
    Wir verstehen uns als fotografisches „Seminar“ für anspruchsvolle Digitalfotografen jeder Stufe. »
    Mit Anspruch geht doch auch ein gewisses eigenes Niveau einher, ständige Kontrolle seines eigenen Schaffens. Kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Bildern und selbstverständlich auch mit anderen.
    Ohne Kenntnisse um die Technik seiner Kamera und wie sie reagiert produziert man nur Zufälle die nicht reproduzierbar sind. Ist das die Absicht von ernsthaften Fotografen? Ich denke nicht.

    Denn wenn erst einmal diese Kenntnisse gegeben sind macht der Satz von Sr. Thomas Brotzler erst überhaupt einen Sinn:
    wobei ich zwischen anspruchsvoller und künstlerischer Fotografie keine klare Trennlinie ziehen würde.

    Bis dahin sollten wir uns aber zurückhalten bei Amateueren über Kunst oder nicht zu reden. Sofern sie überhaupt in der Lage sind welche zu produzieren. Und damit schließe ich mich selbstverständlich ein. So lange es sich nur auf Zufälle dieser Art beschränkt – erst recht.

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    • Peter Sennhauser sagte:

      Danke Euch allen für die engagierte Diskussion.

      Und ja, ich finde, sie passt hierher – inklusive die Frage nach der Kategorie „Digitale Kunst“: Tatsächlichfällt diese Katgegorie etwas aus der Rolle, aber es geht dabei eher um die Art der Bildbearbeitung als um die Beurteilung der Kunst.

      Ich finde übrigens, dass es durchaus Kriterien für Kunst gibt. Etwas, was mich überhaupt nicht berührt, empfinde ich nicht als Kunst.

      Unser Motto des Seminars für anspruchsvolle Fotografen aller Stufen möchte ich so interpretieren, dass man sich nicht verstecken mus, wenn man die technische Seite er Fotografie noch nicht vollumfänglich beherrscht. Die Idee ist vielmehr die, dass wir – und damit seid Ihr alle mitgemeint – mit Ratschlägen und Hinweisen zur Seite stehen.

      Deswegen habe ich auch kein Problem damit, wenn immer mal wieder Bilder eingereicht werden, die Anfängerfehler enthalten und Anlass zu einfachen Erklärungen bieten. Bisweilen tut es nämlich auch mir ganz gut, mich wieder mit den einfachen Regeln zu befassen.

  7. CorinneZS sagte:

    Ob Kunst oder nicht, das passt tatsächlich nicht wirklich in die Kommentarspalte einer Bildbesprechung. Da gebe ich Sven Hirthe gerne Recht. Die Auseinandersetzung hat sich allerdings ganz natürlich aufgrund der Reaktionen ergeben.

    Mit der Kategorie digitaler Kunst sind wohl stark bearbeitete Fotos gemeint, und das macht ja durchaus Sinn.

    Mir fallen Ausstellungen von renomierten Fotografen ein (genau genommen in dem Sinne renomiert, dass sie von der Fotografie leben können – Deutschlehrer dürfen mich jetzt hauen), die ihre Fotos bis zur Unkenntlichkeit verändern, seis, indem sie die Negative von Bakterien zersetzen lassen (Resultat sieht ganz schön mysteriös aus, kann es mir aber leider nicht leisten), seis, dass sie sie mit einem kaputten Scanner scannen (gibt unerwartete Striemen und Farben und ist beim Publikum sehr beliebt). Diese Art Fotos gehört in die Kategorie digitaler Kunst.

    Kürzlich habe ich übrigens einen Fotografen entdeckt, der Papier mit Linien füllt, dann das Papier zerknüllt, es fotografiert, das Fotopapier zerknüllt, es wieder fotografiert und mich mit dem Resultat begeistert. Die Plastizität ist umwerfend.

    Sich auf die Ansicht zu kaprizieren, Schrott zu verkaufen sei das eigentliche Kunststück (wenns einer kauft oder es dem Kritiker gefällt, ab dann ist es Kunst), finde ich peinlich und historisch so was von falsch.

    Es gibt genug Galerien, die jahrelang Künstler ausstellen, weil sie von ihnen überzeugt sind, nicht weil sie daran verdienen. Und Kuratoren haben eventuell eher das Problem, aktuelle Trends, welche richtig gute Künstler aufzeigen, dem Publikum zu verkaufen. Es rümpft wahrscheinlich lieber die Nase als sich zum Unerwarteten hingezogen zu fühlen. Oder noch schlimmer, es anerkennt Picasso erst als Künstler, wenn die Bilder teuer sind (und nicht bereits wenn klar wird, dass er unerwartet Neues schafft).

    Vielleicht kennt Ihr haufenweise Künstler, die mit Banalitäten reich werden, Galeristen, die locker viel verdienen, ohne es verdient zu haben, Journalisten, die keine Ahnung von Kunst haben, aber viel darüber schreiben. Ich nicht. Im Gegenteil. Ich kenne Leute, die dermassen ihrem Job verfallen sind, dass sie ihn auch ausüben, wenn er finanziell zum Hobby geworden ist (Geld reinstecken statt rausholen). Seiens Künstler, seiens Galeristen, seiens Journalisten. Im Übrigen handelt es sich hier bekanntlich um Jobs, die Feierabend, freies Wochenende und Badeurlaub nicht immer kennen. Denn im schlimmsten Fall ist man persönlich dermassen involviert, dass man den Job überall hin mit nimmt. Was ganz schön anstrengend ist. Im Kopf wird immer weiter gearbeitet, die Welt, durch die man sich schiebt, wird ständig gefiltert, gescannt, abgeklopft.

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  8. Sven Hirthe sagte:

    Die Exkursionen in die Welt der Kunstschaffenden ist ja durchaus interessant. Doch macht die Kategorie „Digitale Kunst“ in der Bildkritik überhaupt Sinn? Wenn doch alle einhellig der Meinung sind das Kunst von einem einzelnen nicht nach eindeutigen Kriterien kritisiert werden kann? Und rein aus fotografischer Sicht bringen mich Austellungen von Bildern weiter. Inspirativ. Aber an dieser Stelle erwarte ich eher so etwas wie „So bekommt man die Möwe scharf und in den richtigen Kontext“. Was meint Ihr?

    Grüße
    Sven

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    • Dr. Thomas Brotzler sagte:

      Freilich gibt es unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen an die Seite. Ich meine aber die Haltung der Redakteure dahingehend zu verstehen, daß diese sich nicht auf ein „lerne Deine Kamera besser kennen und verbessere Deine Aufnahmetechnik“ beschränken, sondern sehr wohl auf inhaltliche und stilistische Aspekte abzielen. Und damit wird es für mich überhaupt erst spannend, wobei ich zwischen anspruchsvoller und künstlerischer Fotografie keine klare Trennlinie ziehen würde.

  9. Markus sagte:

    @Thomas: Um es also ironisch mit Corinnas Beispiel zu sagen: EINMAL Butter in die Ecke zu schmieren ist noch keine Kunst (1), aber Butter als Thema zB auf den Autositz, den Bücherrücken, die Klobrille, die Computertastatur usw. zu schmieren schon (2). Wenn ich dann noch Vegetarier bin und eine Butterallergie habe oder unter Fettsucht leide, bin ich ein gemachter Künstler ?! ;-)

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    • Dr. Thomas Brotzler sagte:

      Die noch höhere Kunst ist es ja (um im Bild zu bleiben), Galeristen, Kuratoren und Journalisten derart zu schmieren (mit Butter?!), daß sie bei Inaugenscheinnahme des Oeuvres in ekstatischen Jubel verfallen …

    • goal74 sagte:

      (Das ist ja köstlich hier auf fokussiert.com! Danke euch dafür! Ich mach mal folgerndermaßen mit:)

      Ja, wenn dann die Leute dir und deiner Botschaft folgen wollten, Markus, und plötzlich auch noch den abstrusen Wunsch hegten, deine Butter-Klobrillen käuflich zu erwerben… dann hättest du es wohl geschafft!

      Wenn dies jedoch nicht eintreffen sollte, dann gehts dir evtl. ganz schnell wie dem Herrscher bei „Des Kaisers neue Kleider“, und alle werden rufen, nachdem es einem Kind(!) zuerst aufgefallen war: „Der ist ja nackt!“

      Meinen Kindern fällt übrigens auf, dass „man die Möwe ja gar nicht richtig erkennen kann“!
      ;-)

  10. Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Zitat: „Für mich bleibt entscheidend, ob mir – als Betrachter – das Bild gefällt und welche Gedanken es bei mir auslöst; völlig unabhängig davon, ob der/die “KünstlerIn” das Ergebnis vorher in dieser Form beabsichtigt hat oder nicht.“

    Das ist ein robuster und angemessener Standpunkt – das Bild muß den Betrachter erreichen!

    Zitat: „Wäre das Bild in dieser Form vorher genauso geplant gewesen – wäre es dann besser/schlechter zu bewerten? Meiner Ansicht nach nicht.“

    Es kommt auf die Betrachtungsperspektive an, und deswegen würde ich hier noch etwas differenzieren. Das kreative Schaffen teilt sich ja nicht nur durch das (1) einzelne Werk, sondern auch über die (2) konzeptionellen Grundlagen und die (3) Persönlichkeit des Künstlers mit. Wir sprechen hier über Aspekt 1, während in der Würdigung einer Konzeptserie oder gar des Gesamtwerks die Aspekte 2 und 3 unweigerlich in den Vordergrund treten.

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  11. Mik sagte:

    Für mich bleibt entscheidend, ob mir – als Betrachter – das Bild gefällt und welche Gedanken es bei mir auslöst; völlig unabhängig davon, ob der/die „KünstlerIn“ das Ergebnis vorher in dieser Form beabsichtigt hat oder nicht. Wäre das Bild in dieser Form vorher genauso geplant gewesen – wäre es dann besser/schlechter zu bewerten? Meiner Ansicht nach nicht. Mir gefällt´s übrigens – und in der Originalversion am besten :)

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  12. CorinneZS sagte:

    Ich habe keine Angst vor dem Unendlichen, sorry, Gerd. Warum auch.

    Was ich feststelle ist, dass wir unterschiedliche Ansichten haben. Und ich finde es persönlich äusserst lohnend, mir dazu Gedanken zu machen, welche Ansichten ich selber habe.

    Die anderen Meinungen finde ich meist spannend, sogar wenn ich sie nicht teile. Obwohl das eine oder andere starke Wort gefallen ist, erachte ich die aktuelle Auseinandersetzung als lohnend, ja, fast möchte ich sagen, sie sei wichtig. Je mehr man sich doch mit Fotografie (oder Texten, oder Malerei oder Film) auseinander setzt, desto stärker wird das Bedürfnis, zu verstehen, warum einen etwas berührt, provoziert oder kalt lässt. Es wird jenseits von schön/nicht schön etwas komplizierter. Trotzdem kann man sich locker weiter darüber unterhalten. Finde ich.

    Wenn ich anders denken würde, würde ich fokussiert.com nicht so schätzen.

    In erster Linie also wieder einmal: Danke für die Auswahl der Fotografie, danke für die damit einhergehende Bespechung, danke all jenen, denen diese Auseinandersetzung etwas bedeutet und die deshalb ihren Senf dazu geben.

    In meiner Senftube hat’s noch Infos zu den Google-Street-View-Fotos, die
    – trotzdem – Kunst sind. Nicht nur, weil sie dieses Jahr beim „World Press Photo Award“ eine Auszeichnung erhielten, aber auch. Wer will, darf drücken!

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  13. Sven Hirthe sagte:

    Kunst lässt sich nicht kritisieren weil es keine Kriterien dafür gibt. Also müsste die Fotografie als „Handwerk“ einen Platz auf Fokussiert in der Bildkritik finden und danach wäre Gerd vollkommen im Recht. Der künstlerische Teil der Fotografie kann hier somit nur beschrieben und vorgestellt nicht aber bewertet oder kritisiert werden. Oder?

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  14. Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Zitat: „Aber genau DAS ist hier eben nicht passiert…
    Die Gedanken sind erst NACH dem Schuss gekommen… :-)
    Jetzt wird es wahrlich interessant…“

    Ich kann Deinem Gedanken durchaus folgen. So betrachtet wäre es keine „Enwicklung des äußeren aus dem inneren Bild“, sondern eher eine „etwas effektheischende Resteverwertung“ …

    Der Fotograf könnte ja auch noch etwas dazu sagen, bevor wir uns jetzt weiter seinen Kopf zerbrechen. Kann ihn denn mal einer aus der Kiste holen?

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  15. Reinhard Witt sagte:

    …“jeder schreitet auf das Bild zu, das er in sich trägt”. Demnach kommt es darauf an, viel mehr auf die “inneren Bilder” der eigenen Gedanken, Gefühle und Vorstellungen zu achten, statt dem “sensationellen Motiv” hinterherzujagen. Wenn wir in solcher Weise “gut bei und zu uns selbst” sind, kann sich eine äußere Entsprechung des inneren Befindens in Form eines authentischen Bildes ergeben, es entsteht im Idealfall eine “Brücke zwischen Künstler, Bild und Betrachter”.

    Aber genau DAS ist hier eben nicht passiert…
    Die Gedanken sind erst NACH dem Schuss gekommen… :-)
    Jetzt wird es wahrlich interessant…

    Antworten
  16. Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Zitat: „Thomas, willst Du mir ernsthaft weiß machen, dass Kunst ZUFÄLLIG entsteht?“

    Ich glaube, mit der Frage bin ich gemeint … jetzt wird es etwas konzeptionell und ich sollte wohl etwas über meine eigene künstlerische Sichtweise sagen.

    Leitbildhaft ist für mich Edouard Boubats Zitat „jeder schreitet auf das Bild zu, das er in sich trägt“. Demnach kommt es darauf an, viel mehr auf die „inneren Bilder“ der eigenen Gedanken, Gefühle und Vorstellungen zu achten, statt dem „sensationellen Motiv“ hinterherzujagen. Wenn wir in solcher Weise „gut bei und zu uns selbst“ sind, kann sich eine äußere Entsprechung des inneren Befindens in Form eines authentischen Bildes ergeben, es entsteht im Idealfall eine „Brücke zwischen Künstler, Bild und Betrachter“. Wir sprechen hier übrigens über halb- bzw. unbewußte Prozesse, die sich der willentlichen Beeinflussung gerne entziehen. Unsere bewußte Kontrollmöglichkeit wird sich in der Regel auf die Beachtung gewisser technischer und kompositorischer Gegebenheiten erstrecken.

    „Zufällig“ verwandelt sich im Sinne des oben Gesagten in einen Begriff, der für diesen Prozeß eben nicht recht greift. Der bildwerdende künstlerische Ausdruck gründet in unserer Tiefe und nicht im Kopf. Zur Klärung sei auch auf das dadaistische bzw. surrealistische Schaffen im Sinne der „peinture automatique“ hingewiesen.

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  17. Reinhard Witt sagte:

    Was mich stutzig macht ist jedoch folgendes:
    …Es war ein etwas düsterer Morgen und DAS ZIEL WAR ES, eine Möve SCHARF zu fotografieren.
    Es war das ZIEL… So gesehen – nicht gelungen…

    …Zuerst dachte man natürlich, das Bild sei wie die andern nichts geworden…so dachte man – wie jeder andere halbwegs ernsthafte Fotograf auch…

    …doch nach näherem Betrachten fällt einem der Kontrast ins Auge, und gerade das Verschwommene macht dieses Bild aus.
    … ich gebe zu – solche Anwandlungen habe ich auch bisweilen. Verwerfe sie aber nach einiger Zeit wieder. Dieses Bild ist nicht bewusst sondern durch Zufall entstanden. Thomas, willst Du mir ernsthaft weiß machen, dass Kunst ZUFÄLLIG entsteht?
    Oder ist das einfach nur Unvermögen mal zu sagen: Sorry, ist danneben gegangen…
    So etwas soll es ja auch mal geben.

    Irgendwie musste ich das jetzt auch mal los werden.
    Und an den Fotografen: Das mit dem scharfen Abbilden klappt dann auch irgendwann. ;-)

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  18. Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Eine interessante und vielschichtige Diskussion ist daraus geworden – daran zeichnet sich m. E. das Potential von fokussiert.com ab.

    Kunsttheoretisch will ich jetzt kein „weiteres Brikett ins Feuer werfen“ – deshalb nur ein praxisbezogener Hinweis, daß eine exzentrische Positionierung des Motivs, auch mit Anschnitt, kein automatisches Untauglichkeitskriterium ist, sondern als moderne Ausdruckssprache in der künstlerischen Fotografie durchaus Verwendung findet.

    Es ist nicht einfach. Was die Kunst letztlich ausmacht, bleibt weiterhin spannend …

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  19. CorinneZS sagte:

    Tja, bei den Google-Earth-Ausschnitten des weltweit gefeierten Fotografen, den ich im vorhergehenden Beitrag erwähnte, ist so allerhand angeschnitten. Das ist einfach kein Argument. Im Gegenteil: Wenn alle der Ansicht sind, Vogelflügel dürften auf keinen Fall angeschnitten werden, muss man es unbedingt versuchen!

    Kunst erweitert das Machbare und läuft quer zum Erwarteten. Und das ist auch genau das Problem dabei, wenn man sie herzustellen versucht. Ich finde es jedenfalls schwierig, das Offensichtliche beiseite zu lassen, über das Bekannte hinaus zu gehen.

    Das Knifflige dabei ist wohl, dass Kunst erst in einem Kontext entsteht. Wenn ich als Hausfrau Butter irgendwo hin stelle, ist das bekanntlich nicht das selbe wie wenn Kunstgott Beuys es tut. Ich mache es, weil ich denke, sie gehört aufs Brot, Beuys tut es aus einem viel komplizierteren Grund – und schafft damit Kunst.

    (Natürlich bin ich seit Beuys versucht, beim Bestreichen eines Butterbrotes zu denken, in mir stecke eine weltbewegende Künstlerin. Aber wahrscheinlich läuft es weiterhin nur auf mein persönliches Bodyforming hinaus. Und das wird nicht als Kunstform akzeptiert. Mist!)

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  20. Gerd Dörfler sagte:

    @Sandra MK

    Also wenn etwas sofort ins Auge fällt, dann ja wohl der abgeschnittene Flügel. Und das ist einfach ein Unding. Und das kann man auch nicht Kunst rechtfertigen…

    Mein Kommentar war auch keine Anschuldigung, sondern einfach ehrlich und sagte mit Sicherheit das aus, was viele Leser sich dachten. Und entmutigend, naja ich weiß nicht. Wer schon so von sich überzeugt ist, den wird das nicht aus der Bahn werfen ;-)

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  21. Sandra MK sagte:

    E.H. Gombrich leitet sein Standardwerk „Die Geschichte der Kunst“ so passend mit dem Satz ein: Genau genommen gibt es „die Kunst“ gar nicht.

    Ehrlich gesagt, glaube ich dass wir mit dieser Frage, ob Kunst im vorhinein definiert sein muss, eine noch viel längere Diskussion anfachen ;-).

    Doch wenn schon gefragt, dann sage ich auch meine Meinung: da Kunst sich nicht nur auf rationellem Wege erklären lässt (alle Kompositionsregeln in Ehren ;-)), muss auch akzeptiert werden, dass manchmal Künstler (= kreativ schaffende Menschen, also praktisch jeder) aus dem Bauch heraus schaffen. Sie folgen keinen Regeln, sondern schaffen einfach um zu schaffen. Viel Kunst (zumindest in der klassischen Kunstgeschichte) entstand auch durch Zufall bzw. es gibt ja eigene Kunstrichtungen, die im nachhinein Kunst aus etwas machen (vgl. Ready-Made). Aber das lässt sich das ja nicht direkt auf das Bild von Herrn Syska übertragen… man sieht – eine vertrackte Situation.
    Ich glaube, man sollte nicht um den Terminus „Kunst“ herumdiskutieren (ich bin nicht der Meinung, dass Bilder eine Legitimation zur Existenz brauchen) , sondern die Bilder per se ansehen.

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  22. Sven Hirthe sagte:

    Ich muss zustimmen und gleichzeitig widersprechen. Dazu eine kurze Frage die evtl. eine längere Diskussion abkürzt. Ist Kunst nur Kunst wenn eine Absicht dahinter steckt oder ist Kunst jegliches Objekt in dem ein einzelner oder eine Gruppe Kunst sieht/sehen will?!

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  23. Sandra MK sagte:

    Hier wird irgendwie viel an der Sache vorbei geredet. Wie Herr Syska schon selbst bemerkte, war dieses Bild ein Zufall, dessen Reiz er erst im Nachhinein erkannte. Und er hat hier um Meinungen gebeten und nicht um eine Vorverurteilung als „arroganter Schnappschussrechtfertiger“!

    Meiner Meinung nach ist es nicht der Kontrast, der ins Auge fällt, sondern die Harmonie der beiden Farben, die frisch wirken. Das Verschwommene hat hier mit dem eintönigen Hintergrund mehr Reiz als eine scharfe Möwe das hätte. Aber trotzdem ist der abgeschnittene Flügel ein Manko, das durch keinen Bildausschnitt behoben werden kann (mir gefällt der Ausschnitt von Herrn Kneschke noch weniger!). Aber vielleicht hat es ja Sie, Herr Syska, auf den Geschmack gebracht, mal mit den Verschlusszeiten oder Mitzieheffekten zu experimentieren? Ich hoffe das jedenfalls!

    @ Herrn Dörfler: Wenn Sie sich „als Amateurfotograf so ungern mit anderen Amateuren unterhalten“, dann sollten Sie vielleicht auch in Blogs mit entmutigenden Kommentaren und Anschuldigungen zurückhalten. Ich kann keine Arroganz entdecken – zumindest nicht bei dem Kommentar von Herrn Syska.

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  24. Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Da muß ich aber CorinneZS zustimmen und darauf hinweisen, daß sich in der Formel „scharfes Bild, gutes Bild“ eine zwar weit verbreitete, gleichwohl laienhafte und geradezu kunstwidrige Auffassung ausdrückt. Alle Unschärfe der Bewegung, alle Auflösung der Strukturen scheint in dieser Betrachtungsweise Angstreflexe auszulösen und entsprechend getilgt werden zu müssen. Wer es hier mit Kurzkommentaren wie „Schrott“ bewenden läßt, möge sein Glück bitte bei „Flickr, Fotocommunity und Konsorten“ suchen …

    Ich möchte dem entgegenhalten, daß eine der Komposition und Bildidee dienende Verwendung solcher Elemente gerade eben geeignet ist, eine eigene Handschrift zu konstituieren und das einzelne Bild aus der Masse der zwar mit moderner Technik korrekt aufgenommener, ansonsten unbeseelter, nichtssagender und dem baldigen Vergessen geweihter Fotografien herausragen zu lassen – dies sage ich übrigens aus der Warte eines ausstellungsaktiven Künstlers und Fine-Art-Dozenten.

    Was das dikutierte Bild angeht, so möchte ich die bewegungsunscharfe Möve als ein sehr interessantes Vordergrundelement charakterisieren. Was aus meiner Sicht fehlt und das Bild entsprechend noch unvollständig sein läßt, ist eine Belebung des Hintergrunds. Wäre hier etwa eine sich in den Schattenpartien gering kontrastierende Stadtlandschaft erkennbar, hätte das Ganze das Potential zu einem traumartigen, atmosphärisch dichten und emotional sehr ansprechenden Bild.

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  25. CorinneZS sagte:

    Kunst kann eines nicht: Gefällig sein.

    Was heute für Millionen gehandelt wird, war vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten oft reine Provokation. Hätte man damals schon Blogs gekannt, wären sie voll gewesen von: Soll das Kunst sein/Was fällt dem eigentlich ein/Sowas gehört gelöscht und vergessen.

    Dessen eingedenk schmunzle ich jeweils, wenn hier einer Fotografie jeglicher Gehalt an Kunst abgesprochen wird.

    Und erinnere mich um so lieber an einen hoch gelobten Fotokünstler, der Google-Streetview-Bilder ausstellt. Nun gut, er stellt Ausschnitte daraus aus, aber das ist ja auch keine Kunst. Trotzdem finden sich die Fotos in Galerien und Museen wieder. Weltweit.

    Gerne erinnere ich mich auch an einen Schweizer Regisseur, der neuerdings Fotos mit der Handykamera macht, während er sie bewegt. Ich lass keine seiner Ausstellungen aus (und habe es auf diese Weise bereits auf zwei gebracht). Die Bilder sind nicht bloss bewegt, sie sind bewegend. Könnte ich sie mir leisten, würde ich.

    Spätestens sobald wir den technischen Schnickschnack kennen (falls er uns denn überhaupt interessiert), sollten wir uns den grossen Herausforderungen stellen. Etwa unserem Output ein Quäntchen Humor beizufügen. Finde ich echt schwer. Oder unsere Seriosität nicht vom Gewicht des Equipements abhängig zu machen. (Für mich, stolze Besitzerin einer Handtäschchen-tauglichen Alles-automatisch-Kameras weniger schwer.)

    Ich glaube, es richtig machen zu wollen ist oft weniger richtig als es richtig ausprobieren zu wollen. Im Leben wie in der Fotografie.

    Aufs Mövenbild bezogen: Sein Kunstgehalt lässt sich meines Erachtens weder aufgrund der mangelnden Schärfe noch wegen der Zufälligkeit seines Entstehens bemessen.

    Und ja, mir gefällts (noch besser in der Kneschke-Version.)

    Antworten
  26. Gerd Dörfler sagte:

    @Peter: Hmm das verstehe ich schon, klar. Aber ich finde einfach, dass der Ton zu oft arrogant rüberkommt. Und man sieht leider so oft, wie ein Künstler seine misslungenen Fotos lobpreist, da sich ja über Kunst anscheinend wieder alles gutmachen lässt. Naja, schwieriges Thema ;-)

    Antworten
  27. Swonkie sagte:

    Das grün ist wohl Wasser, nicht Himmel. Deshalb kann man nicht sagen, dass das Wetter trüb war.

    Hilfreich für den Fotografen wären wohl ein paar Tips wie man fliegende Möven scharf hinbekommt.

    Also mach ich das mal:
    Entweder eine kurze Verschlusszeit wählen in der Blendenautomatik, falls die Kamera das hat (mal mit 1/500 s versuchen), ansonsten die Einstellung „Sport“ oder ähnliches verwenden -> Handbuch), das ist die einfachste Lösung.

    Zweite Lösung ist „mitziehen“ mit der fliegenden Möve. Wenn man das mit 1/50 s macht, wie hier, wird die Möve scharf, aber der Hintergrund unscharf. Braucht aber Übung und gelingt auch dann nicht immer.

    Antworten
  28. Gerd Dörfler sagte:

    Ich möchte ja niemandem zu nahe treten, aber dieser Beitrag zeigt mal wieder schön, warum ich mich als Amateurfotograf so ungern mit anderen Amateuren unterhalte.

    Auf den ersten Blick sieht man,dass das Foto weder gewollt, noch „unfreiwillig was geworden“ ist. Es ist einfach Schrott. Das ansich wäre ja nicht schlimm, Schrottfotos habe ich sicherlich auch schon oft fabriziert. Aber bedenklich finde ich einfach, wenn man das dann auch noch als besonders toll verkaufen will.
    Der Urheber schreibt noch:

    „…doch nach näherem Betrachten fällt einem der Kontrast ins Auge, und gerade das Verschwommene macht dieses Bild aus.“

    Frage: WOZU schickt man sein Bild für eine Profirezension ein, wenn man dem Beurteiler schon die Meinung vorwegnehmen will, bzw. so von sich überzeugt ist. Das heißt übersetzt nichts anderes als: Seht her ich bin ein toller Künstler, bewundert mich.

    Aber das beschränke ich jetzt nicht auf diesesBild allein, solche „Vorwegrezensionen“ findet man leider öfter hier und leider auch sonst überall wo Amateurfotografen am Werk sind..

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    • Peter Sennhauser sagte:

      Ich sehe Deinen Punkt, Gerd – aber ich finde, Du siehst es zu absolut. Das ist so ein bisschen die Haltung „erst wer absolut perfekte bildhafte Fotos macht, darf sich an Abstraktionen wagen“ – und ich habe schon Künstler kennengelernt, die nicht diesen Weg gegangen sind, aber faszinierende Kunstwerke schaffen. Muss Picasso perfekte anatomische Körper zeichnen können, bevor er Guernica malen darf?

      Herumprobieren und von Resultaten begeistert sein ist erlaubt und nötig, sonst entwickelt sich kein Künstler, sondern ein Dokumentarist.

      Dies gesagt – ich sage den Kolleginnen und Kollegen, die mir ihre abstrakten Kunstwerke präsentieren jeweils ehrlich, was ich davon halte – und dass Zufälle selten Kunst sind.

    • Frank Wollberg sagte:

      In diesem Punkt stimme ich nicht mit dir überein, Gerd. Auch ich bin der Meinung, dass dieses Bild kein Überflieger ist. Aber allein der Punkt, dass dieses Foto ausgewählt und mit solch einer hitzigen Debatte kommentiert wurde, zeigt meiner Meinung nach, dass auch etwas fragwürdige Bilder kein „Schrott“ sind, sondern vielmehr lohnenswert, grad wegen der Diskussion. Und noch etwas: Ich denke nicht, dass der Urheber so arrogant ist, dass er seine Bilder als die Besten verkaufen will. Ihm persönlich gefiel sein Werk und wollte es deswegen kommentiert wissen. Aber, dass man sich wegen solcher Beiträge nicht gerne mit anderen Amateuren unterhält, deutet in gewisser Weise daraufhin, dass man selbst denkt, seine Bilder wären besser.
      Gruß Frank

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  1. […] Foto ist, sehr freuen.Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Gisela Diederichs:Wie meine letzten Fotokritiken gezeigt haben, bin ich kein Freund von missglückten Fotoaufnahmen, die der Fotograf nachträglich […]

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