Vivian Maier:
Fotografieren war ihre Passion

Sie arbeitete als Kindermädchen und Fotografieren war ihre Passion – Vivian Maier. Nach ihrem Tod erst wurden ihre Negative entdeckt.

Vivian Maier - aus: A Life uncovered

100’000 Aufnahmen hat Vivian Maier hinterlassen, teils noch nicht einmal entwickelt. Entdeckt wurden sie in vielen Kisten – bei einer Zwangsversteigerung.

Über Jahrzehnte fotografierte die Amerikanerin Vivian Maier bei ihren Spaziergängen durch die Straßen Chicagos und New Yorks Porträts und Stadtlandschaften. John Maloof heißt der junge Immobilienmakler und New Yorker Hobby-Stadthistoriker, der bei der Zwangsversteigerung die Kisten erworben hatte und die Entdeckung machte. Jetzt leitet er das Vivian Maier-Archiv.

Vivian Maier - aus: A Life uncoveredMaiers Fotografien zeigen eindringlich das urbane Lebens in den USA der Fünfziger- und Sechzigerjahre, so sollte John Maloof nach und nach feststellen. Die 48 aktuell im Münchner Amerikahaus präsentierten Aufnahmen zeigen Vielfältigkeit und Talent der Amateurfotografin. Als unangepasste Frau, so die Mitteilung des Amerikahauses, die sich mit breitkrempigen Herrenhut durch die Stadt bewegte, gelang es Maier, kleine und große Ereignisse, stille Momente und Szenerien festzuhalten. Neben der Lebhaftigkeit der Stadt zeigt sich in den Fotografien Maiers großes Mitfühlen mit den Menschen. Selbst ein sehr zurückgezogener, eigenwilliger Mensch, porträtiert sie häufig Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Die Brüche und Widersprüche urbanen Zusammenlebens, die sich in Maiers Arbeiten finden, haben zu einem neuen Interesse für die Straßenfotografie beigetragen.

Vivian Maier - aus: A Life uncoveredVivian Maier wurde 1926 geboren, vermutlich in New York, und sie verbrachte einige Jahre in Frankreich, dem Ursprungsland ihrer Familie. In den Fünfzigern zog sie nach New York und zog dort mit ihrer Kamera, die sie erst zwei Jahre zuvor entdeckt hatte, durch die Straßen. Einige Jahre später siedelte sie nach Chicago um, wo sie fast 40 Jahre als Kindermädchen arbeitete und später verarmte. Sie starb 2009. Auf der Website für Vivian Maier finden wir ihre Bilder und viele weitere Informationen über sie.

John Maloof war auf der Suche nach alten Fotografien von Chicago, als er 2007 auf einer Auktion die Kisten mit Negativen und Filmrollen erwarb, die aus einem Lager zwangsgeräumt wurden. Welch einen Schatz er geborgen hatte, realisierte er erst nach und nach. Jetzt hat er das Buch Vivian Maier: Die Straßenphotographin (Affiliate-Link) herausgebracht, das im September 2011 bei Schirmer/Mosel in München erschienen ist.

Vivian Maier: A Life uncovered
Bis 9. Dezember
Amerikahaus München, Karolinenplatz 3, D-80333 München
+49 (0)89-55 25 37-0, info@amerikahaus.de
Geöffnet Montag bis Freitag 12 – 17 Uhr; Mittwoch 12 – 20 Uhr, Eintritt frei

Vivian Maier
Amerikahaus München

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