Gegenlichtporträt: Lola mit den Luftballons

Kinder mit bunten Luftballons sind meist wegen der vielen knalligen Farben ein sehenswertes Fotomotiv. Aber auch in Schwarz-Weiß kann man der Szene etwas abgewinnen, indem zum Beispiel der Größenkontrast genutzt wird.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sally Lazic).

Kommentar des Fotografen:

Lola und die Ballons Treffen mit einer Flasche Helium, einigen Ballons und der Tochter einer Freundin im Park um die Mittagszeit. Die Lichtsituation war etwas schwierig, aber dafür hat Lola so viel Spaß am posen gehabt daß es eine Freude war mit ihr diese Fotos zu machen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Sally Lazic:

Kinder mit Luftballons sind immer ein dankbares Fotomotiv. Selbst wenn wie hier auf dem Schwarz-Weiß-Foto von Sally Lazic keine Farben verwendet werden, die meist für genug Aufmerksamkeit sorgen. Stattdessen ist das Bild sehenswert durch den Größenkontrast, vor allem zwischen dem größten Luftballon direkt neben dem Kopf des Mädchens, der wiederum durch das junge Alter etwas kleiner als der Kopf eines Erwachsenen ist.

Durch das Sonnenlicht von hinten und die unscharfen Blätter beim Blendenwer f1.8 ergibt sich ein schöner, gleichmäßiger Hintergrund, der erstens nicht ablenkt und zweitens schöne Streiflichter auf die Kanten der Ballons und die Arme und Beine des Mädchens wirft.

Leider hat die Fotografin nicht erwähnt, warum genau sie die Lichtsituation so schwer fand, wie sie im Kommentar schreibt. Vermutlich war es genau die tiefstehende Sonne, welche schnell die automatische Belichtungssteuerung der Kamera durcheinander bringen kann. Wenn das Licht so massiv in das Objektiv scheint, versucht die Kamera, eine Überbelichtung des gesamten Bildes zu vermeiden, was zu einer Unterbelichtung des Hauptmotivs führt. Mehr im Sinne des Fotografen wäre es jedoch meist, das Hauptmotiv korrekt zu belichten und dafür eine Überlichtung des hellen Hintergrunds in Kauf zu nehmen. Eine schnelle Lösung für das Problem ist es, die manuelle Belichtungskorrektur in der Kamera zu nutzen und per Hand 1-2 Blenden überzubelichten.

Die Fotografin erwähnt leider auch nicht, mit welcher Belichtungszeit das Foto gemacht wurde, denn es scheint nicht ganz scharf zu sein. Bei der mir vorliegenden Größe lässt sich das jedoch nicht endgültig überprüfen.

Abgesehen davon wäre es wünschenswert gewesen, die beiden Ballons oben vollständig im Bild zu haben. Zwei oder drei Ballons mehr hätten das Bild vielleicht auch bereichern können. Die Flecke auf den Knien und die rostigen Stellen des Klettergerüsts hätte ich noch retuschiert. Insgesamt ein ansprechendes Bild, was jedoch an einigen Stellen noch hätte verbessert werden können.

In der Rubrik „Bildkritik“ analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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11 Kommentare
  1. Reinhard Witt sagte:

    :-) Danke auch Dir…

    Siehst Du, um so mehr frage ich mich natürlich, weil ich das ja auch bemerkt habe, dass deine Welt bunt ist, warum ausgerechnet so ein farbenfroh erst wirkendes Bild in SW umgewandelt wurde…

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  2. Reinhard Witt sagte:

    BEEINDRUCKEND – ABER SO WAS VON… Deine Galerie…

    Ich musste mich auch erst nach langer Zeit der Übung, perfekt sein zu wollen lösen. Das geht überhaupt nicht. Für mich gibt es eh kein Bild welches „perfekt“ ist. Insofern… Was mir bei den Bildern in Deiner Galerie auffiel ist der Witz, Dein sprichwörtlicher Charme, der sich einem entgegen schmeißt bei der Betrachtung der Selfpics. Ich nehme doch sicher richtig an, dass es welche sind. (?)
    Absolut genial…
    Aber ich möchte auch Kritik los werden. Bleibt ja nicht aus. Wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Und der fiel mir bei all Deinen SW-Bildern auf. Für meinen (!), aufpassen, das wird immer wieder missverstanden, Geschmack und meiner Kenntnis in SW sind sie blutleer – was nichts anderes meint als zu kontrastarm.Oftmals keine richtige Differenzierung zwischen den Schwarz – Weiß – und Grautönen – halt alles grau… Hm… SW ist für mich immer noch das Größte. Es sollte dort eingesetzt werden, wo es passt… bei einigen Deiner Bilder in der Galerie ist Dir das auch gelungen, sicher :-) aber eben – blutleer.
    Zu Deinem Siegerbild:
    Ich sehe es mir auch nicht zum ersten Mal an, habe darüber auch schon mit anderen Fotografen diskutiert. Gegenlichtaufnahmen mag ich besonders. Ich habe in der letzten Zeit, so weit es ging, fast nur solche Bilder gemacht. Gerade WEIL es für einige Anfänger unglaublich schwierig ist. Und nicht so einfach wie Robert es darstellt. Manche können es auch nach Jahren noch nicht. Was mir sehr gut gefällt ist eben, dass der Blitz überhaupt nicht zum Einsatz kam, der alles homogen augeleuchtet hätte. Vordergrund, HG, alles. Es wäre aber nicht die gleiche Stimmung gewesen, die auch ich jedesmal suche. Insofern alles gut… Doch ein wenig mehr „richtige“ Belichtung wäre angenehmer gewesen. Auch und oder durch eine gezielt angewendete Nachbearbeitung. Was die Schnitte angeht; oben störts mich nicht. Unten schon sehr. Ich hatte mir eine Version des Schnittes knapp oberhalb des Knies vorgestellt, wenn schon schneiden.
    Was die Retusche an den Beinen und dem Gerüst angeht, da bin ich ganz bei Dir. Es ist ein Kind. Ein Kind sollte Kind bleiben, auch wenn es nicht so ganz sauber ist. In diesem Fall unterstreicht es sogar noch die Authentizität. Und warum man das Gerüst restaurieren sollte erschließt sich mir überhaupt nicht…
    Im Großen und Ganzen: Weitermachen! :-)

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    • Fotosally sagte:

      Reinhard, danke für die netten Worte zu meinen Selfs und ja,es sind welche.
      :)

      Was die Technik an sich angeht, ach ja, mit der kämpfe ich schon öfter mal und von daher lasse ich mich auch was das angeht gern mal belehren.
      Ich denke ich bin auch eher der Typ Farb-Fotografie, jedenfalls sehe ich die Welt immer in sehr bunten Farben und selten schwarz-weiß, vielleicht liegt es daran daß dir meine sw-Fotos flau vorkommen.
      Ich schaue sie mir aber noch mal an, um genau zu verstehen was Du meisnt.

      Jedenfalls danke für die ausführliche Anmerkung von Dir!
      Sally

      http://www.Fotosally.de

  3. Fotosally sagte:

    Hallo,

    nun will ich mich doch auch noch zu meinem Bild Wort melden.

    Es ist in etwa so gewesen wie Herr Christian Gruber schon vermutet hat, Iso 200, 50mm Festbrennweite (Nikkor) und eine offene Blende von 1.8.
    Technisch sicher etwas daneben gehauen, aber was die Anmerkung angeht ich hätte die Flecken an den Knien sowie den Rost am Gerüst retuschieren sollen, so kann ich das nicht ganz nach vollziehen.
    Diese Patina gehört für mich dazu und ich wüßte nun wirklich nicht warum ich bei einem Kind schon die Haut retuschieren sollte, das halte ich doch für reichlich übertrieben.

    Die Kritik mit dem Anschnitt kann ich nachvollziehen, allerdings stören mich weder die angeschnittenen Beine noch die angeschnittenen Ballons, für mich liegt der Fokus auf Lolas Gesicht und dem Spaß den es für mich ausstrahlt.

    Ich danke fürs ansehen!
    http://www.Fotosally.de

    Antworten
  4. Christian Gruber sagte:

    Zu Unscharf:
    Objektive mit Offenblende haben meist nicht die allerbeste Abbildungsleistung, tippe hier auf ein 50mm festbrennweite mit eben der größten Blende. Es empfiehlt sich daher, zu allen Objektiven die man besitzt die Abbildungsleistung in diversen Test mal zu betrachten.
    Zu schwieriger Lichtsituation:
    Also je nach Tageszeit ist es sicher nicht einfach mit Iso200 und f1.8 eine Gegenlichtsituation zu fotografieren. Verschlußseiten kürzer 1/4000 sind schnell erreicht. Abgrund der fehlenden Blitzreflexion in den Augen vermute ich hier eine digitale Helligkeitsaufmöbelung, die durchaus etwas geringer für mich sein könnte. s/w macht vermutlich aus dem Resultat noch eine qualitativ akzeptables Bild.
    Idee und Komposition:
    Grundsätzlich gefällt mir die Idee. Störend ist für mich das schon erwähnte schiefe Gerüst und die abgeschnittenen Beine bzw der Ballon. Störend finde ich die Haarsträhne um das rechte Auge und die verkrampfte Stellung des rechten Armes mit der Oberkörperneigung.

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  5. Oliver Benczak sagte:

    Lasst die kleine Lola,mit ihren Ballons, doch durch den Park
    schweben.Damit meine ich,man sollte das Bild einfach 1:1
    beschneiden.Ich habe das untere drittel mal abgedeckt und
    finde,das die Aufnahme dadurch viel leichter und Geheimniss-
    voller wird.
    Außerdem verliert es damit, nicht nur die ohnedies schon
    besprochene „Problemzone“,sondern auch die Statik und beides braucht, diese schöne Aufnahme nicht!

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  6. Sandra MK sagte:

    Mir gefallen Gesicht, Anordnung der Luftballons sowie der Hintergrund sehr gut! Allerdings muss ich mich den Kritikpunkten der Vorschreiber anschließen – die abgeschnittenen Luftballons und die abgeschnittenen Füße stören den Eindruck. Was mich zusätzlich noch irritiert bei diesem Bild, ist die (verkrampfte?) Haltung des Mädchens und das schiefe Gerüst. Ich hätte also das Bild weiter nach oben verlegt und die Füße sowie Gerüst weit mehr abgeschnitten. Aber es ist auch so – mit den kleinen Mängeln – ein sehr sympathisches Bild!

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  7. Wolfgang sagte:

    Mir gefällt die Natürlichkeit des Mädchens, man sieht, dass es ihr Spaß gemacht hat.
    Insgesamt ist mir die Front zu hell, es macht auf mich einen sehr unnatürlichen Eindruck, dass ich sozusagen mitten in die Sonne schaue und trotzdem die Person so hell ist. Das ist sogar für das menschliche Auge nicht die Normalsituation.
    Außerdem finde ich es ausgsprochen schade, dass die Füße abgeschnitten sind!

    Gruß
    Wolfgang

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  8. Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Bei dieser Gegenlichtsituation und dem dabei erzielten Bildergebnis würde ich vermuten, daß ein Aufhellblitz verwendet wurde – was ja zur Meisterung des beträchtlichen Dynamikumfangs in dieser Szene auch zweckdienlich ist.

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  1. […] für die Kritiker so gross wie vielseitig. Gewonnen hat Sally Lazic mit eindeutigem Resultat für Lola mit den Ballons im Park – wir gratulieren.Das Gegenlichtporträt ist nicht ganz perfekt und vielleicht gerade deshalb […]

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