Naturfoto: Die Sicht der Ameise

7 Kommentare
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    Gisela sagte:

    Das Bild – wie auch alle anderen Bilder aus dieser Serie – ist ursprünglich unter dem Titel „Herbstgold“ erschienen. Ich muß zugeben, daß die „Distelgeschichte“ nachträglich aufgesetzt ist und den Blick in eine falsche Richtung führt. Das Pflanzengewirr dient ja nur als Mittel zum Zweck, denn das Motiv soll der golddurchwirkte spinnennetzartige Lichtkreis mit den bunten Reflexen sein.

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    DKlein sagte:

    Geniale Bildidee.

    Das Pflanzendach als überwältigender Dom über der Ameisenebene. Kritisierenswert finde ich hier nicht, daß es bei diesem Foto nur einen „Blickfang“ gibt.
    Das ist, mit Verlaub, bei ziemlich vielen Fotos so. Es möge doch darauf ankommen, WIE dieser Blickfang konstruiert – oder zufällig getroffen – wurde.
    Was ich kritisierenswert finde, ist die exzessive Verwendung von Unschärfe. Die Unterseiten der Distelkronen werden linksseitig zu unangenehm bräunlichen Flatschen.
    Ob das die Ameise überhaupt so sieht ? Man sollte davon ausgehen, daß sie die Dinge in ihrer Nähe klar sieht.
    Aber selbst wenn es so wäre, für den hier intendierten Effekt „Dom über Kleinlebewesenswelt“ ist diese Unschärfe nicht nur unnötig, sondern extrem störend. Siehe rechter Bildteil, da ragt ein Fruchtstand hinein, groß wie ein Baum, superscharf – und stört die Perspektive nach oben überhaupt nicht ! Der Rest des Bildes auch so – und es wäre super !

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    Gisela sagte:

    Hallo Peter, vielen Dank für die Kritik. Was mich dabei irritiert sind die beiden sich gegenseitig ausschließenden Aussagen. Meiner Meinung nach kann etwas nicht interessant und enttäuschend zugleich sein; zumindest ist mir bei einem Foto dieser Zwiespalt nie wiederfahren. Möge auch „ein Stück grüne Wiese“ dem menschlichen Betrachter schmeicheln, im Ameisenauge fokussiert sich ein golddurchwirkter gleichmäßig in eine Richtung wirbelnder Lichtkreis; oder verfängt sich in ein Sonnenglanz-Spinnennetz? Unsere anthropomorphistische Sichtweise stößt da an Grenzen. Und erst jetzt durch die erneute Auseinandersetzung eröffnet sich mir eine vertiefte Sichtweise: Gibt es gar eine 4. Dimension in diesem Bild?

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      Peter Sennhauser sagte:

      Ich könnte sagen: Erwischt. Ich habe mich wohl nicht klar genug ausgedrückt, und möchte es nochmals einfach versuchen: Der Gesamtbildeindruck, namentlich in der Vorschau, ist spannend und interessant. Bei der Ergründung des Bildes aber fehlt mir die zweite Dimension, noch nicht mal die vierte, die mich festhält und mich weiter dabei behält, das Bild zu ergründen. Diese zweite Stufe fehlt mir.

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      Christian Gruber sagte:

      Man erkennt die Dimensionen – Pflanzen aus Ameisensicht im Gegenlicht was in meinen Augen grundsätzlich interessant ist.
      Die enttäuschung stellt sich bei mir ein beim erkunden des Bildes. Drei wirr angeschnittene Pflanzen dominieren den Eindruck. Jetzt könnte man argumentieren, das es für eine Ameise eben so aussieht. Wenn ich mir aber nur mal vorstelle, nur die rechte untere Mistel wäre nicht ganz angeschnitten wäre schon viel geschafft

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    Christian Gruber sagte:

    Also ich kann Peter nur zustimmen zur perfekten Kritik am Bild.
    Ein Konzept und ein künstlerische Position sind sicher wichtig und notwendig, ergeben aber nicht automatisch ein interessantes Bild. Im konkreten Fall eben gute Ideen, aber absolut unspektakuläres Resultat.

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    Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Es scheint ja gerade ein wenig „vorweihnachtliche Kommentarflaute“ zu herrschen …

    Was mich bei Giselas Arbeiten besonders anspricht, ist das Konzept. Schon in Ihrem Oktoberbild zeigte sie, daß sie insbesondere die konventionellen Wege des „schon allzu oft Gesehenen ud Abgelichteten“ verlassen möchte, nach neuen Blickwarten sucht und experimentell arbeiten möchte.

    Dies umschreibt aus meiner Sicht eine künstlerische Position, die Suche nach einer eigenen Sichtweise und Handschrift. Ich kann Gisela nur darin ermuntern. Das sich ausbildende Konzept ist letztlich viel mehr wie die Summe der einzelnen Bilder bzw. der ein oder andere Bildversuch auf diesem schöpferischen Weg.

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