Wildlife Fotos des Jahres 2011: Stillleben in Öl

„Stillleben in Öl“ – so heißt das Wildlife-Foto des Jahres 2011, ausgewählt unter fast 41 000 Einsendungen aus 95 Ländern.

Still life in oil © Daniel Beltrá/ Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2011Der Spanier Daniel Beltrá hat es fotografiert und darf den Titel „Wildlife Photographer 2011“ tragen. Auch Deutsche und Schweizer sind bei den Gewinnern der „Oscars“ für die Naturfotografen.

Der Wettbewerb „Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year“ wird alljährlich vom Londoner Natural History Museum und dem BBC Wildlife Magazine veranstaltet und gilt international als „State of the Art“ in der Naturfotografie für Profis wie Amateure. 108 Fotos hat die Jury beim Wettbwerb 2011 als Gewinner der 17 verschiedenen Kategorien oder mit der Bezeichnung „highly recommended“ – sehr empfohlen – ausgezeichnet.

Daniel Beltrá hatte eine Serie über die Ölverschmutzung am Golf von Mexiko eingereicht. Das Bild mit den acht ölverschmierten Pelikanen entstand in einer Station in Fort Jackson, Louisiana, wo gerettete Vögel gereinigt werden. Beltrá gewann als Profi in der Kategorie „Wildlife Photojournalist of the Year“.

Trust © Klaus Echle/ Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2011Der Förster Klaus Echle aus Freiburg im Breisgau wurde für das Porträt einer Füchsin ausgezeichnet. Dazu gibt es folgende Beschreibung:

Die Füchse, die Klaus im Schwarzwald in der Nähe seiner Wohnung in Freiburg sieht, wahren gewöhnlich Distanz, obwohl sie nicht gejagt werden. Eines Tages begegnete er einer Füchsin, die in seiner Gegenwart erstaunlich gelassen schien. Allmählich lernten sie einander kennen. Klaus legte Wert darauf, an feuchten oder nebligen Tagen in diesen Teil des Waldes zu gehen. Er erklärt: „Das Licht ist dann so besonders. Manchmal habe ich die Füchsin wochenlang nicht gesehen. Doch wenn sich unsere Wege kreuzten, hat sie meine Gegenwart toleriert.” Mit der Zeit gestattete sie Klaus ihr zu folgen, oft für eine lange Zeit. Klaus sagt, dass er mit diesem Bild beabsichtigte, den Eindruck zu erzeugen, wie man sich im Wald fühlt, und zu zeigen.

Window on new life © Thomas P Peschak / Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2011 Thomas P. Peschak (Deutschland und Südafrika) schoss das Bild „Window on new life“ auf der südafrikanischen Malgas-Insel, wo bis ins 19. Jahrhundert Guano abgebaut wurde. Inzwischen haben die Wildtiere sich die Insel zurückerobert. Das Foto entstand an einem Fenster der alten Gebäude, in dem Tauben hausen – die Vögel bewohnen nun die menschlichen Relikte. Peschak wurde noch mit einem weiteren Bild ausgezeichnet: Lachse, die sich unterhalb eines Wasserfalls zum Sprung sammeln. Thomas Peschak klemmte sich unter dem schnell fließenden Wasser in einer Felsspalte fest und hing dort mehr als zwei Stunden, während er auf den Moment wartete, in dem sich genug Lachse angesammelt hatten, um das Bild auszufüllen.

Harbinger of spring © Sandra Bartocha / Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2011 Nikon Sandra Bartocha aus Potsdam gewann in der Kategorie „Pflanzen und Pilze“ mit ihrem Bild „Vorboten des Frühlings“. Die Schneeglöckchen fotografierte sie am Tollensesee in Mecklenburg. Sie sagt: „Das ist meine Lieblingszeit, wenn die ersten Schneeglöckchen erscheinen. Wenn ich sie sehe, schmeckt die Luft plötzlich frischer und die Sonne fühlt sich ein wenig wärmer an.“ Auch für ihr Bild einer Orchidee – des „Zungenstendels“ mit „Hasenschwanzgras“ verwendete sie eine „In-Camera-Double Exposure“-Funktion, um die Sanftheit des Motivs zu erhalten. Die Scharfeinstellung nimmt sie auf die beiden verschiedenen Schichten innerhalb des Bildes vor. Die Kamerasysten ist eine Nikon D 700 und ein ziemlich ungewöhnliches Objektiv: ein Meier Görlitz Trioplan 100mm. Ihr findet übrigens die technischen Daten aller Bilder in den jeweiligen Bildlegenden der Großansichten.

Gobi Oasis © Alessandra Meniconzi/ Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2011Die Schweizerin Alessandra Meniconzi wurde für ihr Foto von einer Oase in der Wüste Gobi lobend hervorgehoben. Dazu wird geschrieben:

China ist die zweite Heimat von Alessandra. Seit Kindertagen bereist sie das Land und besucht dessen entlegenste und wildeste Teile, oft mit dem Fahrrad oder per Autostopp. Auf einem Trip durch das Innere der Mongolei reiste Alessandra auch in den Alxa Desert Geopark in der Wüste Gobi, wo es die weltweit höchsten Sanddünen gibt und mehr als 140 Seen aus unterirdischen Quellen und wo es ein Zentrum gibt zur Erforschung der Wüstenbildung. Als sie auf die höchste Düne kletterte, bot sich ihr eine atemberaubender Anblick der Oase. „So etwas hatte ich noch nie gesehen, tausende von kleinen windgeformten Dünen verschmolzen zu einer hohen und der See verdoppelte die Szene durch seine Reflexion. Ich fühlte mich verloren in einem riesigen Ozean aus Sand. Die einzigen Geräusche waren ein sanftes Pfeifen des Windes und der frühmorgendliche Gesang der Vögel. Ich fühlte mich wie neu geboren.

Pester Power © Mateusz Piesiak/ Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year 2011Unter den jungen Fotografen wurde Mateusz Piesiak aus Polen als Wildlife Photographer des Jahres 2011 ausgewählt. Er startete in der Altersgruppe elf bis 14 Jahre. Sein Foto der Austernfischer enstand am Strand von Long Islang, New York. Er betitelte es mit „Pester Power“, was mit „Quengelei“ ungefähr übersetzt ist, und die folgende Geschichte gibt es dazu:

Mateusz hatte sich sich so in das Beobachten der quengelnden Vögel vertieft, dass er gar nicht merkte, wie die Flut zurückkam, bis eine große Welle über ihn hinwegschwappte. „Ich schaffte es gerade noch, die Kamera hochzuhalten. Ich war nass und es war kalt, aber ich hatte mein Bild.

Alle diese und noch viel mehr, teils wirklich wunderbare Bilder finden wir auf der Website des „Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year“. Die Ausstellung ist im Londoner Natural History Museum bis März zu sehen. Termine für Ausstellungen in den deutschsprachigen Ländern gibt es für das Jahr 2012 bisher leider keine, wären aber noch möglich. Aktuelles dazu gibt’s auf der Website. Die Publikation zum aktuellen Wettbewerb mit allen ausgezeichneten Bildern ist unter dem Titel Wildlife Photographer of the Year Portfolio 21 (Affiliate-Link) in englischer Sprache erschienen. Die Einsendefrist für den nächsten Wettbewerb 2012 ist seit Dezember geöffnet und endet am 23. Februar 2012.

Veolia Environnement Wildlife Photographer of the Year

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