Stilleben: Antik und schön

4 Kommentare
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    Harry Keller sagte:

    Herzlichen Dank für die interessante Bildkritik, Barbara.
    Du hast mit den allermeisten Dingen absolut Recht. So z.B. dass ich in der Nachbearbeitung wahrscheinlich etwas zu viel des Guten wollte. Ich habe festgestellt, dass der Fokus nicht sitzt, da mir da Bild aber so gefällt habe „krampfhaft“ ich versucht, das mit nachschärfen zu „verbessern“. Das Foto wurde allerdings mit Blende 4.5 aufgenommen (da scheint es einen Fehler beim Auslesen der EXIFs gegeben zu haben) und den Kontrast habe ich im Nachgang sogar angehoben, weil ich es in dem Bild so kanckig für spannend erachtet habe – vielleicht ein Fehler?

    Dir Thomas gebe ich Recht, dass gerade die profanen Dinge des Lebens – schön und durchdacht inszeniert – zu den Aspekten gehören, die mich an oder in der Fotografie begeistern. Die leisen Töne, die man leicht überhört und die es wert sind „verstärkt“ zu werden. Überhaupt bin ich der Meinung, dass ein Foto nicht von der Aufnahemtechnik, sondern von dem Gefühl, das es im Stande ist zu transportieren lebt. Ein Foto das technisch unperfekt aufgenommen wurde, ist noch lange kein schlechtes Foto.

    Warum ich dann auf Teufel komm raus versucht habe, das Bild an den „gängigen“ Maßstab anzupassen? Ich wollte, dass es auch „anderen“ gefällt und befürchtete, dass die „anderen“ nicht die Schönheit im Bild selbst sehen, sondern sich an den technischen Fehlern stören. Ich liebe das Bild nach wie vor und ich denke, einer der größten Mehrwerte, welche mir die Kritik hier gebracht hat, ist sicher, meine Fotos so zu zeigen, wie ich sie sehe und im Kopf habe und mich mit den Leuten zu freuen, welche ebenfalls meine Sicht der Dinge haben – oder diese verstehen, bzw. nachvollziehen können.
    Thomas, für Dich als Info: das Bild wurde in Kleinvillars aufgenommen – nicht weit weg von Dir;-)

    Grüße

    Harry

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    • Barbara Hess
      Barbara Hess sagte:

      Danke für den Hinweis, das scheint tatsächlich ein Fehler im Auslesen der Daten gewesen zu sein – ich habs angepasst.
      Ich glaube, mit deiner Aussage bringst du es auf den Punkt: du wolltest es allen recht machen. Du warst vor Ort und hast die Stimmung erlebt, diese auf dem Bild wiederzugeben ist gar nicht so einfach. Insbesondere, wenn die Stimmung so speziell war. Schön, wenn du nun das Selbstvertrauen hast, dein ganz eigenes Bild der gesehenen Situationen zeigen zu können.

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    Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Lieber Harry,

    Barbara hat einige wichtige Aspekte zur Thematik und Technik auf dem Punkt gebracht. Noch bevor ich die Rezension las, als ich also noch beim Bild und Deiner Beschreibung war, gingen mir einige Gedanken zur (1) Komposition und (2) Motivfindung durch den Kopf, die ich hier ergänzend einfließen lassen möchte.

    Zu (1) bemängelst Du selbst Deine Komposition. Man kann dies im Sinne eines harmonischen Betrachtungswunsches nachvollziehen und insofern umschreiben, daß der Lichtkreis nicht vollständig abgebildet sowie der motivwichtige Schatten des linken Stuhls zu randständig ist und die motivunwichtige rechte Struktur im Halbschatten zu sehr ablenkt. Wenn wir uns das Bild in solcher Weise verändert vorstellten, wäre es aber vielleicht auch schon wieder zu glatt, zu postkartenmäßig. Eine gewisse Asymmetrie und Unausgewogenheit baut auch eine Bildspannung auf, nur ist dies nicht leicht zu dosieren bzw. wird aus zunehmender Erfahrung geboren.

    Zu (2) finde ich sehr gut, daß Du diesen kleinen, scheinbar unbedeutenden Dingen, die im Alltag so gerne übersehen werden, einen fotografischen Blick widmest. Damit widerstehst Du der landläufig-profanen Auffassung, daß ein Bild immer etwas Sensationelles zeigen muß. In der anmutigen Hervorhebung und Darstellung scheinbar unbedeutender Dinge liegt ein enormes Potential für anspruchsvolle, gar künstlerische Bilder. Ich möchte Dich ermutigen, diesen Weg weiter zu beschreiten und ein Portfolio im Sinne von Trouvailles / Fundstücken aufzubauen.

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