Konzept-Porträt: Negativer Raum Extrem

4 Kommentare
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    Egbert M. Reinhold sagte:

    Dieses Bild ist wirklich ungewöhnlich. Technisch perfekt, aber der lange Raum vor dem Gesicht ist nicht wirklich gelungen. Beim ansehen, ist mir spontan eingefallen, das Bild zu kontern. Die Frau also von links nach rechts sehen zu lassen.
    Meiner Meinung nach wirkt dadurch das auf sie zukommende Nichts nicht mehr so „bedrohlich“, sondern sie sieht auf das „Nichts“.
    Just my two cents ;))

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      Tino sagte:

      Über Beschnitt und Struktur des Hintergrundes kann man verschiedener Meinung sein – das Kinn könnte auch noch angeschnitten sein etc. Was für mich das Bild ‚zerreißt‘, ist die dunkle linke Ecke (wahrscheinlich durch ungleichmäßige Belichtung). Durch diese entsteht ein Ping-Pong-Effekt in der Blickführung: von rechts nach links, zurück nach rechts zum Gesicht, wieder zum dunklen Fleck usw. Letztlich kommt das Auge nicht zur Ruhe.

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    Matthias sagte:

    Dem Gesagten kann ich nur zustimmen – ein äußerst fesselndes Bild.

    Die wolkige u. unscharfe Struktur, die noch dazu auf der Drittel-Linie liegt, stellt diese Gedanken- oder Emotionswolke in den Vordergrund.
    Das eigentliche Portrait war für mich als Betrachter nur der Einstieg (gerade auch aufgrund der starken passenden Beschneidung), danach bleibt man an der Gedankenwolke hängen und lassen Interpretationen und Assoziationen freien Lauf.

    Sehr eindrucksvoll!

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    Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Ein bißchen schade fände ich es schon, wenn es zu diesem Bild gar keine Diskussion gäbe.

    Man sagt doch, daß diejenigen Bilder am eingängigsten auf den Betrachter wirken, die im wohldosierten Maß sowohl Vertrautes wie auch Fremdes in sich tragen. In diesem Bild wird unsere Seherwartung durch die exzentrisch positionierte und das Gesicht abwendende Person jedoch frustriert, es verbleibt das Unvertraute mit einem weitgehend leeren, etwas diffus bzw. wolkig strukturieretem Raum. Die daraus resultierende psychologische Wirkung ist beträchtlich, fast sogartig. Das Bild als solches irritiert und wirft Fragen auf, die Szenerie bietet einen breiten Einstieg für unsere gedanklichen und gefühlsmäßigen Projektionen (wie es in Sofies Rezension bereits anklang).

    Ich selbst empfinde dieses Bild als wohltuend neu und sehr ausdrucksstark. Zugleich könnte ich mir aber vorstellen, daß viele Betrachtern im Rahmen der Unvertrautheit und Sogwirkung manche unterschwellige Ängste entwickeln und sich abwenden müssen. So dies zuträfe, könnte man wohl von einer stark polarisierenden Bildwirkung sprechen.

    Thomas

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