Porträt auf Bahngleisen: Gemütlich?

5 Kommentare
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    Bella sagte:

    Hey,

    dieses Bild vermittelt mir alles andere als einen amputierten Eindruck.
    Bahngleise haben für mich immer etwas mit sich verlieren, mit einer Art Entrücktsein zu tun. Da der Mann auf dem Bild dank seiner Lektüre dieser Welt entrückt ist, passen Gleise meiner Meinung nach super hinzu.
    Auch das Gras vermittelt eine Art Begrenzung zu dem Mann, als sei er für sich allein. Passend wiederum zu meiner Impression des Versunkenseins. Dass man seine Füße (die ja nicht hart begrenzt sind) nicht sieht, gehört zu diesem Detail dazu.
    Und durch das Licht im oberen Bereich des Bildes wird mein zugegeben sehr emotionaler Eindruck nur noch verstärkt: Es verleiht dem Bild einen wohligen, warmen Schimmer, der sogar ins mystische geht, was wiederum super zum Thema des Lesens passt.
    Ich kann wirklich nur über meine emotionalen Eindrücke sprechen, da ich absoluter Neuling bin.

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    Baxfoto sagte:

    Hallo Sofie,
    könntest du für mich einmal diese Aussage auseinander nehmen? Also bitte so, das ich das als Laie auch verstehen kann? Wäre wirklich nett. Vielen Dank
    Baxfoto
    ——————-schnipp————–
    „Körperteile, die verdeckt werden, konzeptionell noch im Bild haben“.

    ————————–schnapp——————–

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Was ich damit meine ist folgendes: es gibt grundsätzlich einen Unterschied zwischen, sagen wir, einem Dreiviertelporträt und amputierten Füßen. Im ersten Fall hat der Fotograf das Bild absichtlich so beschnitten, daß eben nur 3/4 des Körpers zu sehen sind. Im zweiten Fall hat er unabsichtlich die Füße weggelassen, vermutlich, weil er es entweder nicht besser wußte oder weil es ihm nicht auffiel. Im Fall des Dreiviertelporträts kann ich mir die Füße sozusagen dazudenken, das ganze ist in sich abgerundet, der Ausschnitt macht Sinn. Im Fall der Amputation sind sie zwar auch zu erwarten, aber so, wie das Bild fotografiert ist, ist es offensichtlich, daß sie nicht mehr gedanklich vorhanden sind. Hoffe, das macht Sinn.

      In diesem Foto hat die Fotografin ihrem Modell eine dunkle Hose angezogen, deren Beine noch zu sehen sind, aber die Füße sind vom Gras verschluckt worden auf eine Weise, die sie eben amputiert wirken läßt, weil die Hose visuell einen Abschluß nach oben bildet und unten nicht genügend vorhanden ist, was sie einen noch erahnen läßt. Es ist ähnlich wie in dem Fall, wo der Fotograf die Füße im Bild einfach abschneidet.

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    Thomas Wi sagte:

    Wenn man ein Porträt inszeniert, sollte diese Inszenierung in sich Sinn machen.

    Finde ich nicht, warum auch?
    Was wenn es gar kein Portrait sein soll, ist es dann Fashion? Oder etwas dazwischen?
    Wenn das Bild gut gestaltet ist, ein Gefühl rüberbringt oder mich dazu anregt, das Bild zu betrachten ist es doch ok. Im normalen Leben stehen auch keine halbnackten Frauen in Industrieruinen herum. ;-)
    Füße, heller Fleck am Rücken etc möchte ich Sofie zustimmen
    lg Thomas

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Bildaussage? Was man auch immer zu den halbnackten Frauen in Industrieruinen meinen mag, die sind zur Not, je nachdem, wie das Foto gemacht ist, auch verfehlt. Daß der Fotograf für die Frauen in der Ruine Tausende an Dollar oder Euro bekommen hat, ändert daran nichts. Und irgendwo liegt es auch im Auge des Betrachters. Hier bleibe ich dabei: ich weiß nicht, was der Typ auf den Bahngleisen mit einem Buch soll.

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