Leserfoto: Die Gunst der blauen Stunde

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    Dr. Thomas Brotzler sagte:

    Herzlichen Dank für die freundliche Erwähnung und Verlinkung meines Artikels zur Nachtfotografie, lieber Thomas …

    Dir, lieber Ragnar, darf ich zunächst zu den Motiv- und Stilüberlegungen gratulieren, gleichwohl vielleicht auch noch auf Ergänzungs- und Verbesserungsmöglichkeiten aus meiner Sicht hinweisen …

    Das Bild ist motivisch zu voll, es weist nicht jene nötige dramaturgische Überbrückung und kompsoitorische Verdichtung auf, auf die Thomas in seinen Worten schon hinwies. Das linksstehende Gebäude mitsamt seinen Spiegelungen ins Hochformat zu nehmen, wäre insofern „weniger und zugleich mehr gewesen“. Im vorhandenen Bild hingegen zappelt das Auge zwischen den verschiedenen Lichtschwerpunkten hin und her, es stellt sich keine zielführende Ordnung ein. Des weiteren ist in der Nachtfotografie der Einbezug direkter Lichtquellen zumeist heikel. Wenn Du entsprechende Arbeiten namhafter Fotografen (oder behelfsweise die meinigen) studierst, wirst Du feststellen, daß diese oft nun mit indirektem Licht (Streiflicht, Reflektionen) oder singulären Lichtquellen arbeiten, da sonst der enorme Dynamikumfang nicht mehr (mit Film noch besser, mit Digitaltechnik gar nicht) bewältigt werden kann. Dieses Prinzip findet sich im vorliegenden Fall nicht beachtet, was die schon erwähnte kompositorische Unruhe verstärkt und das Bild als fehlbelichtet (die Lichter zu grell, die Schatten zu finster) erscheinen läßt.

    Bleib bitte am Ball mit der Nachtfotografie, es ist ein spannendes, lohnendes, aber auch forderndes Kapitel der Fotografie …

    Thomas

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