Leserfoto: Orchideenknospe in Makro – Alienattacke der Killerblumen

15 Kommentare
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    Karl-Heinz Görmann sagte:

    Ich fotografiere auch sehr oft (fast meistens) hier im Botanischen Garten der Uni Kiel Pflanzen und Blumen (eben Botanisches) im Nah- oder Makrobereich, habe aber dabei nie die Absicht diese als (Zitat: “War of the Worlds” mit Tom Cruise, in der Maschinententakel Häuser nach Menschen absuchen“ Zitatende) abzulichten, sondern einfach nur gut zu fotografieren – ein schönes Motiv zu gestalten. Eine sachliche Kritik an und über das betr. Motiv ist soweit in Ordnung, wenn es um Gestaltung und techn. Daten geht.Hineininterpretationen sind dabei eigentlich überflüssig.Meine Vorstellung war vom rein technischen Vorgang mal abgesehen, der ja auch inspiriert, einfach ein gutes Foto zu machen.
    Es wurde vor Jahren (ich weiß nicht mehr wo) in einer Vernissage ein abstraktes Kunstwerk (Gemälde) mit einem 1. Preis prämiert und dabei natürlich alle möglichen Interpretationen über das Wie und Was der Werkes und des Künstlers genannt.
    Bei der Preisverleihung sagte dann der Maler, daß sein Werk auf den Kopf gehängt sei. Somit waren eigentlich praktisch alle „Bewertungen“ d.h Wertmaßstäbe der Experten/Juroren hinfällig und ins Lächerliche gestellt worden, praktisch auf den Kopf gestellt.
    Ich denke, das sagt viel über „Sachverständige“ aus.

    Der erste Absatz in obiger Kritik ist eigentlich völlig überflüssig, weil subjektiv.
    Alles andere ist okey.

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      @karl-heinz

      „Der erste Absatz in obiger Kritik ist eigentlich völlig überflüssig, weil subjektiv.“

      Nein, ist er eben nicht. Kritiken sind IMMER subjektiv, so wie Deine Kritik an meiner Kritik. Sie werden immer von der Warte des Kritisierenden abgegeben. Für Dich ist das hier ein Pflanzenfoto, für mich wirkt es wie etwas anderes. Wenn Kritiken OBJEKTIV wären, wäre der Kritisierende über alles Mögliche erhaben. Das nehme ich für mich nicht in Anspruch, und Du wohl auch nicht.

      „Bei der Preisverleihung sagte dann der Maler, daß sein Werk auf den Kopf gehängt sei. Somit waren eigentlich praktisch alle “Bewertungen” d.h Wertmaßstäbe der Experten/Juroren hinfällig und ins Lächerliche gestellt worden, praktisch auf den Kopf gestellt.“

      Vor Jahren habe ich mir hier mal erlaubt, ein Foto, das eindeutig auf den Kopf gestellt war – es handelte sich um die Unterseite einer Autobahnbrücke – um 180 Grad zu drehen. Das hat einen Feuersturm ausgelöst, und man hat mich u.a. als „präpotent“ bezeichnet. In Deinem Beispiel haben die Juroren das Bild so bewertet, wie es ihnen präsentiert wurde. Daran sehe ich grundsätzlich nichts Falsches.

      Worauf es ankommt: entweder Du fragst, indem Du ein Bild hier einreichst, und legst auf unsere Meinung wert, oder Du legst auf unsere Meinung nicht wert und trägst Deine Fotos zu jemand anderem, dessen Meinung Du mehr schätzt. Und das sind sie eben: unsere Meinungen.

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    Sabine Stoye sagte:

    Mit soviel Reaktion(en) auf das Bild habe ich gar nicht gerechnet.
    Da die Diskussion sich gerade auf ein vom ursprünglich besprochenen Foto weg auf ein abstrahierteres Niveau begibt, aus Sicht derjenigen, die auf fokussiert.com ein Bild einstellt und einen professionellen Kommentar dazu möchte, Folgendes:
    Mir war in erster Linie die technische Besprechung wichtig, weil – ich glaube, ich erwähnte es – das Bild aus den Anfängen meiner SLR-Fotografie stammt. Daher habe ich kurz beschrieben, was die Parameter der Aufnahme waren und welche Anmutung ich damit erreichen wollte oder gar z.T. unfreiwillig erreicht habe. Interpretiert wird jedes Bild, davon kann sich kein Betrachter frei machen, behaupte ich. Und das ist gut so. Lernen will ich aus der Kritik, wie ich die technischen Mittel so einsetzen kann, dass ich mein im Kopf mehr oder weniger klar vorhandenes Ziel erreichen kann – was habe ich beachtet, was kann ich besser machen bei der Strukturieren des Bildraumes und der Bildfläche, wie kann ich Farbe/sw einsetzen und natürlich auch, wie ist das Verhältnis zwischen Bild und Betrachter(in): wie wirkt das ganze, warum ist das so?

    Aus Sicht derenigen, die sich Bilder, die hier eingestellt werden anschaut: Ich konsumiere, d.h. ich sehe ein Bild und habe ganz spontan eine Meinung zwischen „mag ich nicht“ und „finde ich sehr gut“. Dann frage ich mich, weshalb das so ist, versuche herauszufinden, wie der Fotograf diese Wirkung erzielt hat, wie ich vielleicht an das Thema herangegangen wäre, ob ich überhaupt jemals das Motiv gesehen, ob ich es so gesehen/fotografiert/interpretiert hätte. Und dann versuche ich, etwas „mitzunehmen“, selbst technische Aspekte nachzuvollziehen. Damit ist weniger gemeint, dass ich den vermuteten Aufbau und das Motiv nachfotografiere, sondern für mich neue technische, gestalterische… Aspekte interpretiere und auf meine Wirklichkeitswahrnehmung anwende.
    Insofern bin ich auch als Betrachterin fremder Bilder sehr interessiert an der „vollen“ Packung Kritik, d.h. an allem, was dem Rezensenten dazu eingefallen ist. Analyse wie Interpretation. Denn das Verhältnis Bild zu Betrachter gibt es immer, egal wie viel oder wie wenig der Betrachter von dem weiß, was die Fotografin sich vielleicht gedacht hat. Ein Bild hat immer irgendeine Wirkung, die Kunst liegt für mich darin, bewusst Einfluss nehmen zu können und durch mein Foto selbst dem Betrachter ein Angebot zur Interpretation der (in diesem Fall meiner) Wirklichkeit zu machen.

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    Karl-Heinz Görmann sagte:

    Mit welcher abstrakten und verqueren Sichtweise dieser sog. „Profi-Kommentar“ das Bild beschreibt, paßt in die heutige szene. Man interpretiert zuerst einmal etwas Surreales, obwohl man kann doch auf den ersten Blick erkennt, daß es sich um etwas NATÜRLICHES handelt und dann seine sachlich-fotografische Kritik anbringen.
    Aber diese Herangehensweise ist mehr oder weniger „unnormal“ und heutzutage „in“.
    Diesen Trend beobachte ich ebenfalls sehr häufig in den Fotozeitschriften. Was waren es doch für Zeiten des Walter Benser….
    Zumal die Fotografin diese Aufnahme nicht unter diesen Aspekten machte, sondern nur einfach etwas Schönes ablichten wollte.

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      Thomas Brotzler sagte:

      Da ich eine Vielzahl von Bildkritiken lese und darin auch eine bereichernde Vielfalt von Kritikstilen wiederfinde, möchte ich hier widersprechen. Eine solche „zeitgeistverkommene Eingleisigkeit“ vermag ich nicht zu erkennen.

      Neben der von Sofie hier gepflegten Weise, sehr interpretativ einzusteigen und die beschreibenden Elemente eher zurückzustellen, existiert die klassische Form der aufbauenden Bildanalyse (Bildelemente und -strukturen, Gestaltungsmerkmale, kritische Interpretation) gerade im professionellen Bereich uneingeschränkt weiter. Sehr schöne und lehrreiche Beispiele hierfür finden sich etwa im Magazin „Schwarzweiß“, welches zwar „nicht unteuer“, aber jedem Fotobegeisterten wärmstens zu empfehlen isr.

      Worüber wir hier ja nicht sprechen, ist jene in den verschiedenen Fotogemeinschaft gepflegte Profankritik („schönes Bild“) …

    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      In dem sehr guten Buch zum Thema Bildkritik und -interpretation, „On Criticizing Photographs“ (auf Englisch), das hierzulande (USA) oft auch in Fotografiehochschulen usw. benutzt wird, ist davon die Rede, daß jedes Foto für sich alleine nicht nur bestehen können muß, sondern auch interpretiert und analysiert werden möchte. Die „Absicht“ des Fotografen mit hineinzunehmen, nennt man „Intentionalismus“; sie ist ein Fehlschluß – was Sabine also grundsätzlich „wollte“, ist vor diesem Hintergrund egal. Als Beispiel werden in dem Buch u.a. Wegmans Bilder seiner Hunde angeführt. Wer mir sagt, er wollte da wirklich nur seine Hunde fotografieren, hat sie sich nicht richtig angeschaut.

      Davon mal abgesehen habe ich hier anfangs eine volle Interpretation UND Analyse versucht, um festzustellen, daß die a) den Leuten zu lang waren, und b) die Fotografen der Bilder eher davon profitierten, wenn man die Aufnahmen vor dem Hintergrund besprach, was sie versucht haben und wie es für MICH gelungen ist. Das steht zwar konträr zu dem oben Erwähnten, ist ein Mischwerk, ist aber auch die Form, die auf dieser Plattform am besten zu funktionieren scheint. Wir greifen ein paar wesentliche Merkmale auf und konzentrieren uns, schon des Platzes wegen, darauf.

      Und wenn eine Orchideenknospe wie ein außerirdisches Wesen aussieht, dann schreibe ich das. :)

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    Sabine Stoye sagte:

    Vielen Dank für die konstruktive Kritik, die ich (@ Georg) natürlich nicht übel nehme. In der Tat (@ Florian Beyer) habe ich keinen Ringblitz verwendet und mir die Gedanken, die in den Kommentaren enthalten sind, gar nicht gemacht, denn die Aufnahme gehört zu den „frühen“, die ich mit der noch nagelneuen Kamera gemacht habe – außer einem weißen (Papier-)Hintergrund habe ich nichts an Kontruktionshilfen verwendet.
    Inzwischen hat sich mein Fokus von der anfänglichen Makro-Begeisterung etwas in Richtung Portraits bewegt und ich experimentiere mit dem Sigma 50mm F1,4., das ich in der Handhabung recht schwierig finde…

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      Micha sagte:

      Verfügen Sie über einen Aufsteckblitz mit dreh- und schwenkbarem Kopf? Dann hätte ich einen Tipp: Nehmen Sie ein 1,5L-Tetrapack und machen Sie daraus eine große Fläche (Deckel und Boden abschneiden und den Rest 1x durchtrennen). Diese wickeln Sie um den Blitz und befestigen das mit einem Gummikabelbinder aus dem Baumarkt. Durch drehen des Kopfes und der Öffnung des Tetrapack können sie gezielt die Beleuchtung steuern, so dass nicht von vorne „totgeblitzt“ wird.

      Hört sich vielleicht doof an und sieht ebenso aus, aber ist schnell gebaut, sehr günstig und liefert recht ansehnliche, softe Ergebnisse.

      Viel Spaß beim Experimentieren!

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    Uwe S. sagte:

    Mit Makro-Aufnahmen habe ich keine Erfahrung, daher meine Frage: Mit welcher Art von Beleuchtung hätte man schon bei der Aufnahme die Stärke der Reflexion vermindern können?

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      Florian Beyer sagte:

      Hallo, für mich sieht das ganz danach aus, als wenn ganz normal mit dem Aufklappblitz gearbeitet wurde.
      Daher würde hier wohl eine Blitzbelichtungskorrektur ausreichen, um die Stärke der Reflexion zu vermindern.

      Eine ähnliche Assoziation wie Sofie hatte ich beim Betrachten des Bildes auch , allerdings gefällt mir das Motiv persönlich jetzt nicht so sehr, da es nicht viel Interessantes in dem Foto zu entdecken gibt.

      MfG
      Florian

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      Dr. Thomas Brotzler sagte:

      Mit welcher Art von Beleuchtung hätte man schon bei der Aufnahme die Stärke der Reflexion vermindern können?

      Mit einem Ringblitz und einer manuellen Korrektur von ein bis zwei Belichtungsstufen nach unten etwa. Das hätte eine gleichmäßigere Ausleuchtung ermöglicht …

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      Georg sagte:

      Mit dem Blitz lässt sich viel experimentieren, insbesondere bei statischen Motiven. Man könnte das Licht eines Aufklappblitzes mit einem Taschenspiegel umlenken, z.B. gegen weißes Papier, das dann von der Seite her aufhellt. Oder dem Blitz eine simple Diffusorhaube aufsetzen, auch das mildert harte Reflexionen ganz erheblich (nimmt allerdings auch Helligkeit). :-)

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    Georg sagte:

    Nun ja, um ehrlich zu sein stören mich drei Dinge an dem Bild:
    – der überstrahlte Bereich, der sich auch noch genau in der Bildmitte befindet
    – der subjektiv wahrgenommene magentafarbene Farbstich
    – die fehlende Schärfe in wenigstens einem kleinen Bildbereich

    Ich persönlich kann mit dem Bild nichts anfangen, wobei ich hoffe, dass ich damit die Fotografin nicht ärgere.

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