Samuel Henne: Fotografie, Skulptur?

Samuel Henne arbeitet im Spannungsverhältnis zwischen Fotografie und Skulptur. Aus Skulpturen macht er fotografische Bilder und aus Fotografien werden Objekte.

Samuel Henne: Something specific about everything #01, 2010/2011Samuel Henne baut also einerseits stilllebenartige Plastiken, die er fotografisch inszeniert. Aus Fotografien von Skulpturen wiederum entstehen plastische Objekte.

So steht Hennes farbintensive Werkgruppe „Something specific about everything“ (2010/2011) in der Tradition des Stilllebens. Gebrauchsgegenstände wie Büroklammern, Drähte und Kunststoffröhren werden zu einer skulpturalen Einheit kombiniert und im Studio einfarbigem Vorder- und Hintergrund inszeniert. Mit der horizontalen Aufteilung des Bildes und den auf ein Minimum reduzierten Schattenwurf entsteht ein Wechselspiel von flächiger und räumlicher Wirkung.

Die „Relief folds“ (2011) aus gefalteten Pergamentpapieren bearbeitet Samuel Henne nicht mit dem Fotoapparat, sondern mit dem Scanner. Hierdurch erhalten die reliefartigen Faltungen eine plastische Erscheinung. Die gezeigten Prints spielen mit dem Wechsel von gegenständlicher und abstrakter Wirkung.

Die neueste Serie „Musée imaginaire“ (2012) verwandelt Buchobjekte in abstrakte Bildkombinationen. Fragmente verschiedenster Skulpturenfotografie – von antiken Torsi über moderne Plastiken zu afrikanischen Büsten oder Detailaufnahmen – werden in ein neues, eigenständiges Bild überführt.

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Samuel Henne (Jahrgang 1982) studierte Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig und schloss sein Studium 2010 als Meisterschüler von Dörte Eißfeldt ab. Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet worden: zum Beispiel 2009 beim Vattenfall Fotopreis und beim Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie. 2010 erhielt er den Preis des Kunstvereins Hannover und den Meisterschülerpreis der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Zudem war er Preisträger bei „Gute Aussichten – Junge Deutsche Fotografie 2010/2011“. 2011 erhielt er eine Auszeichnung bei der „Plat(t)form 2011“ des Fotomuseums Winterthur. Samuel Hennes Website ist leider noch „under construction“. Im Revolver-Verlag erschien Anfang März ein Katalogbuch Formationen. Mit Henne stellen beim Kunstverein Hannover zwei weitere Künstler der jungen Generation aus: Anahita Razmi mit fotografischen und filmischen Werken und Fabian Reimann mit verschiedensten Medien von Installationen über Fotografie bis zu Malerei und Text.

Samuel Henne – Formationen
Bis 31. März
Kunstverein Hannover, Sophienstraße 2, D-30159 Hannover
+49 (0)511-169 927 80, mail@kunstverein-hannover.de
Geöffnet Dienstag bis Samstag 12 – 19 Uhr, Sonntag 11 – 19 Uhr

Samuel Henne
Kunstverein Hannover

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