Susa Templin: Fotografie im Raum

Susa Templin bewegt sich zwischen Fotografie, Installation und Architektur. Ihr Thema ist der Raum.

Susa Templin, Berlin Barock, 2007 Ausstellungsansicht, ZEPHYR – Raum für Fotografie 2013 © rem, Foto: Carolin Breckle

Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Medien: Die Fotografie wird zur Installation, die Architektur zur Fotografie.

Susa Templin benutzt die Fotografie als Medium und als Material, um sich und uns flüchtige Welten zu bauen: Fotoaufnahmen werden zerschnitten, übereinander gelagert, mit anderen Materialien collagiert, in Modelle eingebaut und immer wieder fotografiert. Einzelbilder zu zeigen macht deshalb hier wenig Sinn. Wir zeigen deshalb zwei Raumansichten aus der aktuellen Ausstellung in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen und nur zwei einzelne Bilder.

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Templin arbeitet mit analoger Fotografie, da sie ihre Welt daraus selbst formen, die Farben selbst bestimmen und das Licht selbst leiten möchte. Die Auswahl ihrer Motive reicht von Porträtaufnahmen und Körperdetails über Außenaufnahmen bis hin zu Bildern von Wohnungen und Interieurs.

Die gebürtige Hamburgerin begann ihre Auseinandersetzung mit dem Raum während eines mehrjährigen Aufenthalts in New York MitteNeunzigerjahre. Indem sie die Stadt fotografierte, näherte sie sich ihrer neuen Umwelt an und fand sich in der Fremde wieder. Was ihr an Ergänzungen und Einschränkungen bewusst wird, verändert sie durch Eingriffe in die Fotografien. Mit Collagen entwirft Templin ihre eigenen Vorschläge und Ideen für die Umgestaltung des Raumes. Auch in der aktuellen Ausstellung im Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum greift die Künstlerin in den gebauten Raum ein: Sie ließ Wände entfernen, bereits bestehende verlängern und an anderer Stelle neue Wände einbauen.

Für ihre Arbeit erhielt Susa Templin (Jahrgang 1965) den renommierten Weide-Kunstpreis 2013. Templin studierte an der Universität der Künste in Berlin und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main. 1996 ging sie mit einem Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung nach New York. Dort erarbeitete sie sich ihren eigenen räumlich-skulpturalen Umgang mit dem Medium Fotografie. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Frankfurt/Main. Auf Susa Templins Website erfahren wir noch mehr.

Susa Templin – Real Estate
Bis 26. Januar 2014
Reiss-Engelhorn-Museen, Zephyr – Raum für Fotografie, Museum Bassermannhaus C4,9, D-68159 Mannheim
+49 (0)621 293 2120, mail@zephyr-mannheim.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr

Susa Templin
Reiss-Engelhorn, Zephyr

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