Leserfoto – Bahnhof auf dem Brocken: Gekonnt auf das Wesentliche reduziert

Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt

(c) Pawel Matuszyk

Das Foto symbolisiert den ersten Schritt, den Beginn einer Reise. Es wurde am höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands, auf dem Brocken, bei einem Schneesturm und beschränkter Sicht aufgenommen.

Bei diesem Bild wurde etwas Vignettierung hinzugefügt, um den Blick auf das Wesentliche zu leiten. Der Kontrast wurde nicht erhöht, um dem Bild das Gefühl der Ferne zu verleihen.
Aufgenommen wurde es mit einer Canon 1000d und einem Sigma-Objektiv 18-50mm f 2.8-4.5.

Glückwunsch zu einem meiner Meinung nach gelungenen Bild. Es stach mir unter anderem deshalb ins Auge, weil es zwar einfach komponiert ist, aber dennoch genügend Anregung fürs Auge und zum Nachdenken bietet. Du hast die Szene gekonnt auf das Wesentliche reduziert. Der Titel, den Du gewählt hast, könnte es nicht besser ausdrücken. Es spricht für Dich als Fotograf, daß Du Dich bei diesem Wetter mit Kamera mitten auf die Gleise gestellt hast.

Zu sehen ist hier lediglich eine Lokomotive, daneben jemand in Uniform; vermutlich der Lokführer. Die Elemente rechts (Gleisbeleuchtung usw.) vermitteln den Eindruck eines Bahnhofs. Wo genau man sich geografisch befindet, ist nicht klar, doch es herrscht so dichtes Schneetreiben, daß man die Lok und alles andere nur halb verschwommen sieht. Man nimmt an, der Lokführer steigt ein, um bald loszufahren. Oder steigt er aus?

Die Lokomotive, die das Foto bereits optisch dominiert, ist links gut im Goldenen Schnitt angeordnet. Die Linien der Gleisanlage bilden rechts von ihr ein optisches Echo, das gleichzeitig die Gestalt an dem Fahrzeug einrahmt, so daß sie nicht optisch im Weiß verloren geht. Die Gleise führen auf den Betrachter zu, was wiederum die Statik, die das Bild sonst hätte, auflockert, und einen in das Foto hineinführt. Das Monochrome des Bildes verstärkt die Schwermut der Szene noch, und wenn auch die leichte Vignette nicht notwendig gewesen wäre, paßt sie hier zum Bild.

Rundherum ein gutes Foto, das ich mir sowohl gerahmt an einer Wand, als auch in einem Bildband über die Region vorstellen könnte.

5 Kommentare
  1. Pawel Matuszyk sagte:

    Danke schön (:
    Es war tatsächlich so, dass der Lokführer in den Lok einstieg, als ich das Foto aufgenommen habe.

    Der Aussage, dass es kein schlechtes Wetter für Fotografie gibt, schließe ich mich völlig an. Ich würde sogar sagen, dass schwierige Wetterbedingungen ein Foto viel interessanter machen können. Nebel gehört zu meinem Lieblingswetter für Fotografie (:

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  2. dWL sagte:

    Erratum:

    Es muss natürlich heißen:

    „Beim Aussteigen WÜRDE Niemand das BEIN so weit von der LEITER wegführen, beim ersten Schritt auf die Stufe hinauf hingegen schon.“

    Im Übrigen zeigt dieses bild auf sehr beeindruckende Weise, dass es in der Fotografie KEIN SCHLECHTES WETTER GIBT, sondern nur unangepasste Kleidung.

    ;-)

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  3. dWL sagte:

    Ein ausdrucksvolles Bild, welches eine spannende Geschichte erzählt!

    Ein Lokführer hat die manuelle Weiche gestellt und steigt im Schneetreiben wieder in die Lok ein. Die Frage ob er ein- oder aussteigt, ist ob der Körperhaltung eigentlich beantwortet:
    Beim Aussteigen wür niemand das Ein so weit von der treppe wegführen, beim ersten Schritt auf die Stufe hinauf hingegen schon.

    Der Bildtitel ist sehr gut gewählt. Und erinnert an eine Szene aus dem „kleinen Prinzen“ von Saint Exupéry mit dem Strassenkehrer.

    Die Gradation ist eine gute Mischung aus Scherenschnitt und subtilen Grautönen im Mittelbereich.

    Eine technisch und inhaltlich sehr beeindruckende Arbeit, zu der ich gratulieren möchte, zumal der „entscheidende Moment“ perfekt getroffen wurde.

    Hut ab!

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