Stefan Heyne: Aufgelöste Formen

Mit seinen unscharfen und ungefähren Bildern stellt Stefan Heyne grundlegende Prinzipien der Fotografie in Frage. Die Formen des Wirklichen lösen sich bei ihm auf.

Stefan Heyne: RB1, 2013, C-Print auf Alu-Dibond, 130 x 200 cm © Stefan Heyne und VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Mit »Die Belichtung des Unendlichen« ist die aktuelle Ausstellung in Dresden überschrieben. Heyne gilt als einer der wichtigsten Vertreter einer neuen Abstraktion.

In der Fotokunst gibt es eine Entwicklungslinie vom dokumentarischen und abbildhaften Charakter hin zu einer neuen Abstraktion, so teilt die Städtische Galerie Dresden mit. Mit konsequent unscharfen Fotografien schafft Stefan Heyne eine Fotografie jenseits der bildlichen Wiedergabe. Heyne stellt damit Grundprinzipien der Fotografie infrage: die Schärfe und die Wiedererkennbarkeit des Abgebildeten zum Beispiel. Damit bricht er mit üblichen Sehgewohnheiten. In seinen großformatigen Arbeiten werden die abgebildeten Gegenstände – vornehmlich Landschaften, Alltagsobjekte und Innenräume – in ihren Formen aufgelöst. Das Motiv wird in einer fast vollständigen Abstraktion den Wahrnehmungsmöglichkeiten entzogen. Auch der Ort der tatsächlichen Aufnahmesituation verliert sich dann im Ungefähren.

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Neu bei Stefan Heyne (* 1965) sind Bilder, die zwar scharfgestellt sind, aber dennoch ungefähr bleiben. In der Serie „Seat“, die in Dresden das erste Mal gezeigt wird, fotografierte Heyne dem Flugzeug heraus die Stratosphäre in der Morgen- oder Abenddämmerung. Das Objektiv seiner Kamera ist dabei entgegen seiner üblichen Manier scharf gestellt. Ohne jegliche Konturen bleibt aber auch da nur die Unendlichkeit.

In der Dresdener Ausstellung gibt es außerdem begehbare Installation „The Enlightenment« zu sehen. Sie steht zentral im Ausstellungsraum, umgeben von weiteren Werken des Künstlers an den äußeren Wänden. Auf den 112 Quadratmetern der Flächen in der Installation wird die Fotografie „O.T. (2012)« als durchgehendes Wandbild aufgebracht. Die spezielle Website Stefan Heyne in Dresden zeigt uns mehr Bilder und bietet eine Reihe von Informationen zu dem Berliner Fotokünstler. Der Katalog soll im Hatje Cantz-Verlag Ostfildern unter der ISBN 978-3-7757-3841-5 erscheinen.

Stefan Heyne – Naked Light. Die Belichtung des Unendlichen
Bis 14. September
Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung, Wilsdruffer Straße 2, D-01067 Dresden
+49 (0) 351.488 7301, sekretariat@museen-dresden.de
Geöffnet Dienstag bis Donnerstag, Samstag und Sonntag 10 – 18 Uhr, Freitag 10 – 19 Uhr

Stefan Heyne in Dresden
Städtische Galerie Dresden

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