Von der Kunst des gespeicherten Bildes

Von der Kunst des gespeicherten Bildes

Durch den Siegeszug der Digitalfotografie ist es heute möglich beinahe beliebig viele Fotos zu schießen. Bereits im Jahr 2007 wurden, laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom, in Deutschland pro Monat 2,4 Milliarden digitale Fotos geschossen. Wie aber lässt sich diese enorme Menge an Bildern sinnvoll und sicher speichern?

Einerseits sollten Bilder eindeutig benannt werden. So können sie später schnell wiedergefunden werden. Vorausgesetzt es kam nicht zu einem Datenverlust. Immerhin 54 Prozent der Befragten gaben, in einer von Seagate durchgeführten Umfrage, an, dass sie selbst oder ein Bekannter schon einmal gespeicherte Dateien verloren haben. In der gleichen Umfrage gab aber auch ein Viertel der Leute an, ihre digitalen Medien nicht extra zu sichern. Dabei bestehen mehrere Möglichkeiten dies zu tun.

So können bei zahlreichen Anbietern Fotoabzüge oder Bücher angefertigt werden, die später der Erinnerung dienen. Zudem besteht die Möglichkeit Fotos an verschiedenen Orten – etwa zusätzlich auf einer DVD oder einer externen Festplatte – zu speichern. Aber Achtung: Auch DVDs und Festplatten können Schaden nehmen. Eine magnetische Festplatte hält beispielsweise, nach Angaben des Fachmagazins „Chip“, im Schnitt fünf Jahre. Relativ neu ist die Speicherung in der Cloud. Dabei werden die Daten online gespeichert und es kann von überall darauf zu gegriffen werden.

Optimal ist eine Kombination der verschiedenen Möglichkeiten. Denn für 72 Prozent der Befragten in einer Seagate-Studie waren Bilder und Videos die wichtigsten digitalen Dateien. Der Verlust solcher Dateien wird zudem im Laufe der Zeit immer schlimmer. Zu Beginn existieren schließlich noch Bilder und Erinnerungen im Kopf. Doch nach einigen Jahren, wird es immer wichtiger noch auf die Digitalbilder zugreifen zu können.

Auch der Künstler Erik Kessel (hier in einem Interview der Vogue) hat sich mit der digitalen Bilderflut und deren Vergänglichkeit auseinandergesetzt. Dazu hat er vor drei Jahren sämtliche Fotos, die innerhalb eines Tages bei Flickr hochgeladen wurden, ausgedruckt und in einem Raum des Fotografie-Museums Foam in Amsterdam wellenförmig aufgeschichtet. Insgesamt kamen dabei mehr als eine Millionen Fotos zum Einsatz. Der Raum lässt sich auch von Besuchern betreten, die so sinnbildlich in die Flut der Bilder eintauchen können.

Bewusst abgrenzen von der digitalen Bilderflut möchte sich der Fotograf Carsten Klein. Dieser setzt bewusst nur auf analoge Großformatkameras. Seine Idee ist es, die Grenzen der analogen Fotographie auszuloten, sich dabei aber auch die nötige Zeit zu nehmen, um ein perfektes Bild zu schießen. Klein möchte eine Atmosphäre schaffen, die es Wert ist fotografiert zu werden. Er setzt damit ein handwerkliches Zeichen gegen die Zunahme der Bilderflut. Klein ist regelmäßig auf Ausstellungen im Ruhrgebiet zu sehen und Teil der „Galerie Hundert“ in Gelsenkirchen.

Letztlich empfiehlt sich für Hobby-Fotografen ein gesunder Mittelweg. Einerseits sollte das Bewusstsein für den Wert eines Bildes geschärft und die Anzahl der geschossenen Fotos reduziert werden. Die bewusst geschossenen Fotos allerdings sollten dann auch sorgsam gespeichert werden. Letztlich ist es nur ein geringer Mehraufwand einen zweiten Speicherort zu finden. Ein Mehraufwand, der sich aber schon in wenigen Jahren als sehr wertvoll erweisen könnte.

13 Kommentare
  1. Thomas Brotzler sagte:

    Liebe Leute,

    die Rückmeldungen berühren mich sehr. Das Schreiben für Fokussiert war für mich, wiewohl schon eine gewisse Honorarbasis bestand, immer auch eine Herzensangelegenheit. Und ich kann mich der Sofie dahingehend anschließen, daß auch ich im Zuge der lebhaften und willkommenerweise kontroversen Diskussionen viel lernen und mitnehmen konnte.

    Heute morgen hatte ich Gelegenheit, mit Ulf Seegers als Verantwortlichen der Weka Medien zu telefonieren – freilich ohne offizielles Mandat; eher aufgrund des Umstandes, daß ich hier mittlerweile ja schon zu den „alten Schlachtrössern“ zu gehören scheine.

    Er hatte ein offenes Ohr dafür, daß zum einen mit der Weiterführung der ursprünglichen Idee von Peter Sennhäuser, qualifizierte Bildkritiken niederschwellig anzubieten, zum anderen mit der lebhaften Diskussionskultur hier über die Jahre etwas entstanden ist, was sich sonst kaum im Internet findet und tunlichst nicht den Heldentod sterben sollte.

    So weit darf ich wohl verlautbaren lassen, daß die Überlegungen zur Fortführung von Fokussiert beileibe noch nicht abgeschlossen sind. Ein betriebswirtschaftliches Kalkül ist dem neuen Träger freilich zuzubilligen, alles andere wären „zum Absturz verurteilte Luftschlösser“.

    Ich bat ihn aber auch, die noch verfügbaren Artikel (Tutorials und Bildkritiken) in einer gewissen Taktung fortzuführen und zu gegebener Zeit hier Transparenz über die weitere Zukunft von Fokussiert herzustellen.

    So weit heute und von mir
    Thomas

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  2. Christiane sagte:

    Guten Morgen,
    was passiert hier gerade mit fokussiert.com?
    Letzte Beiträge vom 7/8..10., die nach Verlegenheitslösung aussehen. Ich habe diese Seite seit zwei Jahren ca. gerne aufgerufen, da die Autoren, die namentlich auf der Seite angegeben sind, tolle und interessante Artikel und sehr gute Bildkritiken geschrieben haben, allen voran mein Lieblingsautor Thomas Brotzler. Du hast mit Texten zu unterschiedlichsten Themen der Fotografie aber auch zum Sehen, zur Wahrnehmung den Leitsatz, fokussiert.com verstehe sich als „anspruchsvolles Seminar“ für Fotografen jeder Könnensstufe, voll und ganz erfüllt, mit Herzblut, mit profundem Wissen.
    Und nun? Bitte nicht noch sowas wie fotocommunity (gehört ja auch zur Weka Holding, genauso wie Colorfoto, die Bastelbücher des Frech-Verlags……), das brauchen wir nicht. fokussiert hatte sich als Blog bislang deutlich abgehoben.
    herzliche Grüße
    Dr. Christiane Schild-Schnetger
    Habe ich so ähnlich auch direkt an die Weka Media GmbH geschickt
    ob’s was nützt?

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  3. Ligore sagte:

    @ Stefan: Es scheint fasst so, dass sich der Blog einem stillen Tod hingegeben hat.
    Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, an Hand der Bildkritiken mein Auge zu schulen und die Hinweise in mein Hobby zu integrieren.
    Ich würde mich auch freuen, wenn es hier im alten Stile weitergeht.

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  4. Stefan sagte:

    Die Kommentare hier lesen sich ja wie ein Abgesang auf fokussiert.com. Ich hoffe doch nicht, dass es schon so weit ist, aber in der Tat lassen die beiden neuesten Artikel nicht viel Gutes erwarten.
    Von der „Übernahme“ habe ich überhaupt nichts mitbekommen und wäre über ein paar Infos bezüglich der Zukunft dieses Blogs schon sehr froh.
    Ich hoffe doch sehr, dass sich fokussiert.com wieder berappelt. Er würde mir sehr fehlen…

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  5. Dirk Hunstein sagte:

    Darf wahr sein, was nicht sein darf?
    Bislang hatte ich mich noch den Glauben an eine Art „verspätetes Sommerloch“ geklammert, aber es scheint ja doch schlimmer zu sein, als ich dachte: fokussiert.com ist tot.
    Sehr, sehr schade!
    Ich habe die qualifizierten Bildkritiken (waren es wirklich 1.349?) immer sehr geschätzt und durfte selbst davon profitieren.
    Eure Wahl zum vierten Platz beim „Bild des Monats März 2013“ hat mich damals sehr gefreut (und auch ein bisschen stolz gemacht).
    Ich möchte alle Autorinnen und Autoren danken für die Arbeit, die ihr euch gemacht habt. Die Qualität der Beiträge, die Offenheit und der diskursive Umgang mit spannenden Themen – auch über die reine Fotografie hinaus – hatten hier eine Plattform entstehen lassen, die es in dieser Form wohl nicht nochmal gibt (und wenn: Bitte hier posten!!!).
    Dirk

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  6. Esther Bachmann sagte:

    Etwas verspätet staune auch ich. Nach ein paar Wochen in einer anderen Zeit (ohne Internet) freute ich mich auf vergnügliches und spannendes Lesen. Aber oh weh…
    Was ich einfach noch sagen wollte: DANKE für die wertvollen Bildkritiken und Anregungen. Esther

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  7. Dirk Wenzel sagte:

    Moin Moin Marcus …

    unterstütze deine Ausführungen zu 100% …

    da sollte jetzt aber wenn gewollt mächtig neues Vertrauen geschaffen werden …

    Thomas … vielen DANK für die Gedanken Worte Anregungen und Kontinuität für die LeserInnen

    Sofie … Dir auch DANK in die weite Welt …

    und der Redaktion …

    vom Krabbenkutter an der Seehundbank …

    wo kein Speicherplatz … Erklärung braucht…

    … aber richtig gute Liegeplätze …

    Dirk

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Hey Dirk,

      es war mir das buchstäbliche Vergnügen – mit jeder Kritik lernt auch der Kritiker was dazu. Hoffe, mit soviel Lesern wie möglich in Kontakt bleiben zu können.

      LG,

      Sofie

    • Marcus Leusch sagte:

      Moin Moin zum „Krabbenkudder“ oder noch besser…

      Lieber Dirk,

      Dank für die 100%, die jetzt im www leuchten, denn nichts geht wirklich verloren, wenn man dem Satz der Energiererhaltung folgt ;-)) (altes physikalisches Gesetzt, das sogar unsere Kanzlerin noch kennt)

      Herzliche Grüße und Dank für so manches fototografische Highlight an die Waterkant

      Marcus

  8. Christian Fehse sagte:

    Man kann zumindest den Eindruck bekommen, das diese Seite jetzt unter dem Dach der Muttergesellschaft leise beerdigt werden soll. Wäre etwas schade…

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    • Marcus Leusch sagte:

      Lieber Christian Fehse, das wäre sogar mehr als „etwas schade“, denn das goldwerte Potenzial dieses Blogs übersteigt die Phantasien eines Rechenschiebers doch bei Weitem! Mir kämen da keine Beerdigungsvorstellungen, unter welchem Dach auch immer ;-))

      LG
      Marcus

  9. Marcus Leusch sagte:

    Aus gegebenem Anlass


    
1. Zeichen und „Wunder“?

    
Ein „Lebenszeichen“ auf diesen Seiten, die nun schon seit rund 14 Tagen (letzte Fotokritik vom 26.9.) vor sich hin dümpeln. Seit der „Übernahme“ von fokussiert.com durch die WEKA Media gab es nicht ein einziges „Hallo“ und nicht einen einzigen Hinweis darauf, ob sich denn nun mit dieser „Übernahme“ auch konzeptionell etwas ändern wird. 
Desgleichen betrifft den Verbleib der Autoren dieser Seiten, die ja mit ihrem professionellen Sachverstand bislang eine „Lebensader“ von fokussiert ausgemacht haben. Man – ja, wer ist das eigentlich jetzt hinter den Kulissen? – hüllt sich in Schweigen. Und schließlich, um die zweite „Lebensader“ nicht zu vergessen, gab es da auch noch ein Publikum, das mit seinen Fotoeinsendungen zur Kritik und zahlreichen Diskussionsbeiträgen zum Thema Fotografie diese Seiten mit Leben gefüllt hat. Wenigstens letztere hätten es doch verdient, über den künftigen „Kurs“ dieses Blogs informiert zu werden!?

    2. Ein Foto wird nicht „geschossen“!

    Wie aber sieht dieses „Lebenszeichen“ unter dem „Top“-Titel „Kunst des gespeicherten Bildes“ denn nun aus, zu dem sich, wie ich jetzt sehen kann, noch ein weiterer Artikel gesellt, der wenigstens namentlich gekennzeichnet ist (der Autorenlink führt hier zurück ins Nirwana des Artikels!)?
    Aus meiner Sicht handelt es sich um Verlegenheitsbeiträge, die aus Pressemeldungen und fadenscheinigen Uralt-Erhebungen mit der schnellen Nadel „gestrickt“ wurden, mit zahllosen grammatikalischen Ungereimtheiten und Formulierungsfehlern, ohne eine wirkliche Ambition für das Publikum auf diesen Seiten. Man braucht also „content“ – und dafür sind Redakteure ja da, wo sie geistesgegenwärtig sind.

    Beispiele: Ich denke, ein Foto wird nicht „geschossen“. Bei Ihnen kommt es im Artikel ja gleich mehrfach zum Showdown, als ginge es darum eine Kurdenstadt zu verteidigen. Die Formulierung sagt viel über den Urheber, ebenso wie im Beitrag über die „Top 3 Fotobücher“ (man sehe einmal von der eloquenten Überschift ab!) von den „Hobbyknipsern“ die Rede ist, von denen man ja sonst nur schlechtes denken mag. 
Ich wäre mit solchen Formulierungen sehr vorsichtig: Sie wollen doch das Gros der Hobbyfotografen auf diesen Seiten nicht verprellen, denn diese sollen doch noch bei „CEWE“& Co. ihre Fotobücher bestellen, auch wenn sie bloß darauf warten, dass ihnen mit einer Beurteilung ihrer eingereichten Fotos geholfen wird. In der Vergangenheit stand nämlich immer die „gelungene Aufnahme“ im Vordergrund!

    

3. Werbung ist kein Ersatz für qualifizierte Beiträge zum Thema Fotografie! 


    Das, was wir als Leser und Bildeinsender bislang bei fokussiert lesen durften, war weitgehend frei von werblichen Inhalten und konzentrierte sich auf die Sache selbst: die Fotografie! 
Für mich ist es nicht entscheidend, bei „gutscheinsammler.de“ zu landen (siehe „Die Top 3 Fotobücher“) oder mit den neuesten Ergüssen von Online-Anbietern für Fotobücher konfrontiert zu werden. Nun, ein Blog wie dieser finanziert sich über Werbeeinnahmen – das ist ja auch im Zeitungsgeschäft nie anders gewesen. Aber: Das geht viel intelligenter! Und es geht informativer, wenn man gewillt ist, auch zu recherchieren und seinen fotografischen Sachverstand einzusetzen, falls vorhanden!

    4.Wo bleibt die Bildkritik?

    Ich gehe davon aus, dass sich viele Blogleser schon die Augen gerieben haben: Was ist da eigentlich los? Was wird mit unseren Bildern (und den Autorenrechten an diesen)? Wer wird sie auswählen und kommentieren? Gibt es eigentlich noch das „Bild des Monats“ (seit Oktober letzten Jahres nicht mehr prämiert und überfällig!)? – Mit Letzterem wurde und wird schließlich auf diesen Seiten immer noch für fokussiert geworben, Monat für Monat. All dies erscheint mir in höchstem Maße bedenklich und irgendwie auch ernüchternd.

    Mit Grüßen in die Runde
    Marcus

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