Für einen Apfel und ein Ei? – Teil 2

5 Kommentare
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    Jörg Fietkau sagte:

    Hallo,

    Ich hab da noch eine Frage? Wie setzt sich den grundsätzlich ein angemesenes Honorar zusammen?

    Mir ist schon klar das da mein Stundenlohn mal Aufwand ne Rolle spielt. Denn muss man halt für sich wissen. Aber gibt es Sätze zum rechnen bzw. aufschlagen (z.B. Kameraverschleiß, Strom, Anfahrt…), das zum Schluss auch was hängen bleibt? Man will ja nicht Preise machen wo nix übrig bleibt wenn man alles abzieht. Natürlich gibt es da Unterschiede zwischen Studio und on Site. Die Sprache war da von Richtlinien von Verbänden. Wo schaut man da am Besten? Welche Richtlininien sind da ok?
    Ich möchte da Versuchen den einen oder anderen Auftrag mal gegen Honorar zu machen (nicht nur im Ehrenamt) und will nicht gleich alle Fehler auf einmal machen.

    Mich interessieren da auch die Dinge die bei der Preisfindung berücksichtigt werden müssen. Ein Preis ist schnell abgegeben aber wie erwähnt auch schnell Falsch. Ausserdem wenn man Gründe für die Preise angeben kann ist auch von Kundenseite oft Verständniss da. Im Restaurant zahlt man für die Speise sicherlich auch mehr wie zu Hause aber Strom Arbeitszeit… sind dann auch nicht gerechnet.

    Ich bin auch der Meinung das dumping Preise nicht nur den Markt kaputt machen und existenzen zertören können, sondern auch die Arbeit dahinter und eben das „Künstlerische“ auch honoriert werden darf. Gute und besondere Bilder kann eben doch nicht jeder nur weil er eine Kamera hatt. Das denke ich Verstehen die meisten dann auch. Ich habe da zwar noch keine Große Erfahrung aber mir als noch Kunde geht es da so.

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    Marcus Leusch sagte:

    Ich unterscheide da zunächst einmal zwischen dem, was mich fotografisch hauptsächlich bewegt und interessiert, aber gewiss kaum Abnehmer finden dürfte…, und einer Gebrauchsfotografie, die kundenorientiert ist. Fotos von mir (Street etc.), die hier auf fokussiert ja auch schon von Thomas und Dir freundlicherweise besprochen wurden, kommen sozusagen aus meiner Schatzkiste erstmals in die Öffentlichkeit, daran wird sich wohl auch in naher Zukunft nichts ändern (– zumindest sehe ich da kaum Möglichkeiten!). 
Darüber hinaus werde ich gelegentlich im Bekanntenkreis nach Aufnahmen (Event, Hochzeit, Portrait etc.) gefragt, die ich natürlich kaum zu einem adäquaten Preis „verkaufen“ werde. 


    Mittlerweile erreichen mich aber auch Anfragen von Privatkunden und Unternehmen, für die ich fotografieren soll: Portraits, Business-Fotografie, Firmenportraits, Headshots etc. bzw. Aufnahmen für Plakatserien, die sich auch gestalterisch von dem sonst üblichen Einerlei unterscheiden. Das läuft aber bislang nur über Mundpropaganda …
    Bei solchen Kundenaufträgen war es mir immer wichtig, auch ein angemessenes Honorar zu verlangen. In der Regel gebe ich vorab keinen Preisspiegel heraus, da sich eine Honorierung immer an Art und Umfang des Auftrages orientiert, und da gibt es ja große Unterschiede, die sich an sehr individuellen Vorgaben und Vorstellungen des Kunden orientieren. 


    Vorgespräche sind wichtig, um dies abzuklären!! Die sind ja auch nötig, um einen Eindruck von der Location zu erhalten, in der man sich fotografisch bewegt: Sind geeignete Hintergründe vorhanden? Soll die Privat-/Arbeitsumgebung einbezogen werden? Wieviele Personen (Einzelpersonen/Gruppe) sollen fotografiert werden? Welches Equipment muss dafür bereit gestellt werden, um die fotografische Aufgabe auch angemessen zu bewältigen? Welcher Zeitaufwand ist zu veranschlagen?… etc.

    Grundsätzlich orientiere ich mich zu solchen Gelegenheiten an den handelsüblichen Honorarsätzen/-Empfehlungen der Berufsverbände. Und: nach solchen Gesprächen musste ich meine Leistungen selten unter Wert verkaufen. In Fällen, bei denen sich ein Preisspielraum nicht vermeiden ließ, da das Budget vorgegeben war, bin ich allerdings zu der (in Deinem 1. Teil von mir schon erwähnten) Methode übergegangen, eine Rechnung (unbedingtes Muss!!) mit den entsprechenden Angaben auszustellen, die deutlich machen, dass es sich beim Honorar um eine Ausnahme von der Regel handelt. Also: Honorarforderung/Abschlag/Endsumme. So hat der Kunde nicht den Eindruck ein Billigprodukt eingekauft zu haben (Wertigkeit), und es wären bei einem Folgeauftrag andererseits die Eckpfeiler für eine angemessene Bezahlung schon einmal eingeschlagen … 


    Dein Hinweis darauf, ein eigenes Portfolio zu entwickeln und zu präsentieren, aus dem eine individuelle Bildsprache erkennbar wird, gehört natürlich auf dem Weg in eine erfolgreiche Professionalisierung zum Alpha&Omega der Selbstvermarktung, die in diesen Zeiten ohne Internet (eigene Homepage) kaum mehr möglich ist. …

    

Nun, ich habe leichthin reden. Ich muss davon nicht leben, auch wenn‘s nach wie vor eine traumhafte Verlockung ist, aus seiner Leidenschaft auf eine Profession zu machen – es bleibt im Fluss. Andererseits gibt es so viele „Professionelle“ ohne Leidenschaft und wahre Inspiration wie Sand am Meer, aber das ist ein anderes Thema. … 


    LG 

    Marcus

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Ich veröffentliche meinen Preisspiegel auch nicht – das solle man grundsätzlich nicht machen, denn erstens hat ein potentieller Kunde keinen Anreiz zur Kontaktaufnahme mehr, und zweitens macht man es der Konkurrenz zu einfach, Vergleichsdaten zu sammeln.

      Was ich aus Deinem Kommentar heraushöre, ist aber auch dieses: Du betreibst Auftragsfotografie als Nebentätigkeit, bestehst aber dennoch darauf, daß Du angemessen honoriert wirst. Ich wünschte, das täten alle.

    • Avatar
      Marcus Leusch sagte:

      Liebe Sofie,

      „Auftragsfotografie als Nebentätigkeit“ ist nun wahrlich zu viel gesagt. Ich kann/darf, wenn ich gefragt werde (und das ist bislang meine Voraussetzung), helfen, fotografische Aufgaben vor Ort (on location) zu lösen. Das bewegt sich in einem sehr eng begrenzten Rahmen, da meine hauptberuflichen Felder ganz anders sortiert sind. 


      Dass ich angemessen honoriert werde, wenn Kunden meine Arbeiten begutachten und sich gottlob bislang sehr zufrieden zeigten, liegt wahrscheinlich auch an meiner eigenen und etwas altmodischen Art, mit Kunden sehr persönlich in‘s Gespräch zu kommen. Das ist übrigens für mich unabdingbar, um überhaupt einen Auftrag annehmen zu können. Insofern gehöre ich nicht zum Mainstream, sondern wahrscheinlich zu einer aussterbenden Gattung … 


      Ich habe mich allerdings nie auf ein „Preispoker“ eingelassen (–, weil ich auch nicht darauf angewiesen war). Das hinterlässt auf Dauer bloß eine schlechte Psyche und wahrscheinlich Kunden, die beim nächsten Auftrag die Schraube noch etwas weiter nach unten drehen möchten … Dem wollte ich immer entgehen!

      LG
      Marcus

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