Kamerapflege (1/2): Nicht fallen lassen

Dieser Beitrag wurde von einem Artikel auf Digital Camera World auf Deutsch adaptiert. Er geht von DSLRs mit abnehmbaren Objektiven aus, kann aber auch entsprechend auf Kompaktkameras angewandt werden.

Geborstener Kamerafilter {Flickr CC;https://flic.kr/p/3d9TC3}

Wenn jetzt hier jemand mit den Augen rollt und denkt, seine Kamera sauber und intakt zu halten sei doch logisch, warum muß man einen Artikel darüber schreiben, bedenkt dieses: das dachte ich bisher auch – bis ich vor kurzem die Kamera eines Freundes (ernsthafter Amateur mit einer soliden mittleren DSLR) in die Hand nahm und beim Entfernen des Objektivdeckels feststellen mußte, daß ein obszöner Kratzer quer über das Glas desselben lief. Außerdem war sie rundherum etwas, nun ja, abgeliebt. Erst hatte ich die Hoffnung, daß sich jener Kratzer auf den UV-Filter beschränkte, um dann feststellen zu müssen, nein, er hatte sich ins eigentliche Objektiv gefressen. Mein Freund war nach eigenen Angaben beim Fotografieren eines Sportevents an ein Hindernis gekommen, und ansonsten schleppt er seine Kamera lose mit.

Das zu sehen, tat weh. Richtig weh. Und dann stieß ich kurz darauf auf diesen Artikel und dachte mir, vielleicht ist es ja interessant.

1. Das Gehäuse sauber und trocken halten

Auch wenn man nicht im strömenden Regen fotografiert, ist man sich oft nicht bewußt, daß die Kamera Feuchtigkeit abbekommt. Bei nebligem Wetter, oder wenn man am Strand fotografiert, legt sich alles mögliche auf die Kamera – von Dunst bis Sand. Das mag im Gegensatz zu Schlammspritzern nicht gleich sichtbar werden, aber ich bin manchmal erstaunt, was sich dennoch ansammelt.

Erst das Gehäuse der Kamera abreiben, dann das Objektiv. Wenn man es abnimmt, sollte selbstverständlich der Gehäusedeckel an seine Stelle geschraubt werden. Am besten läßt man alles lufttrocknen.

2. Das Objektiv sauber und trocken halten

Wenn das Objektiv eines sein sollte, das sich ausfahren läßt, sollte man darauf achten, daß auch diese Bereiche sauber und trocken sind. Einem befreundeten Fotografen ist einmal regelrecht Sand ins Getriebe geraten, und letztlich war die Linse nicht mehr zu gebrauchen.

3. L-Schienen (L-Brackets) und Schutzbezüge

Kameras werden gerne mit einem Riemen entweder um den Hals oder über der Schulter getragen. Beim Laufen hüpfen sie im Rhythmus des Schrittes mit, und entsprechend etwa gegen Gürtelschnallen oder andere Kameras, die mitgeführt werden. Dadurch nutzen sich die Kanten stärker ab, und wenn man eine Kamera gebraucht kauft, sind genau das die Stellen, an denen sich Schrammen finden lassen.

L-Schienen werden normalerweise mit Schnellwechselbasen für Stative verkauft, haben aber auch den Vorteil, daß sie der Kamera zumindest auf zwei Seiten etwas Schutz davor bieten, mit ihren Kanten auf andere harte Gegenstände aufzutreffen. Außerdem gibt es Schutzbezüge (Cover Skins) aus Silikon für viele Kameramodelle. Und natürlich Regenbezüge und wasserdichte Schutzhüllen.

Teil 2

8 Kommentare
  1. GambaJo sagte:

    Halte in der Regel auch nicht viel von solchen „Schutzhüllen“.
    Bin extra auf ein spiegelloses System umgestiegen, um möglichst wenig mit mir rum zu schleppen. Da wäre eine solche „Hülle“ widersinnig.

    Einzig an meiner X100s habe ich ein schönes leder-Halfcase. Aber eigentlich weniger zum Schutz, sondern eher für die Optik und vor allem für die Haptik.
    Wenn ich meine X100s mit habe, habe ich dafür in der Regel keine Tasche oder ähnliches dabei.

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  2. Chilled Cat
    Chilled Cat sagte:

    Ich bin bei Laderio und habe keine Schutzhülle um das Gehäuse. In diesen Dingern sehe ich keinerlei Sinn.

    Ein Amateur verwendet die Kamera vergleichsweise selten, das heißt die Kamera wohnt sowieso die meiste Zeit warm und trocken in einem Koffer, Schrank… wo auch immer.

    Für einen Profi, der die Kamera Tag und Nacht bei Reportagen mit sich herumträgt, ist die Kamera ein Arbeitsgerät wie ein Hammer für einen Zimmermann. Nach 4 Wochen ist halt der Lack ab.

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Ich habe auch keine, aber ich hänge meine Kamera beispielsweise auch nicht an einen Ast oder schleife sie locker über der Schulter mit. Für bestimmte Leute haben diese Dinge ihren Sinn und Zweck – Ihr müßt Euch deshalb sowas ja auch nicht zulegen. Und wie gesagt, der erwähnte Freund ist auch Amateur, aber seine Kamera sieht bereits aus, als hätte sie Paris/Dakar mitgemacht.

    • laderio sagte:

      Ich habe einen Sniper Strap Pro (oder ähnlich) und trage die Kamera auch oft über der Schulter. Am Sigma 70-200 2,8 sind an der Feststellschraube auch schon Spuren, weil es dort an der Hüfte schleift. Die Kamera selbst ist aber scheinbar sehr robust, sehe da keine Abnutzungserscheinungen durchs „tragen“.

  3. laderio sagte:

    Das Gehäuse ist doch dafür da, um das Innenleben der Kamera zu schützen. Klar, dass da auch mal ein paar Macken dran kommen. Deswegen ein „zweites Gehäuse“ drum machen ist doch Quatsch, was soll das bringen? Das Gehäuse schützen, dessen Sinn und Zweck der Schutz ist? Und wofür? Damit keine Macken dran kommen und es schöner aussieht? Wie schön sieht es denn dann mit dem extra Gehäuse aus? Widerspricht sich doch irgendwie.
    Dann lieber das Gehäuseteil einfach tauschen, wenn es irgendwann zu zerkratzt ist.

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    • laderio sagte:

      Naja OK, habe bisher noch kein Gehäuse getauscht, weil ich da keinen Sinn drin sehe. Wüsste daher auch nicht, was das bei meiner D800 kosten würde.
      Aber entweder will ich eine schöne Kamera, dann passe ich gut drauf auf, denn eine Schutzhülle macht die dann nicht schöner.
      Oder ich störe mich nicht an Kratzern, weil diese die Funktion nicht beeinträchtigen und habe Spaß am fotografieren.
      Einzig wenn ich weiß, dass das Gehäuse alleine nicht als Schutz ausreicht, macht so eine Hülle in meinen Augen Sinn.
      Aber ansonsten stimmt der Artikel schon ;-)

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