Blitzfotografie:
Mit Sensor und Regenschutz

Lightning Trigger {Stepping Stone Products, USA;http://store.lightningtrigger.com/}

 

Blitze fotografieren, ohne die Kamera einfach nachts auf Langzeitbelichtung zu stellen: Wie geht das? Es geht mit einem Sensor, der Blitze erkennt und den Auslöser viel schneller bedient, als wir Menschen das mit unseren Reflexen könnten.

Das einzige Gerät, das ich hierbei für ausreichend zuverlässig halte, ist der Lightning Trigger von Stepping Stone Products (die bezahlen mich nicht für diesen Werbespot, ich schöre es.)

Natürlich gibt es auch bei diesem Ausrüstungsgegenstand viel Auswahl und viele Hersteller mit wesentlich billigeren Produkten. Und obwohl ich mit wenigen der Konkurrenzprodukte selber gearbeitet habe: Ich leite Workshops zur Blitzfotografie und konnte dabei die spektakulärsten Fehlschläge manch anderen Produktes miterleben.

Kamera: Blitzschnell ist Bedingung

Blitz über dem Grand Canyon © Gary Hart

Die verwandte Kamera muss schnell sein – je schneller, desto besser. Schnell heisst in diesem Zusammenhang: Die Zeit zwischen Auslösung und tatsächlichem Belichtungsvorgang sollte so kurz wie möglich sein. Diese Verzögerung, bekannt unter dem Begriff «Shutter Lag», ist leider schwierig in Erfahrung zu bringen und gehört nicht zu den Kennzahlen, welche die Hersteller veröffentlichen.

Die beste Quelle dafür, die ich kenne, sind die Leistungstabellen einschlägiger Hardware-Tests und leistungsbezogener Kamerabesprechungen. Oder diese Shutter-Lag-Tabelle. Aber auch die können nicht leicht einen einfachen Wert veröffentlichen, denn es gibt viele Variablen. Man sollte deswegen auch nicht einfach annehmen, dass die eigene Kamera in jeder Einstellung mit dem kürzesten Shutter Lag arbeitet.

Eine Frage der Kamera-Einstellung

Wichtigste Regel: Den Autofokus abschalten (das ist der bedeutendste Punkt) und im manuellen Modus fotografieren (was bei einzelnen Kameramodellen nicht viel ausmachen wird). Der Startpunkt müsste eigentlich Prä-Fokus sein, das heisst, wir möchten die Kamera bereits im Modus «Auslöseknopf halb gedrückt» haben – viele Blitzsensoren beherrschen das nicht, der Lightning Trigger schon. Die ideale Belichtungszeit liegt bei 1/8 bis 1/4 Sekunde, aber alles zwischen 1/15 und einer halben Sekunde dürfte funktionieren.

Mit einer zu kurzen Zeit verpasst man leicht die Sekundär-Blitze, die einen Hauptschlag begleiten; wenn man eine zu lange Belichtungszeit eingestellt hat, tendiert der Blitz zum Verwaschen.

Um bei Tageslicht in die Idealzeit zu kommen, muss man die Kamera oft auf den niedrigsten ISO-Wert einstellen (es hilft, wenn die Kamera bis ISO 50 runterkommt). Ich verwende zusätzlich einen Polarisierungsfilter (in meinem Fall ein Singh-Ray).

Ein Neutraldichtefilter funktioniert auch, aber man sollte mit der Belichtungszeit nicht zu lange werden, sonst kann der Blitz undeutlich werden oder gar nicht sichtbar sein.

Regenschutz für Blitzfotografen

Blitz im Grand Canyon © Gary Hart

Mach dich mit einer Strategie vertraut, Dich und Deine Ausrüstung trocken zu halten. Ich gehe nie nach draussen zum Fotografieren ohne regendichte Kleidung, und zwar von Kopf bis Fuss: Regenhut, Parka, Wasserdichte Überzieh-Hose und Wasserdichtes Schuhwerk – ein stilvolles Ensemble, das mir den Schirm für die Kamera überlässt.

Wenn ich Blitze fotografiere, bin ich mit einem Regenschutz für die Kamera unterwegs (den ich hier nicht empfehlen werde, weil er mir auf die Nerven geht und ich etwas besseres suche). Und so sehr ich Objektivdeckel hasse, muss ich zugeben, dass sie die Linsenfront vor regen schützen können.

Ich stelle auch immer sicher, dass ich mehrere Reinigungstücher in den Taschen habe (weil in der Fotografie zu viele Taschen zum Einsatz kommen, ist es einfacher, in jeder ein Reinigungstuch zu haben als die richtige Tasche zu suchen). Ich prüfe mein Frontelement häufig auf Regentropfen.

Praktisch ist auch ein Frottee-Tuch, mit dem man die ganze Ausrüstung vor dem Verpacken trocknen kann. Ein Chamois (mal im Tankstellenshop nachsehen) leistet dabei gute Dienste. Und eine Abfall- oder Einkaufstüte (habe ich immer mit) ist ideal, um schnell etwas über die Kamera zu stülpen, wenn man von einem Sommer-Wolkenbruch überrascht wird.

Wer wirklich spektakuläre Blitzfotografie an einem der schönsten Orte der Welt erleben will, sollte  den Monsoon-Blitzfotografiekurs im Grand Canyon buchen, den ich jährlich mit Don Smith anbiete.

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] war). Nun ist es aber so, dass ein Elektronenblitz durchaus eine gewisse Dauer anhält. Selbst natürliche Blitze dauern ja lang genug, dass man sie mit Sensoren erfassen und die Kamera noch vor erlöschen des Blitzes auslösen […]

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