“Candidplatz, München“ auf Ilford HP5+: Das analoge Medium macht nicht allein das Bild

8 Kommentare
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    GBoos sagte:

    Ich sehe gerade erst, dass mein Bild besprochen wurde, hatte ich gar nicht mitbekommen. Nun gut, besser eine späte Reaktion als gar keine.
    Erst mal vielen Dank für die Hinweise.
    Dann tut es mir leid, dass ich euch auf eine falsche Fährte gelockt habe.
    Ich fotografiere erst seit Anfang 2008 digital, und das Bild ist vorher entstanden. Es gab für mich da keine Wahl zwischen analog und digital.

    Die Information zu Film und Kamera gab es dazu, weil digitale Kameras EXIF-Daten herausgeben und analoge Kameras nicht.

    Der Staub auf diesem Bild hat mich auch maßlos geärgert, es waren sogar noch viel mehr Fussel auf diesem Bild, denn leider musste ich feststellen, dass mein Scanner offensichtlich nicht staubdicht ist und ich lauter Staubkörner und Fussel auf der Unterseite des Vorlagenglases habe.
    Nach fünf Stunden Staubkörner retuschieren habe ich dann aufgegeben.

    Die ausgebrannten Lichter zeigen im Original auf dem Abzug noch sichtbare Zeichnung, bei so einem Bild merkt man dann beim Scannen, dass JPG nur 256 Graustufen kennt, Schwarzweiß-Fotopapier aber deutlich mehr Zwischentöne zeigt.

    Und das Bild ist tatsächlich bei einem Fotowalk entstanden. Ich habe mindestens fünf Minuten in diesem Gang gestanden und darauf gewartet, dass kein Passant mehr zu sehen ist, den Menschen im Hintergrund habe ich dabei glatt übersehen…

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    Philip sagte:

    Das Aufnahmemedium ist sicherlich nicht unerheblich – nicht für den Fotografen.

    Ebenso nicht richtig finde ich die Aussage „wer analog fotografiert, fotografiert bewusster“.
    Eine Aussage die die fälschlichereise suggeriert, früher wäre per se sorgfältiger fotografiert worden.

    Im Gegenteil, gab’s/gibt’s sogar eine Bewegung die sich bewusst dem „nicht gestalten“ verschrieb – die „Lomography“.

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Ja, aber es ist auch nicht das einzig wichtige – wenn Du ein langweiliges, schlecht fotografiertes Bild auf Ferrotypie machst, ist es zwar super, daß es sich um eine Ferrotypie handelt, aber das macht es nicht zu einem guten Foto. Ich bleibe bei meiner Aussage, daß im heutigen digitalen Zeitalter „analog“ oft bereits einen Bonus hat, bevor man sich das Foto wirklich anschaut. Das ist ja nicht für Analogfotografie abwertend gemeint.

      Weiterhin denke ich doch, daß jemand, der pro Aufnahme sagen wir 0,30€ (oder was es auch immer dann mit Entwicklung kostet) bezahlt, anders fotografiert als jemand, der digital alles einfach wieder löschen kann, was ihm nicht paßt. Und wenn von 36 potentiellen Aufnahmen nur zwei gute dabei sind, läppert sich schnell etwas zusammen. Ich persönlich habe Analogfotografie aus dem Grund aufgegeben, denn ich experimentiere zuviel. Daß früher sorgfältiger fotografiert wurde, wollte ich damit nicht sagen. Und um Lomography geht es ja hier nicht?

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    Christian Fehse sagte:

    Es ist doch eigentlich unerheblich, ob ein Bild analog oder digital entstanden ist. Das Bild ist das entscheidende. Vor dem Hintergrund kann ich den Satz von Sofie:

    „Schlußendlich macht hier für mich die analoge Aufnahme das Bild, das von Dir gewählte Medium, und nicht, wie es eigentlich sein sollte, Dein Motiv.“

    nicht zustimmen. Das gewählte Medium bestimmt das Bild – heute nicht mehr ganz ausschließlich, zugegeben.
    Also betrachten wir das Bild egal ob es vom HP5 abgezogen ist oder per DxO den HP5 Look bekommen hat.

    Ich mag an dem Bild das „Weiche“ – ich nenne das für mich immer organische Schärfe – die man mit Film erreicht. Was mich stört ist die Linie der Deckenlampen und somit eher der Blickwinkel insgesamt. Die Menschen und auch die weißen Lichter stören mich nicht so sehr.

    Zum Thema Staub: ich war am Vergrößerer schon ein „Wisch-Fetischist“ (oft genug erfolglos) und ich hätte sie hier sicherlich weggemacht.*gg*

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    • Sofie Dittmann
      Sofie Dittmann sagte:

      Grundsätzlich hast Du recht. Aber wenn ein Foto für mich darauf hinausläuft, daß da eben dasselbe Motif mal wieder genau so fotografiert worden ist, nur eben jetzt analog, wie wir es schon etliche Male gesehen haben – und das ist irgendwo das Fazit hier – reicht eben das Medium nicht aus, um es zu einem guten Foto werden zu lassen. Denn irgendwo ist ja die erste Reaktion, „wow, das ist ja mit Film gemacht“ (oder mit Polaroid-Transfer oder was auch immer), wenn es doch eigentlich um das Bild geht.

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      Christian Fehse sagte:

      Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich den Bahnhof gar nicht kannte – bin noch nie mit der U1 über Sendlinger Tor nach Süden gefahren. Von daher hatte ich keine Referenz im Kopf. Aber Deine Aussage, der Look alleine macht kein hervorragendes Bild stimmt völlig.
      Damit es diese Reaktion „Oh analog!“ bei meinen Bildern nicht gibt, schreibe ich es eigentlich nie dazu, wenn ich nicht „muß“.*gg*

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    Christian Bartusch sagte:

    Erst einmal gefällt es mir, dass Gregor sich die Mühe gemacht hat, diese oft fotografierte U-Bahn-Station auf eine Weise abzulichten, die sich von den üblichen Bildern abhebt. Gleichfalls sehe sich auch die von Sofie benannten Probleme.

    Leider liegen keine Informationen bzgl. der vornommenen Entwicklungen vor. Interessant wäre zum Beispiel, ob die ausgebrannten Lichter bereits auf dem Negativ so angelegt sind. Andernfalls bestünde im Positivprozess die Möglichkeit, diese durch Nachbelichten zu retten. Sollte das Negativ an diesen Stellen einheitlich schwarz sein, erübrigt sich dieser Plan natürlich. In diesem Fall könnte man überlegen, ob eine Anpassung der Negativentwicklung zu ausgeglicheneren Grautönen geführt hätte. Grundsätzlich kann SW-Negativfilm einen verhältnismäßig hohen Objektkontrast einfangen. Eventuell könnte man beim nächsten Mal in einer derartigen Situation die Standentwicklung oder vielleicht auch nur eine etwas niedrigere Entwicklertemperatur (bei entsprechender Anpassung der Zeit) in Erwägung ziehen.

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