M42-Adapter: Alte Schätze an neuer Technologie

Digitale Pentax Q7 mit M42-Objektiv (flickr Creative Commons)

Viele Fotografen, die früher analog fotografiert haben, besitzen noch ihre alte(n) Kamera(s) und/oder die dazugehörigen Objektive. Teilweise hat man sich einfach nicht trennen können, und viel Geld hätte man für das gute Stück sowieso nicht mehr bekommen. Doch auch, wenn man jetzt digital fotografiert, können zumindest die alten Objektive zum Einsatz kommen. Wie? Mit einem M42-Adapter!

Warum alte Objektive benutzen?

Diese Frage ist offensichtlich, denn bereits beim Kauf einer DSLR oder Systemkamera bekommt man mindestens ein Objektiv dazu. Auch danach hat man wenig Spielraum für Variationen, da die Kompatibilität zwischen den Systemen sehr eingeschränkt ist. Da wäre es doch gut, wenn man seine Objektivauswahl einfach und günstig erweitern könnte.

Genau das kann man mit M42-Adaptern. Sie ermöglichen es, bereits vorhandene Objektive mit M42-Anschluss an moderne Kameras anzuschließen. Viele dieser Klassiker liegen, wie erwähnt, noch zuhauf auf Dachböden und Schubläden, und bieten drei entscheidende Vorteile:

  1. Sie sind wesentlich günstiger als moderne Objektive.
  2. Sie besitzen meistens hochvergütete Linsen, die ein schönes Bild, und vor allem ein tolles Bokeh erzeugen.
  3. Sie sind langlebig und sehr stabil.

Verschiedene M42-Objektive (flickr Creative Commons)

Wie funktionieren die Adapter?

Der Adapter ist im Prinzip nichts weiter als ein „Übersetzer“. Auf der einen Seite stellt er den M42-Anschluss bereit und auf der andern Seite ist er auf das jeweilige Systembajonett ausgelegt, wie z.B. das EOS-Bajonett bei Canon. Allerdings funktionieren die Adapter nicht ohne Nachteile. So muss man aufgrund der rein mechanischen Funktionsweise auf den Autofokus verzichten und auch die Belichtungsmessung funktioniert nur, wenn der Adapter und das Objektiv dafür ausgelegt sind.

Außerdem muss man bei der Verwendung der Adapter unbedingt auf das Auflagenmaß achten. Das Auflagemaß ist der Abstand zwischen der Auflagefläche eines Objektivs und dem Sensor. Das bedeutet, dass die Kombination von Original-Kamera und Objektiv ein größeres Auflagemaß haben muss, als die Kombination von Objektiv und Fremdkamera, da dort der Adapter eingesetzt wird. So kommt man dann auf das korrekte Maß. Die Auflagenmaße der wichtigsten Kameratypen findet man auf dieser Seite.

M42 Nikon-Adapter (flickr Creative Commons)

Welche Kameras können Adapter nutzen?

Es gibt Adapter für alle größeren Spiegelreflexsysteme: Canon, Nikon, Pentax und Minolta. Sie sind untereinander nicht kompatibel, da jeder Adapter auf den Objektivanschluss des jeweiligen Systems ausgerichtet ist. Das bedeutet, man muss sich für jedes System einen eigenen Adapter anschaffen. Es gibt aber auch Adapter für spiegellose Systeme wie z. B. Sony, sodass auch hier die Möglichkeit einer Erweiterung besteht. Die Adapter können über den Fachhändler vor Ort oder auch einfach im Internet erworben werden und kosten zwischen 12€ und 50€.

Digitale Nikon mit analogem Carl-Zeiss-Objektiv (flickr Creative Commons)

Was sind eure Erfahrungen mit M42-Adaptern? Habt ihr schon einmal mit ihnen gearbeitet oder habt es vor? Teilt eure Eindrücke und Ideen in den Kommentaren!

Über den Autor: Marcel beschäftigt sich seit 7 Jahren vorrangig mit analoger Photographie und verleiht seiner Leidenschaft seit 2015 mit dem Blog „Kleinbildphotographie“ Ausdruck.

Merken

3 Kommentare
  1. Olli sagte:

    ich hab schon mit meiner „alten“ Alpha 350 an M42 Objektiven versucht. Hat aber nicht richtig gezündet. Erst mit der Anschaffung der A7 (Focus peaking sei dank) macht es jetzt richtig Laune, mit dem Altglas raus zu gehen. Inzwischen gehören 5 M42-Objektive zu meinem Bestand :)

    Antworten
  2. Candy Shop sagte:

    Ha…

    kommt ja wie bestellt. Jo… auch ich adaptiere mit Lust und Wonne… uralte Objektive an meine EOS 5D MKIII. Zur Zeit kommt ein Reveunon 2.8/135mm von Porst zum Einsatz und das tolle Petzval 2.2/85mm… was ich aber nicht unbedingt jetzt zu den Uraltschätzen zähle, sondern nur malm erwähnt haben möchte. Es ist traumhaft… Zurück zum Revuenon… Es passt super, ich hatte mir mehr davon versprochen, wenn ich mir einen Adapter mit Kontakten adaptiere, der zumindest den Schärfeindikator überträgt. Das ist bei der MK III jedoch nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, wirre Infos geistern über das Display. Das Ende vom Lied – weg damit… Kontakte überklebt und Ruhe war. Es ist ein tolles Glas.. so schön weich… Aufgrund des so gegehenen Erfolgs stehen jetzt noch sehr viel mehr Wunschobjektive auf meiner Liste. ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die weiteren Bilder. Hier mal ein Beispiel Altglas an neuester Technik:
    https://schnuckyathome.wordpress.com/2015/07/31/retrowahn-oder-was/

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Spaß beiseite – jedes Foto, das wir zur Kritik auswählen, wird zwar sowohl nach technischen wie auch kompositionellen Gesichtspunkten „abgeklopft“, und dabei beziehen wir auch Eure ursprüngliche Absicht mit ein, um einen Lerneffekt zu erzeugen (habt Ihr geschafft, worauf Ihr hinauswolltet? wie und warum, oder warum nicht?), aber in diesem Fall kann ich Dir sonst nichts sagen: Du hast mit einem analogen Objektiv auf einer DSLR fotografieren wollen, und das hat geklappt. Ich mache das auch manchmal, und weiß, es ist eine bestimmte Herausforderung. Wenn man diese meistern kann, hat man ohne weiteres die Möglichkeit, für relativ wenig Geld super Gear zu ergattern (unser Autor Marcel hat vor ein paar Monaten darüber berichtet). […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.