Motive erkennen: Perspektive finden (Teil 2)

(c) Carsten Schröder

Gute Motive finden sich überall um uns herum. Man muss sie nur erkennen und umsetzen lernen. Im 1. Teil dieses Beitrages habe ich Euch bereits ein paar Beispiele mitsamt ihrer Entstehungsgeschichte vorgestellt. Hier noch ein paar mehr.

5. Hallenbad

Hallenbad - (c) Carsten Schröder

Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause besuchte ich noch schnell einen Baumarkt in Homburg/Saar. Als ich aus der Ausfahrt fuhr, fiel mein Blick auf dieses Hallenbad, dass inzwischen geschlossen worden war. Die matten Glasscheiben und die dunklen Kacheln erinnerten mich spontan an meine Kinder- und Jugendzeit. Ich hielt am Straßenrand an und fotografierte die große Fensterfront.

In der Bildbearbeitung musste ich diese noch genau gerade ausrichten und vom unteren Rand ein Stück abschneiden. Das Bild wirkt durch die Kachelform wie ein Suchbild; In jedem Quadrat findet man andere Details – so bleibt der Betrachter am Bild hängen.

6. Auf geht’s

Auf gehts! - (c) Carsten Schröder

Bei einem St.Wendeler Skateopening, bei dem ich eine zeitlang meine skatende Tochter begleitete und auch fotografierte, entstand dieses Foto. Auf der Suche nach nicht alltäglichen Skaterfotos ging ich beobachtend durch das Skatergelände.
Vor mir baute sich eine kleine Wand auf und Skater fuhren von dort aus die Rampe hoch und runter. Ideal, gerade in Augenhöhe, zeichnete sich mein Motiv ab. Die Bodenhöhe (hier Augenhöhe, ohne bücken) ist ein idealer Standort um ungewöhnlichere Bilder zu machen!

Ich setzte die Kamera nur vor mir auf der Rampe auf, wartete bis wieder ein Skater losfahren wollte, komponierte das Bild und löste aus. Der Himmel über dem Skateplatz sollte nicht so dominant wirken, so dass ich das Bild ins Panoramaformat beschnitt. Man muss nicht viel vom Skater sehen; das Brett und ein Fuß reichen vollkommen aus, um die Situation zu erfassen. Wichtig ist auch, dass Linien (hier die Rampenabfahrtskante) gerade sein sollten und nicht kippen!

Wären mehr Menschen im Foto gewesen, hätte ich auch hier etwas „aufgeräumt“.

7. Minos

Minos - (c) Carsten Schröder

Meine Katze „Minos“ saß auf der Fensterbank im besten Seitenlicht. Da sie auch nicht vom direkten Sonnenlicht angestrahlt wurde und der Himmel bewölkt war, hatte ich wunderbares „weiches“ Licht, wie von einer großen Studio-Softbox. Ich „sah“ die Situation, die seitlich sitzende Katze im schönen Licht- und Schattenspiel, schnappte mir meine Kamera und überlegte, wie ich Minos am besten auf den Sensor banne.

Neben einem Ganzkörperporträt, entschied ich mich dafür, nur einen kleinen Ausschnitt der Katze zu zeigen; ursprünglich, um die Pfoten formatfüllend zeigen zu können. Ich benötigte eine größere Tiefenschärfe (Blende 8), kam dann aber auf eine Belichtungszeit von ½ Sekunde. Ich musste es trotz der Gefahr von Verwacklungen probieren. Den ISO-Wert konnte ich bei dieser Bridge-Kamera auch nicht mehr wirklich erhöhen ohne dass das Rauschen zu stark werden würde. Siehe da, es klappte. Das Bild hat zwar leichte Unschärfen, was aber dem Bildcharakter nichts wegnimmt.

8. Schattenskater

Schattenskater - (c) Carsten Schröder

Das Offensichtliche liegt vor uns! Es muss nicht alles abgebildet werden, weniger ist oft mehr. Fotografiert in der Mittagszeit – ich weiß, da soll man doch gar nicht fotografieren, bringt gerade aber hier der harte Schatten das eigentliche Motiv. Dass das Skateboard und der Fuß noch im Sprung darauf sind, ist das i-Tüpfelchen in der Suppe.

Also, auch wenn man nicht fotografieren sollte (hartes Licht), kann man sich doch auch durchaus diese Situation zu nutzen machen und die Situation im Bild festhalten. Der Blick auf ein „anderes“ Motiv sollte geschärft werde. Natürlich entstehen bei einer solchen Gelegenheit nicht nur ein, sondern viele Bilder, von denen man sich das Beste später auswählt. In Photoshop bzw. Lightroom wurde das Foto noch ein wenig „aufgeräumt“, d.h. von Dreck und Kaugummis auf dem Boden befreit um den Blick des Bildbetrachters nicht ablenken zu lassen.

*****

Ich hoffe, daß Euch diese Zusammenstellung hinsichtlich Eurer eigenen Motivsuche inspirieren wird und freue mich auf Euer Feedback und Gedanken in den Kommentaren!

Mehr über Carsten, seine Fotografie, Fotokurse und Workshops 

3 Kommentare
  1. fherb sagte:

    Danke! Die Bilder animieren zum Selbermachen. UND:

    Das Erste und bisher Einzige Katzenbild, dass ich akzeptiere! Ich mag Strukturen. Und dieses Katzenbild ist Wirklich das einzige, was ich nicht unter Kitsch, sondern unter „anfassen-wollen“ ablegen würde. Alles andere Kätzerische hätte ich jetzt total verrissen! Ehrlich. ;-)

    Danke.

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