Drauflosfotografieren reicht nicht (2/2): 10 Gründe, warum Deine Fotos wie Anfängerschnappschüsse wirken

5 Kommentare
  1. Avatar
    Michael Och sagte:

    Halli Hallo Sofie,

    Ich würde deinen 10 Punkten gerne noch etwas hinzufügen:

    1. Du nimmst dir zum Wahrnehmen zuwenig Zeit…

    Einen Blick für das besondere Motiv, die Stimmung, das Geschehen zu entwickeln braucht etwas Zeit. Zeit die sich viele nicht nehmen – Wenn möglich den Ort mehrfach besuchen, Lichtstimmungen wahrnehmen usw.. Ankommen, Umsehen, Aufnahmepositionen checken, den Ort erst mal mit ALLEN Sinnen wahrnehmen. Das mache ich seit Jahren BEVOR ich die Kamera in die Hand nehme und ein einziges Foto mache Ob sie deswegen gut sind? – weiß ich nicht – aber auf alle Fälle bewußter.

    Daraus folgt eigendlich sofort der nächste Punkt:

    2. Du nimmst Dir zum Fotografieren zuwenig Zeit

    Das Sehen und das Ausprobieren von verschieden Perspektiven und Positionen braucht Zeit – Damit eben nicht die übliche Fußgängerperspektive herauskommt. Diese Zeit hat man nicht, wenn am Sonntagsspaziergang die Famile mitkommt. Da kann ich nicht erwarten, das SUPERtolle Bilder herauskommen.

    3. Du erträgst keine Kritik oder Verbesserungsvorschläge.

    „UND WIE IST MEIN BILD???? – Wieso, NUR ganz nett….!? Wie meinst du das…??“
    Das erlese ich häufig bei Bildbesprechungen in diversen Foren. Und leider erlebe ich es auch immer wieder in meinem kleinen Forum vom 20 Leuten, die sich regelmäßig treffen, um über Ihre eigenen Bilder zu diskutieren.
    Die Fähigkeit das eigene Bild von der eigenen Person zu trennen, ist nicht überall gleichermassen vertreten. Kritik trifft oft mitten in Herz.
    Leider ist auf der anderen Seite, die Fähigkeit Kritik angemessen und ermunternd zu formulieren, auch bei vielen unterentwickelt bis gar nicht vorhanden. Die Fähigkeit positive Kritik zu äußern ist unterentwickelt.

    4. Die eigene Einschätzung der fotografischen Leistung ist falsch.
    Sie kommen mit 300 tollen Aufnahmen aus dem Urlaub zurück und alle sind gut – Ich frage Leute immer folgendes (Etwas überspitzt – aber es trifft den Kern):
    Welches Foto von den 300 wäre Dir 200 € Euro wert und würdest es gerahmt im Din A2 Format an die Wand hängen?

    5. Es braucht seine Zeit den Blick zu schulen, leider ist der Besitz einen teuren Kamera auch kein Garant für gute Fotos.

    Vielleicht ist das zu profan aber das erlebe ich in meiner täglichen Arbeit mit Gruppen. Zu hohe Erwartungshaltungen, wenig Frusttoleranz, wenig Zeit, sauteure Kameras im Automatik Modus, keine Lust/Zeit am/mit/um das Foto zu arbeiten, die Technik überfordert, Anleitungen überfordern, Vielen geht es nicht schnell genug – aber der Erfolg muß schnell da sein…

    Liebe Grüße

    Mischa Och

    Antworten
  2. Chilled Cat
    Chilled Cat sagte:

    Bei der Nachbearbeitung stimme ich voll zu.

    Die einzigen Bilder, die nicht bearbeitet werden, sind Diapositive. Bei Polaroids bin ich mir nicht so sicher, ob das Schütteln und Warmfönen zu Nachbearbeitung zählt.
    Alle anderen Bilder werden entweder mit oder ohne Absicht bearbeitet.

    Speziell bei der digitalen Fotografie ist das Bild immer bearbeitet. Entweder vom Fotografen selbst, oder wenn der sich nicht zuständig fühlt, dann macht das eben ein Automatikprogramm in der Kamera.

    Wie bei den sonstigen Automatiken bringt die Maschine auch bei der Nacharbeit meist ein brauchbares Ergebnis zustande, was der Fotograf zum Zeitpunkt der Aufnahme gesehen hat, das kann die Automat aber nicht wissen.

    Antworten
  3. Avatar
    Sven Rausch sagte:

    Ich denke nicht das es ein zuviel Fotografieren gibt.
    Eher ein zu wenig Nachdenken und ergründen des „Warum“.
    Hinzu kommt das danach gerne extrem lange Bilderstrecken gezeigt werden.
    Das schlimmst was ich erlebte waren 9600 Bilder von einer USA Tour.
    Hier fehlt dann einfach noch das Gefühl für eine selektive Auswahl.

    Antworten
  4. Avatar
    Christian Fehse sagte:

    Ich habe jahrelang den Punkt „7. Du gehst nicht nah genug ran“ gerade in Verbindung mit Weitwinkel nicht verstanden. Das ist aber ein ganz essentieller Punkt.
    Wobei ich mich heute auch immer wieder erwische ist, daß ich zu wenige Bilder mache (gerade auch mit Film). Gerade wenn es schnell gehen muß ist es eigentlich gar kein Problem zwei, drei Frames aufzunehmen, als nur einen. Das erspart hinterher Frust.*gg*

    Ich finde es sehr schön, daß Sofie die Wichtigkeit der Nachbearbeitung immer wieder unterstreicht. Ich kriege in meiner „analogen Welt“ ziemlich regelmäßig einen drüber, weil ich meine Bilder sehr ausgiebig bearbeite (sprich Abzüge von den Negativen mache). Mir ist es auch zu Anfang so eingetrichtert worden: mache weiche Negative – aus denen kannst Du hinterher alles machen. Aus harten Negativen gibts nur harte Bilder. Irgendwann habe ich das auch verstanden. Digital kann man heute sehr viel in der Kamera einstellen, das quasi „perfekte Dias“ auf den Speicherkarte landen. Finde ich irgendwie zu mühsam, aber manche Leute können das wirklich gut.
    Außerdem kann ich der Aussage nur zustimmen, das spezielle Effekte (auch Filmeffekte – Tungsten Film bei Tageslicht, Cross-Entwicklung, Redscale) sehr mit Vorsicht zu genießen sind.

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.