Universalladegerät Delta von Hama: Genial einfältig

Fünfzehn Geräte, fünfzehn Akkuformate, fünfzehn Ladegeräte? Mit einem Universallader ist damit Schluss. Von Hama stammt unser Testexemplar. Es wirkt etwas instabil, ist dafür aber leicht und macht  dank beweglicher Teile viele Akkuladegeräte überflüssig.

Universalladegeraet Hama Delta

Kompakt: Universalladegerät Hama Delta

Hama ist nicht immer der Hersteller meiner Wahl, wenn es um fotografische Zusatzgeräte geht. Bei Teilen, die über Gelingen oder Scheitern eines fotografischen Projekts entscheiden, mag ich den (möglichen) Kompromiss zugunsten des tieferen Preises nicht eingehen. Bei anderen Objekten, wie diesem Ladegerät, sind kleine Risiken die Annehmlichkeiten wert, die es bietet. 

Wo Zubehör eine untergeordnete Rolle spielt, da ist der Hama-Leitspruch «Es gibt fast nichts, was es bei Hama nicht gibt» schnell die Lösung kleinerer Probleme. Nachdem ich mich bei den Vorbereitungen zu einer Reise einmal zu oft über die Vielzahl an Ladegeräten aufgeregt habe, die ich inzwischen mitschleppen soll, habe ich mir das   Delta Allround Universalladegerät von Hama (Affiliate-Link) besorgt.

Hama Universalladegerät Delta

Feineinstellung der Kontakte: seitwärts schieben, Höhe mit Drehrad (rechts im Bild)

Es zeichnet sich dadurch aus, dass es dank fein justierbarer Kontakte praktisch mit jedem Litium-Ionen-Akku genutzt werden kann, der an einer Gehäuseseite einen Plus- und einen Minuspol aufweist. Dabei ist die Polarität egal, das Gerät erkennt sie ebenso selbständig wie die Leistungsdaten des Akkus, und steuert die Ladung vollständig automatisch. Neben diversen Fotoakkus – ich nutze das Gerät mit bisher insgesamt 7 verschiedenen Formaten und Herstellern – lassen sich auch jeweils zwei AAA oder AA- NiMh-Zellen laden.

Das Gerät wird dazu über einen Schieber aufgezogen und klemmt die Akkus ein, wobei die Konstruktion bei grösseren Akkus abenteuerlich weit aufgespannt werden muss und die Stabilität einem durchaus Sorgenfalten auf die Stirn zeichnen kann. Der Vorteil der etwas unsolid wirkenden Konstruktion liegt wiederum darin, dass das Gerät inklusive Kabel und Netzteil keine 400 Gramm wiegt. Zusammen mit den Ladegeräten, die ich zu Hause lassen kann, wird der Gewichtsvorteil damit schnell einmal ein Kilo betragen, das ich mehr an Fluggepäck mitnehmen kann.

Kontakte für NiMh-Zellen am Hama Delta

Kontakte für NiMh-Zellen am Hama Delta

Die Abstandsbreite der winzigen Kontaktstifte lässt sich mit dem Fingernagel einstellen, die Höhe über dem «Unterboden» des Akkus mit einem Drehrädchen am Gehäuse variieren. Dabei ist bei modernen Akkus mit winzigen Schlitzen für die Kontakte manchmal einiges an Versuchen notwendig, bis der Kontakt tatsächlich hergestellt worden ist – und das jedes Mal, wenn man wieder einen anderen als den letztverwandten Akku laden will.

Ich habe mir deshalb eine kleine Tabelle mit den Millimeter-Daten «Abstand des ersten Kontakts vom linken Rand, Abstand zwischen den Kontakten und Höhe der Kontakte» für jeden Akkutyp angelegt, den ich benutze.

Ob ein Kontakt hergestellt worden ist, zeigt das Delta Allround über die blaue Ladezustands-LED unter dem grossen weissen Riegelknopf, der auch zum Ausfahren des Schlittens für den Ladevorgang gedrückt werden muss. Er leuchtet intensiv, sobald ein Ladestrom fliesst, und schaltet sich aus, wenn der Vorgang beendet ist.

Das kann bisweilen etwas länger dauern als bei den Originalladegeräten der Akkus. Der Ladestrom beträgt beim Delta maximal 1 Ampère. Dabei können Stromquellen mit 12 (Autobatterie, Zigarettenanzünder-Adapter wird mitgeliefert), 120 oder 220 Volt genutzt werden, und das Steckernetzteil bringt den Adapter von A- zu C/F-Steckdosen gleich mit.

Das Netzteil des Hama Delta Universalladegeräts

Das Netzteil des Hama Delta mit A/C/F Stecker arbeitet mit 120 und 240 Volt

Bisher hat mich das Ladegerät auf rund einem Dutzend Reisen mit jeweils drei bis fünf Akkutypen nicht im Stich gelassen. Trotzdem lasse ich es nicht ganz darauf ankommen: Für die Haupt-Kamera (meist eine der Nikon SLRs) nehme ich jeweils zusätzlich zum Hama Delta das Originalladegerät als Backup mit.

Für 25 Euro kriegt man mit dem Hama Delta aber eine Lösung, die immerhin einen Haufen Kabel und Plastikteile im Koffer eliminiert.

 

2 Kommentare
  1. Ralph sagte:

    Der Charger wird gechippte Herstellerakkus nicht laden können bzw. kann er diese beschädigen, da ein Chip im Akku mit Charger über die Ladeart und den Ladezustand kommuniziert. Ist ein Herstellerseitiges Features, das den Originalakku schützen soll( und natürlich den Hersteller vor unberechtigten Reklamationen durch Fremdcharger).

    Antworten
    • Peter Sennhauser sagte:

      Guter Hinweis, Danke, Ralph. Etwas freundlich in der Ansicht bezogen auf die Hersteller, indessen.

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