Hasselblad Academy 2016: Perfekt bis auf den letzten Pixel

5 Kommentare
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    Marcus Leusch sagte:

    „… Möglichkeiten des größeren Formats …“
    – Das wäre ja vielleicht etwas zu viel an Gestaltungswillen, wenn man arg böswillig sein möchte. Zumindest die Baumlandschaft von Lars van de Goor spielt doch sehr Gekonnt mit der Schärfentiefe, freilich hier nicht unbedingt mittelformatspezifisch und mit jeder besseren Vollformat-SLR wohl auch zu bewältigen. Trotz allem eine Aufnahme, die ich als überaus gelungene Studie herausstellen würde.

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      Christian Fehse sagte:

      Stimmt, bei den Bäumen ist das so. Da hab ich nicht richtig geguckt. Auch noch mal klar gesagt, das sind alles mehr als sehr gute Bilder. Da gibt es keine Frage. Ich käme nur nicht auf die Idee solche Bilder so zu machen (ganz zu schweigen davon, daß ich es mit meinem fotografischen Können auch gar nicht könnte) oder sie mir an die Wand zu hängen.

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    Marcus Leusch sagte:

    Lieber Christian Fehse,

    mir ging es beim Betrachten dieser Fotos ganz ähnlich. Lässt man einmal die Aspekte Gestaltung und kreative Idee bei Seite, dient der Wettbewerb natürlich (auch) dazu, die aktuellen Möglichkeiten des digitalen Mittelformats hervor zu heben. In diesem Sinne sind alle prämierten Bilder gewiss über jeden Zweifel erhaben, da sie in ihrer lichtbildnerischen Akkuratesse auch die technischen Vorteile des Mittelfomats voll ausschöpfen. Über Sinn und Zweck bestimmter Aufnahmen (Bildidee/Aussagegehalt) kann man gewiss geteilter Meinung sein (die tropfenden Bananen sind da schon die Spitze der Bedeutungstiefe), zumal darunter ja auch einige sind, die man an anderen Orten schon hundertfach so (oder so ähnlich) gesehen hat (Beispiele Architektur/Fashion), aber wahrscheinlich selten so präzise in Szene gesetzt. 


    Diese Fotos sind also „perfekt bis auf den letzten Pixel“, und darauf kommt es in dieser Leistungsschau doch an: Die Mittelformatkamera (Hasselblad) als professionelles Werkzeug mit professionellen Ergebnissen für die unterschiedlichsten fotografischen Aufgabengebiete. Das mag zuweilen seelenlos wirken, gehört aber wie Du zu Recht anmerkst, zu einem Grundzug unserer Zeit. 


    Diese „Materialschlacht“ zwischen Bits und Bytes findet doch schon lange in unseren Köpfen statt, bewegt die Diskussionen in Fotoforen und ernährt eine Kameraindustrie samt all ihren Nebenschauplätzen (Fotozeitschriften, die Kameras von Herstellern bewerten, von deren Werbeeinnahmen sie profitieren). 

    Wenn wir uns nicht mehr so verbissen darüber auseinandersetzen, wieviele Megapixel Auflösung nötig sind, um ein gutes Foto zu machen und ob unsere Kamera für uns auch noch das Telefonieren übernehmen soll, dann kommen wir zurück zu den Ursprüngen einer Fotografie (Blende/Belichtungszeit/ISO), die das zum Ausdruck bringt, was wir zu sagen haben, wenn wir noch etwas sagen möchten. Kameramodelle haben im digitalen Zeitalter eine kurze Halbwertzeit, ganz zu Schweigen von der Bearbeitungssoftware … gute, aussagekräftige Bilder überdauern die Zeiten …

    LG
    Marcus

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      Christian Fehse sagte:

      Und das Lustige an den Bildern finde ich, daß keins die besonderen Möglichkeiten des größeren Formats (seien sie auch mittlerweile nicht mehr so deutlich zu spüren) wie minimale Tiefenschärfe, superweiches Bokeh oder Superweitwinkel nutzt. Ich behaupte mal frech, das jeder der Fotografen jedes der Bilder auch mit einer Canon 5Ds hätte machen können und niemandem in der Jury wäre das aufgefallen. *gg*

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    Christian Fehse sagte:

    Ich finde alle Siegerbilder passen sehr gut in unser digitales Zeitalter. Sie sehen für mich aus wie auswendig generierte Computeranimationen. Bis auf das Hochzeitsbild sehe ich keine bzw. Irgendwie verschüttete Emotionen in den Bilder. Das muß vielleicht so sein, weil Hasselblad zeigen will, das ihre Kameras die Welt so aufzeichnen können, wie ein Mensch sie niemals sehen kann. Auch das Publikum – hier ja wohl auch in der Jury – war immer schon fasziniert von Bildern, die die Welt perfekter zeigenzeigen, als sie ist (was haben die Fotografen zu Filmzeiten alles angestellt, um das zu erreichen). Die Materialschlacht hat sich verlagert – die Bilder sind seelenlos geblieben. *gg*

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