Regenbild mit Lichtstimmung: Kuhles Leben

8 Kommentare
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    Tilman sagte:

    Die Stimmung ist klasse. Für mich ist auch die Kuh im Hintergrund der eigentliche Hingucker. Aber die ist einfach nur unscharf. Das liegt vermutlich an der fehlenden Auflösung (das Bild hat gerade mal 313kb). Schade!

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    fherb sagte:

    Das Bild erscheint mir mit einer magischen Spannung, die daraus entsteht, dass es diese 2. Kuh im Hintergrund gibt. Nur durch sie bekommt das Bild eine inhaltliche Dynamik, die man sonst von Aufnahmen von Menschen kennt: Das Interesse des Betrachters, welche personellen Zusammenhänge bestehen. Was mich hier überrascht: Das das auch bei Kühen funktioniert! Wir sind also tatsächlich empathisch veranlagt. Nicht nur beim Kuschelkätzchen auf dem Sofa, sondern auch bei einfachen Kühen. Dem trägt die Stimmung viel bei. Sosehr auch die aufgehellte Variante mit ihrer höheren Präsenz reizt: Die Spannung zwischen den Kühen wird die originale Stimmung sehr viel mehr gerecht.

    Was mich interessieren würde: Wir kennen die Drittelregel oder den Goldenen Schnitt. Aber nach welchen Regeln ordnet man „Beziehungen“ an. In dem Fall also die beiden Kühe. Ich finde sie gut platziert, kann aber nicht sagen warum.

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      fherb sagte:

      Habe gerade nochmal nachgedacht, was die Platzierung zwischen zwei Personen oder Kühen im Bild ausmacht.

      Stellen wir uns ein Zimmer mit Fenster vor. Im Vordergrund links sitzt eine Frau, hinten rechts steht ein Mann. Diagonale Beziehung. Wir würden wohl annehmen, dass beide Personen entweder eine Diskrepanz haben oder zumindest irgend eine auseinander treibende Spannung besteht.

      Nehmen wir das klassische Hochzeitsfoto, bei dem beide Personen sich zwar berühren, aber nebeneinander stehen. Sie verkörpern zwar eine enge Beziehung präsentieren sich aber individuell nebeneinander.

      Stellen wir uns ein beliebiges Bild, auch ein Hochzeitsfoto, vor, bei dem die Personen hintereinander (in der Perspektive vertikal versetzt) stehen. Hier dominiert, zumindest für mich, die Beziehung vor dem Darstellungscharakter. Auch bei einem der klassichen (sepia-) Paarbild, bei dem der Mann hinter der sitzenden Frau seht, erscheint mir beziehungstechnisch stärker als zwei Menschen nebeneinander.

      Zusammengefasst die Extreme:

      Diagonal – Gegensätze/Differenzen/Probleme.

      Horizontal – Individualisierung/Minderung von Zusammenhänge.

      Vertikale Anordnung: tiefe Beziehung (bei den Kühen sogar über größere Distanz in der Tiefe)

      Und die ideale Beziehung steht wohl vertikal im goldenen Schnitt. Oder hintere Person im (horizontalen) Goldenen Schnitt und die vordere zugehörige Kuh im (horizontalen) Drittel. ;-)

      Würde mich freuen, wenn jemand hier über seine Erfahrung mit der Anordnung von Beziehungen berichten kann.

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      Peter Sennhauser sagte:

      Nachdem ich grade irgendwo wieder den Hinweis auf die Positionierung von Personen mit Blick nach rechts als «mit dem Betrachter hinschauend» und nach links als «gegen den Betrachter schauend» gelesen habe, der in der westlichen Welt aufgrund unserer Lese/Schreibrichtung Bedeutung hat, finde ich Deine Beobachtung ausserordentlich spannend. Vertikal oder Hintereinander = Unterstützend, horizontal = gleichmachend und Diagonal = Konflikt/Spannung: Das wäre genauer zu untersuchen. Beispiel, Theorien dazu?

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      fherb sagte:

      Also das mit links und rechts habe ich auch schon gelesen. Für eine einzelne Person gibts, glaube ich genügend Literatur. Aber die Links-Blick / Rechts-Blick-Regel, die man da findet, würde ich nicht immer unterschreiben. Ich denke, so akademisch einfach ist selbst das nicht. Bei einer einzelnen Person ist nicht nur die Blickrichtung wichtig (wenn überhaupt elementar), sondern viel mehr, „wo hin“ sie sieht, bzw. wen sie „an sieht“. Bzw. von wem sie weg sieht. Egal ob von links oder rechts kann sie an uns vorbei sehen, oder schüchtern vor uns nach unten sehen, oder überheblich über uns hinweg. Oder wie ist es, wenn die Augen zu sind oder sie durch uns hindurch sieht (quasi parallele Pupillenstellung bei „Ferneinstellung“ der Augen)?

      Es ist wohl alles etwas, ich will nicht komplizierter sagen, einfach komplexer, vielschichtiger.

      Und trotzdem muss es ein Regelwerk geben. Denn es ist letztlich das, was in uns die richtigen Empathien erzeugt.

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    Carsten Schröder sagte:

    Bildaufteilung, Motiv, Licht, alles Perfekt. Ein Bild, dass stimmungsvoll eingefangen wurde. Gerade auch, dass die Kuh nicht aufgehellt wurde, macht das Bild zu einem Bild, auf das man länger schaut.
    Die zweite Kuh im Hintergrund fordert den Betrachter zum „Kopfkino“ auf und lässt ihn eine kleine Geschichte zusammenspinnen…

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  1. […] Schnee wäre er höchstens halb so fesselnd. das ist gewissermassen die Umkehrung dessen, was die Kühe diesem Fotografen beschert […]

  2. […] der nur als Streifen seine Aufgabe erfüllt: Die Flachheit der Landschaft zu demonstrieren (die Umkehrung ist ebenfalls möglich) und eine gewisse Distanz zu den beiden Individuen herzustellen. Die sind sehr effektiv auf diesen […]

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