Buchrezension «Meilensteine»: Lust auf Fotografie

In den fast 200 Jahren seit der Erfindung der Fotografie gab es Momente – und Menschen  –  die das Medium nachhaltig geprägt und richtungsweisend verändert haben. Florian Heine hat sie in seinem Buch gesammelt.

Cover - (c) Florian Heine

Cover – (c) Florian Heine

Level: Alle
Genre: Lehrbuch
Benutzbarkeit*: 8
Preislevel**:
Ein Kurzabriß wichtiger Momente – und Menschen – die die Fotografie, wie wir sie kennen, nachhaltig geprägt haben.
* 1 – eher nicht, 5 – geht so, 10 – super
** € (sehr billig) bis €€€€€ (überteuert)

Es ist nicht einfach, Meilensteine der Fotografie in einem Buch abschließend festzuhalten, und schon garnicht auf weniger als 200 Seiten. Man muß sich auf ein paar wesentliche Zeitpunkte und Fotografen/Fotografinnen konzentrieren, und es ist praktisch nicht zu verhindern, daß man ob der getroffenen Auswahl ein paar wegläßt, die andere hinzugefügt hätten.

Heine stellt auch nicht den Anspruch, ein definitives und abschließendes Werk über Fotografiegeschichte geschaffen zu haben, was sowieso eine mehrbändige Enzyklopädie füllen würde, sondern einen Querschnitt, und, in den Worten von Martin Parr, der das Vorwort verfaßt hat, Lust auf Fotografie machen. Das ist ihm meines Erachtens gelungen.

(c) Florian Heine

(c) Florian Heine

Die Kapitel sind nicht chronologisch aufgebaut; er hat das Buch vielmehr nach Genres organisiert. Man bekommt so sehr leicht einen komprimierten Überblick darüber, was die jeweilige Art von Fotografie ausmacht, wer sie wie geprägt hat. Von da ausgehend ist es leicht, weiter in anderen Büchern oder im Internet nachzuforschen und sich mit Teilaspekten ausführlicher zu beschäftigen.

Von Kunstfotografie über Bildjournalismus, Modefotografie und Sofortbildfotografie, es wird alles andiskutiert. Hier geht es jedoch nicht ausschließlich um die technische Seite des entsprechenden Genres, sondern eher darum, wie sie uns insbesondere gefühlsmäßig beeinflußt hat. Auch die Beziehung von Malerei und Fotografie erwähnt Heine: bildet Fotografie allein die Realität ab? Ist Fotografie Kunst?

Zwei Bereiche, die ich, wenn überhaupt, ans Ende gestellt hätte, sind die über Fotobücher und auf Fotografien basierende Malerei. Sie tauchen mittendrin auf, und man fragt sich unwillkürlich, was Heine dazu bewogen haben mag, sie dort einzubinden, wo er sie eingebunden hat. Fotobücher deswegen, weil es vielleicht irgendwann neu war, Fotos so zu publizieren, es sich aber nicht um ein Fotografiegenre handelt. Auf Fotografien basierende Malerei wiederum ist bestenfalls eine Schnittstelle, und war für mich beim Lesen daher als eigenes Kapitel gleichermaßen eine Art Stolperstein.

(c) Florian Heine

(c) Florian Heine

(c) Florian Heine

(c) Florian Heine

Fazit

„Meilensteine“ ist ein Buch, das allen, die eine Einsicht gewinnen möchten, was in der Fotografie möglich ist, einen guten Ausgangspunkt bietet. Der angenehm zu lesende, sehr informative Text wird von großzügig eingestreuten Bildbeispielen unterbrochen, und man legt es schließlich in dem Bewußtsein beiseite, auf unterhaltende Weise etwas dazugelernt zu haben.

 

Buchtitel: Meilensteine – Wie große Ideen die Fotografie veränderten

Autor: Heine, Florian

Verlag: Random House/Prestel

Erscheinungsjahr: 2012

ISBN: 978-3791346724

Listenpreis: Gebunden (19,95) (Affiliate-Link)

Genre: Fotografielehrbuch

Seitenanzahl: 192

Level: Alle

Über den Autor: Florian Heine ist Fotograf, Kunsthistoriker, Autor und Herausgeber. Als Autor hat er mehrere Bücher über Kunst und Fotografie geschrieben. Für die TV-Reihe „Das erste Mal – Wie Neues in die Kunst kam“, die auf einem seiner Bücher basiert, war er für das Drehbuch verantwortlich und stand als Kunstexperte vor der Kamera. Als Fotograf arbeitet er in den Bereichen Kunst, Werbung und Industrie. Für Prestel hat er Bücher für Kinder und Erwachsene geschrieben, unter anderem „13 große Erfindungen der Kunst“ und „Meilensteine – Wie große Ideen die Fotografie veränderten“.


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