Impossible Project Instant Lab: Schnittstelle zwischen Digital und Analog

Die Rettung des Polaroid-Sofortbildformats durch Impossible Project hat eine ganze Reihe neuer Entwicklungen auf dem Gebiet losgetreten. Eines davon ist das Impossible Project Instant Lab.

Impossible Project Instant Lab

Impossible Project Instant Lab

Dieser Beitrag knüpft an einen vor kurzem erschienenen Artikel über den Umstieg von digitalen auf andere Medien an, und die damit verbundene Notwendigkeit, das eigene Auge umzuschulen.

Anders als bei, sagen wir, 35-mm-Analogfotografie ist das Arbeiten mit Sofortbildfilm eine zweigleisige Herausforderung insofern, als man mit den Einschränkungen des Films UND der Kamera zu tun hat. Sofortbildkameras waren für einen Massenmarkt konzipiert, das heutige Äquivalent der Handykamera für Selfies, und mit Ausnahmen wie der Polaroid Macro 5 (und die ist auch ein eher simpler Apparat) sind sie ziemlich primitive Geräte. Meine OneStep hat zwar eine „Close-up“ Linse, aber abgesehen davon gibt es nur noch die Möglichkeit den Film etwas herauf- oder herunterzuregeln. Das ist es dann.

Für bestimmte Projekte ist das OK, aber bei einem Sofortbild-Film, (Affiliate-Link) der plus/minus €22/$25 für 8 Aufnahmen plus Versand kostet, ist es schwer, sich innerhalb eines bestimmten Budgets zum Experimentieren hinreißen zu lassen, außer, man bestellt anläßlich eines der Ramschverkäufe von Impossible eine ihrer Wundertüten. Dann muß man allerdings mit dem leben, was sie einem schicken, und das waren bei mir vor kurzem zwei Packs „Skins Edition“, also mit Tierhäutemuster als Rahmen. Hmpf.

Wenn man also mehr Kontrolle darüber haben möchte, wie die Ergebnisse ausfallen, kann man sich auf das Impossible Instant Lab verlegen. Funktionsmäßig ist es auch nicht hundertpro, aber mit ein bisschen Übung bekommt man damit durchaus konsistente Ergebnisse zustande. So konsistent, daß ich es zwischenzeitlich fast ausschließlich für Serien benutze.

Im folgenden im Groben die einzelnen Bedienungsschritte als Video.

Das Instant Lab Universal ist bereits die zweite Generation des Apparats – Leute, die die erste gekauft hatten, konnten nicht ohne weiteres jedes Telefon damit benutzen. Ich selbst habe mir schlußendlich zwei Stück Gummi oben darüber gespannt, damit das Auflegen des Telefons nicht jedes Mal zum Gefummel wurde. Ansonsten habe ich seitdem jede Menge Bilder damit produziert, und hierin liegt auch irgendwo die Gefahr: man fotografiert ja analog, um nicht mehr sinnlos Fotos zu schießen. Daß man mit Polaroid-Kameras nie weiß, was schlußendlich dabei herauskommt, hält einen davon ab, auf analogem Weg das fortzusetzen, was man bereits digital als Problem erkannt hat. Mit dem Instant Lab ist es fast zu einfach.

Trotzdem denke ich, daß praktisch niemand auf dieselbe Art drauflosknipsen wird, denn so oder so kostet Impossible Film einfach zuviel. Was es mir aber, wie oben erwähnt, ermöglicht, ist, ohne weiteres Serien umzusetzen, ohne mir darüber Gedanken machen zu müssen, daß die Kamera oder mein Hadern mit ihr der Sache unter Umständen einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Nachfolgend ein paar Fotos aus einer Serie, „Looking Glass Fashionistas“, die ich auf meiner 5 D fotografiert, in Photoshop nachbearbeitet und dann auf dem Instant Lab abgezogen habe (schlußendlich wurden sie Emulsionstransfers, aber davon später):

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

Und dann noch eine Handvoll Instagrams, fotgografiert am Osterwochenende 2016 in New York City:

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

(c) Sofie Dittmann

In nicht allzu ferner Zukunft plane ich, mit dem Intant Lab ein paar „Fotogramme“ zu versuchen. Mehr über meine fotografische Arbeit findet Ihr hier.

Benutzt Ihr Schnittstellen dieser Art, vielleicht sogar das Instant Lab oder einen der frühen Polaroid-Drucker? Was sind Eure Erfahrungen?

4 Kommentare
  1. mattes sagte:

    Nette Spielerei.
    Bei den nicht billigen Filmen würde ich das Geld lieber in eine vernüftige Kamera wie zum Beispiel die Polaroid 680 investieren.
    Impossibel macht es genau Polaroid; billige Kameras für teuere Filme.
    Schade das es nur teuere Neuware im Toykamera Bereich gibt.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Project verschrieben hat, Fotos eingestellt, die allesamt digital fotografiert und auf dem Instant Lab auf Color 600 beta abgezogen worden waren. Die Resultate hatten meine Erwartungen übertroffen, und […]

  2. […] Nachfolgende wurde auf dem Impossible Instant Lab gedruckt, ich habe also die digitalen Originale, die ich ihnen zur Seite stellen kann. Der […]

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.