Bildjournalismus: Direkter Inhalt

5 Kommentare
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    Adelheid Prünte sagte:

    Ich habe dieses Bild vor einiger Zeit auch einem guten Fotofreund gezeigt. Er war derselben Meinung wie Peter. Deshalb ein Danke schön für Deine ausführliche Bildkritik.
    Trotzdem freue ich mich, dass Jürgen und „Chilled Cat“meine Emotionen nachvollziehen können. Die Angerührtheit, entstanden durch die abgetanzten Ballettschuhe, kommt natürlich aus den Erfahrungen und Erinnerungen meines eigenen Lebens. Aber sollte man die nicht immer in seine Bilder einbringen?

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    • Chilled Cat
      Chilled Cat sagte:

      Ich glaube, es ist sogar unmöglich, die eigenen Erfahrungen und Erinnerungen nicht in seine Bilder einzubringen.

      Genauso bringt auch der Betrachter seine Erfahrungen und Erinnerungen mit ein. Deshalb können die Reaktionen auf ein und dasselbe Bild sehr unterschiedlich ausfallen.

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    Jürgen sagte:

    Mich persönlich berührt das Bild ebenfalls. Ich brauche hier keine dokumentarische oder journalistische Präzision. Es ist einfach ein Spannungsmoment zwischen Härte und Zartheit, auch ein Ausdruck von Erschöpfung.

    Ich denke auch, ob ein Bild berührt oder nicht, hat weniger mit Technik und Gestaltung zu tun, sondern mehr damit, ob und mit welchen meiner Erinnerungen, Erwartungen oder Emotionen es in Beziehung steht. Und je älter ich werde, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass Technik und Gestaltung hierbei eine eher sekundäre Rolle spielen.
    Die Diskussion, die du hier führst ist m.M.n. eine wichtige, denn sie weist darauf hin, welche Richtung wir in unserer Fotografie verfolgen. Eine illustrativ-dekorative, oder eine die einen Ausdruck tragen soll. Hier die Unterscheidung zwischen Kunst und Dokumentation zu treffen ist zwar nicht ganz meine Sicht, aber für mich durchaus nachvollziehbar.

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    Peter Sennhauser sagte:

    Dann sind wir uns ja einig: Die Bildmotivation habe ich ebenso als sehr spürbar erwähnt wie den Kontrast zwischen Schuhen und Stein. Mir fehlt aber aufgrund des Schriftzugs, der einen wesentlichen Bildinhalt darstellt, die Unmittelbarkeit der Aussage – als Textmensch habe ich gelernt, Schrift zu misstrauen. Denn je nachdem, WAS dort geschrieben steht, verändert sich die Aussage dramatisch.

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  4. Chilled Cat
    Chilled Cat sagte:

    Also mich spricht das Bild sehr an und ich kann auch Adelheid’s Motivation für das Bild nachvollziehen. Vielen Dank für das eingereichte Bild.

    Ich habe wenig Bezug zum Ballett und wusste auch vor dem Lesen dieses Artikels nicht, wer Serge Diaghilew ist.

    Für die Bildaussage ist es völlig unerheblich ob es sich bei dem Steinmonument um einen Gedenkstein vor seinem Geburtshaus oder seinen Grabstein handelt und wo der Stein steht. Jemand, dem Ballet sehr wichtig ist, hat seine Schuhe an den Stein gehängt. Selbst wenn ich den Namen vorher nicht kannte, bringen die Schuhe ihn in Bezug zum Ballett. Auch ohne großes Wissen über Ballett kann ich vermuten, dass die Schuhe nicht wegen einer kurzen Trainingspause an den Stein gehängt wurden. Es hat sich also jemand die Mühe gemacht und sie dort hingebracht..

    Für mich hat das Bild einen sehr schönen Kontrast zwischen dem toten Stein und den Schuhen im Gegenlicht, denen man ansieht, dass Arbeit in ihnen steckt. Die Aussage, dass Diaghilew ein Meister des Balletts war, kann man wohl kaum mit noch weniger Elementen im Bild ausdrücken.

    Wenn ich etwas mit Ballet zu tun hätte, dann würde ich mir das Bild aufhängen. Und zwar ganz groß, so 50x70cm halte ich für passend.

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