Kontraste und Schärfentiefe: Herausforderung im Siebentischwald

14 Kommentare
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    Jens sagte:

    Hallo Henryk,

    da du ja im Wald stehst kannst du doch ganz einfach die Kamera kräftig an einen Stamm pressen. Damit sollten 1/10s locker zu halten sein. Es muss also nicht immer ein Stativ sein.

    Viel Spaß noch bei der Fotografie
    Jens

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    fherb sagte:

    Das Bild war ’ne Überraschung für mich: Als früherer Ornithologe (in meiner Jugend) empfinde ich diese Futterhäuschen als extrem surreal! Ihr merkt das vielleicht nicht so intensiv, wie ich: Das Dargestellte ist so sinnlos, dass es schon wieder gut ist. :-)

    Zuerst zum Fachlichen bzgl. Bildinhalt: Hier dargestellt sind keine Nistkästen, sondern Futterhäuser. Es ist absolut sinnlos, diese auf so engem Raum anzuordnen. Eins würde völlig reichen. Es ist den Vögeln nämlich völlig egal, ob sie alle Samen an einer Stelle vorfinden oder etwas verteilt. Die wenigsten Arten fressen den Samen schon am Futterhaus. Sie holen sich ein Korn, fliegen auf einen Ast und der nächste Vogel hat freie Bahn, um sich auch etwas zu holen. Abgesehen davon, dass der Sinn der Fütterung ökologisch angreifbar ist. Wären es Nistkästen, wäre es ebenso unrealistisch, da jedes Vogelpaar (einer Art) ein bestimmtes Revier benötigt. Wobei mir so eine ähnliche Häufung an Nistkästen tatsächlich vor einer Woche bei Moritzburg (Dresden) begegnet ist und ich das witzig fand. Natürlich werden davon nur ein Teil von den Vögeln angenommen. Reviergröße ist als Futterbeschaffungsareal wichtig, wenn der Nachwuchs schreit. – So viel hier aus fachlicher Sicht zur Unterhaltung. :-)

    Doch nun zum Bild:

    Aus meiner Sicht ist die Wahl von Schwarz-Weiß (bzw. ein Farbton; s. mein Beispiel unten) sinnvoll. Damit sind Farbkontraste aus dem Bild entfernt. Es bleiben Strukturkontraste: Bäume und eben diese Futterkästen. Insofern halte ich die Wahl von S/W für absolut gelungen. Ebenso den recht starken Kontrast. Durch ihn bekommen die Kästen und die Bäume die notwendige Zeichnung. Die „Schlaglichter“ der Sone stören allerdings (kann man mit der Hand in der Nachbearbeitung vielleicht ein wenig korrigieren, solange nicht auch im Raw schon ausgefressen); HDR als Vorlage wäre günstiger – oder weniger strahlendes Wetter).

    Stativ wäre vermutlich ein Stück zu kurz bzgl. der notwendigen Perspektive. Aber förderlich: Unbedingt alle Futterhäuser und deren Bäume ganz scharf abbilden!!! Zur Not ISO (sehr) weiter hoch drehen. Blende zu (11…16). Korn (Helligkeits-Rauschen) schadet hier nicht unbedingt.

    Und ich würde das Bild etwas „flacher“ beschneiden und mit Vignette versehen. Hier dazu eine Variante, auch mit härterem Finish und getönt (Bearbeitung mit RawTherapee):

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      fherb sagte:

      Sorry: Vignette ist hier von mir schon ein wenig zu extrem: Die Futterhäuser links und rechts werden unterdrückt. Sah bei der Bearbeitung soeben noch nicht so schlimm aus. Aber zur Demonstration der Bearbeitungsmöglichkeiten sollte es Euch vielleicht die passenden Impulse geben.

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      henryk kutschke sagte:

      vielen dank für dein feedback sowohl ornithologischer als auch photographischer natur!
      dabei zeigt sich sehr gut wie subjektiv sich das empfinden der menschen darstellt. für den einen ist diese inflationäre anordnung von futterhäusern völlig banal für den anderen absolut surreal und genau deshalb spannend.
      ich habe mir auf jeden fall vorgenommen das gleiche motiv nochmal unter anderen bedingungen vor die linse zu holen.

    • dierk
      dierk sagte:

      Hallo Frank (fherb),
      “ Zur Not ISO (sehr) weiter hoch drehen. Blende zu (11…16). Korn (Helligkeits-Rauschen) schadet hier nicht unbedingt.“
      Die EOS 40D ist ca. 10 Jahre alt und bietet nur bis zu ISO 3200 und da ist zu der Zeit das Rauschen nicht mehr hinnehmbar.

      Henryk, da bleibt also nur ein Stativ, wenn es denn so hoch reicht und besser bei bedecktem Himmel, dann jedoch mit noch weniger Licht.

      VG
      dierk

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      Lehmann sagte:

      Hallo fherb,

      Hat Spass gemacht, Deinen informativen Kommentar zu lesen, sowohl im „tierischen“ Sinne, wie auch im technischen!
      Paula

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      fherb sagte:

      :-) Die Futterkästen sehen nicht so aus, das sie sehr hoch hängen. Ohne etwas unters Stativ zu bauen: Ich würde mal ne leicht Holzlatte und Strick mitnehmen und vor Ort ein passend verlängertes Einbeinstativ daraus bauen. – Die Kamera hat auch ein festes Display, man kann’s nicht nach unten klappen, wie ich gerade bei Amazon sehe. Da ist dann wahrscheinlich nicht so viel zu sehen. Da würde ich weitwinkliger ran gehen, paar Aufnahmen machen und hinterher die Passende beschneiden. Das Motiv hat einen Vorteil: Es läuft nicht weg. Man kann sich vorbereiten und auch einen Tag mit passendem Licht abwarten. Viel Glück Henryk!

  3. Mark Piontek
    Mark Piontek sagte:

    Erst mal vielen Dank an Henryk Kutschke für das eingereichte Bild und an Dierk für die Kritik.

    Wie Dierk (und Stefan vemutlich auch) hätte ich ebenfalls ein Stativ in den Wald getragen. Weil es finster ist im Wald. Das wussten schon die Gebrüder Grimm ganz lange bevor die Fotografie erfunden wurde.

    Ich finde die Bildidee mit den Vogelhäusern hat schon was, allerdings wäre ich an das vorderste Vogelhaus näher herangegangen. Ein Meter näher heran ändert im Hintergrund noch kaum etwas, am ersten Futterhaus aber schon.
    Es wird dadurch klarer, dass es in erster Linie um Vogelhäuser und danach erst um Wald geht.

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  4. dierk
    dierk sagte:

    @Stefan
    danke für die ergänzenden Überlegungen.

    Das geladene Bild ist hat volle Auflösung und ich möchte noch eine 1:1 Vergrößerung anfügen. Hier ist deutlich zu erkennen, wo die technischen Probleme liegen. Das Bild ist nirgends einwandfrei scharf.
    Vielleicht kann Henryk uns schreiben, ob er ein Stativ benutzt hat?

    Der Siebentischwald ist ein Stadtwald und wenn man in der Stadt wohnt, könnte man sich für ein derartiges Foto das passende Licht und Wetter aussuchen, um eine perfekte Aufnahme zu machen.

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      henryk kutschke sagte:

      hallo zusammen,

      vielen dank für die tolle bildkritik. das gibt mir viel mit auf den weg wie ich zukünftig meine bilder verbessern kann.

      in diesem fall war ich auf einer gassirunde mit meinem hund unterwegs. hierbei habe ich sehr oft meine kameras dabei falls mir spannende motive auffallen. aus diesem grund hatte ich kein stativ dabei. zu dieser zeit waren die lichtverhältnisse noch recht gut jedoch war dies wie ihr richtig erkannt habt eine eher finstere stelle im wald.

      für s/w habe ich mich entschieden weil ich das motiv an sich auf das wesentliche reduzieren wollte und auch die vorhandenen farbpaletten nicht ansprechend fand.

      grüße

      henryk

    • dierk
      dierk sagte:

      Hallo Henryk,
      danke für die weiteren Hintergrund Infos.
      Wenn du 1/10 Sek. bei der Brennweite aus der Hand hältst, kannst du dein Stativ ja einmotten :-)

      Wenn du da öfter vorbei kommst wäre natürlich ein Versuch mit Stativ und vielleicht auch stärker abgeblendet interessant. Es könnte jedoch sein, dass dann das Gewirr der Bäume und Äste zu unübersichtlich wird. Unter dem Aspekt ist die offene Blende wie hier verwendet die bessere Wahl. Wie gesagt würde ich jedoch einen bedeckten Himmel vorziehen, um die starken Kontraste zu vermeiden oder du machst es in HDR.

      VG
      dierk

    • Avatar
      fherb sagte:

      Hallo nochmal (habe oben schon was konstruktives abgeliefert) :-)

      Nimm einfach das Bild noch mal auf, wenn die Sonne stärker gedämpft ist. Verwende ein Stativ nur, wenn dadurch die Perspektive nicht leidet. Sonst einfach höheres ISO und kleinere Blende. Bei dem Motiv kommt das Rauschen nicht so schnell störend hervor. Lasse beim Fotografieren vielleicht noch etwas mehr Platz am Rand. Dann ist es bei der Entwicklung vielleicht etwas einfacher, eine passende Vignette zu legen.

      Und schicke uns, falls Du das Bild noch mal machen solltest, einen Link an diese Stelle. :-)

      Viele Grüße,
      Frank

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    Stefan Jeschke sagte:

    Auch fuer mich ist die Anordnung der Futterhaeuser das (einzig) Interessante an diesem Foto. Sie erinnern mich an Lautsprecher, die etwas in die Welt ausposaunen (erinnert mich an das Depeche Mode Cover von „Music for the Masses“). Ich finde den Standpunkt gut gewaehlt, die Bildaufteilung ist ungewoehnlich (der vordere Lautsprecher schaut direkt aus dem Bild heraus), aber spannungsreich, das gefaellt mir. Die Unschaerfe im hinteren Bildbereich finde ich hier auch sehr gut, so lenkt das Unterholzwirrwarr nicht noch staerker ab, und der Raum bekommt mehr Tiefe. Ausserdem sitzt bei jedem „Lautsprecher“ in der Naehe ein Lichtpunkt, was das Auge schoen herumwandern laesst. Auch das bringt ein wenig „Ordnung“ in die Szene, besonders der Lichtpunkt rechts zwischen vorderem und ganz rechtem Futterhaus ist sehr wichtig.
    Bei den technischen Dingen bin ich ganz bei Dierk, die Lichter reissen aus dass es nur so eine Freude ist.. :-) Ich vermute die SW Umsetzung wurde deshalb gemacht, weil die Farbe hier einfach nur abgelenkt hat: das Braun/Gruen der Baumstaemme gegen das helle Gelb der Lichtpunkte -> da ist die Futterhausanordnung warscheinlich zu weit in den Hintergrund getreten. Das ist aber natuerlich nur Spekulation.
    Insgesamt glaube ich den Author zu verstehen was er gemeint hat, er hat m.E. die spannende Anordnung der Futterhaueser gut ruebergebracht, aber ein „Wow!“-Gefuehl stellt sich bei mir trotzdem nicht ein.. Ob man nun mit einem leichten Tele oder vielleicht doch mit einem Weitwinkel mehr draus machen koennte, muesste man vor Ort ausprobieren.

    Viele Gruesse,
    Stefan

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