Präsentation: Ein Plädoyer fürs Papier

11 Kommentare
  1. dierk
    dierk sagte:

    Hallo Darius,
    ein Lob auf Bilder zum Ansehen, Anfassen und „Begreifen“ und ein Lob auf deinen Artikel!
    Ich stimme dir vollkommen zu.

    Mit dem Drucken ging es mir immer wieder so wie damals in der Duka, wenn sich das Bild langsam im Entwickler zeigte. Wenn das Bild dann auf edlem Papier aus dem Drucker kam, war es meistens ein sehr schönes und neues Erleben von dem Bild und ist nicht vergleichbar mit der Darstellung auf einem noch so guten Monitor.

    Mit dem Drucken bin ich schon vor ca. 15 Jahren angefangen, um meine digitalen Bilder auch zeigen und ausstellen zu können. Da natürlich zuerst mit einem einfachen A4 Drucker, dann aber sehr bald mit dem ersten guten A3+ Drucker von Epson. Der konnte dann auch meine geliebten Panoramen drucken – und ich war begeistert. Als dann vor ca. 9 Jahren der Epson 3800 Drucker bis A2+ bis 1,5mm Stärke heraus kam, habe ich den auch gleich bestellt, der gleiche, wie auf deinem Bild. Ich meine, dass ich ca. 1.200€ bezahlt habe.

    Als Papier habe ich neben den normalen Fotopapieren auch auf viele andere Papiere gedruckt, z.B. auf Japanpapier (nicht ganz einfach, weil es so dünn ist) oder auf Leinwand, das es auch in A2 Format gab. Die Kosten lagen nach meiner Schätzung etwa bei 8€ für das Papier und bei ca. 5€ für die Tinte.

    Sehr wichtig für gute und kontrollierbare Ergebnisse ist eine end-to-end Kontrolle und Kalibrierung. Dafür habe ich Colormunki eingesetzt. Damit kann man den Bildschirm und aber auch den Druck kalibrieren. Es wir ein Farbmuster gedruckt, dass dann mit dem eingebauten Scanner abgetastet wird und dann werden individuelle Profile erzeugt. So ist es möglich, für jedes Papier und auch die verwendete Tinte ein eigenes Profil zu erstellen. Hahnemühle bietet natürlich auch die ICC Profile an.

    Wie in der Dunkelkammer habe ich dann von den bildwichtigen Teilen Probestreifen gedruckt und ggf. korrigiert. Damit kann ich dann ein A2 Blatt für 4-5 Bilder benutzen. So verbrät man nicht jedes Mal ein volles Blatt, kann aber alles in der endgültigen Größe kontrollieren, statt auf kleines Format zu drucken, auf dem dann wieder nicht alles genau überein stimmt mit dem endgültigen Papier.

    In den letzten Jahren habe ich fast nur noch auf das Photo Rag Perl von Hahnemühle gedruckt. Das ist für Farbe und S/W ein traumhaftes Papier. Hahnemühle bietet aber natürlich eine Vielzahl anderer und besonderer Papiere an, von denen man sich auch Proben schicken lassen kann.

    Du schreibst, ist der große Vorteil beim selbst Ducken, dass es gleich verfügbar ist, dass man alle Parameter bis zu jedem besonderen Papier in der Hand hat, und dies sofort nach der Bearbeitung. Das ist/war für mich auch ausschlaggebend.

    In den letzten Jahren habe ich aber immer mehr sehr viel größere Formate drucken lassen, und diese fast alle auf Leinwand. Ich wohne in einem Gebäude mit ca. 100 Wohnungen und dem entsprechend ca. 500m freier Flurwände und ich liebe große Bilder. So hängen hier inzwischen ca. 60 Bilder von A2+ (Hanemühle) bis zu 4m² auf Leinwand (bis zu 200 MPixel groß) – sagte ich schon, dass ich große Bilder liebe? :-) — Das Größte ist 6m² groß und wird in Kürze aufgehängt.

    Das ist aber auch jetzt mein Problem mit dem Drucker. Der ist seit über einem Jahr bei 3 Farben eingetrocknet und lässt sich bisher nicht wieder lösen, auch nach Einsatz von 3 neuen Farben zu je 45€. Wo bleibe ich jetzt mit dem riesigen 20kg Ding :-(

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      Richard sagte:

      Die Fotos sehen sehr gut aus!

      Ich glaube, ich kann Euch sehr gut verstehen. Es ist klar, dass das Drucken viel Spaß macht. Als wäre das die Endstufe im ganzen (Foto)Prozess. Ich habe mit Großformaten erst vor Kurzem (vor ca. 1,5 Jahren) angefangen, auch deshalb habe ich nicht an eigenen Drucker gedacht.

    • dierk
      dierk sagte:

      eine wichtige Überlegung möchte ich noch nachtragen.
      Für mich selbst und auch anderen gegenüber habe ich oft argumentiert, wie Darius es auf erwähnt: wir geben alle ohne Probleme viele 100 oder oft auch 1000€ für Kamera und Objektive aus, um tolle Bilder zu machen. Dann aber sind uns die Bilder die letzten € nicht wert, um daraus etwas richtig Gutes zu machen und es uns an die Wand zu hängen oder es zu verschenken? Wir geben uns damit zufrieden, dass jemand die Bilder auf einem nicht kalibrierten und u.U. reflektierenden Monitor ansieht oder sogar auf einem winzigen Smartphone? Wenn es möglich wäre, würde ich die Ansicht auf einem Telefon unterbinden, dafür mache ich nicht den ganzen Aufwand, wenn das Bild dann in Subsekundenrythmus mit den Finger durchgeschoben wird.

      Wenn man bis zu 50€ für einen größeren Print als Poster oder auf Forex oder Leinwand ausgibt, kann man das Bild nach gewisser Zeit auch ohne Probleme gegen ein Anders austauschen.

      Im Anhang ein Bild aus 4 Teilen (Sonderpreis je 10€ im Posterdruck) wird für eine Aktion hier im Ort zusammen geklebt. Ein Bild von 60x240cm, muss man da noch überlegen? Wenn man ein besonderes Bild hat, kann man dafür auch für eine gewisse Zeit Platz an der Wand schaffen, finde ich.

      Die anderen Bilder im Hintergrund mussten wegen eines großen Bildes auch erst einmal dort parken :-)

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      Richard sagte:

      dierk > „Die anderen Bilder im Hintergrund mussten wegen eines großen Bildes auch erst einmal dort parken :-)“

      Das habe ich auch gemeint.

      Obwohl ich erst vor Kurzem mit größeren Fotos angefangen habe, ich habe schon jetzt keinen Platz an der Wand und auch jede Menge Bilder in Rahmen „parken“ auf dem Boden. Keinem von uns stehen Hallen zur Verfügung und der Platz ist immer begrenzt. Klar, man kann einige Fotos verschenken aber hier bin ich sehr vorsichtig denn ich möchte keinen „zwingen“ die Wände so und nicht anders zu dekorieren. Es ist und bleibt Geschmackssache und mit einem Geschenk kann sich der Bekannte oder Verwandte verpflichtet fühlen das Bild aufzuhängen, ob er will oder nicht. Es ist auf jeden Fall problematisch.

      Habt Ihr Erfahrungen und vielleicht auch Vergleiche Belichtung/Druck gemacht?

    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann sagte:

      Mein Monitor ist kalibriert, Drucker könnte ich kalibrieren, sehe das aber als nicht notwendig an (in meinem Fall). Die ICC-Profile der Papierhersteller fand ich bisher sehr gut. Zumal diese Profile mit Geräten erstellt wurden, die ich mir nicht mal ansatzweise leisten könnte. Sollte ich aber damit mal Probleme bekommen, werde ich eigene Profile erstellen.

      Cool, dass Du die Möglichkeit hast so große Drucke aufzuhängen.

      Wegen deinem Drucker:
      Ist zwar für den Nachfolger, aber auf diesem Gebiet dürfte sich nicht viel geändert haben: https://www.youtube.com/watch?v=ocoX1WJbJPM

  2. Avatar
    Frank sagte:

    Für mich ist es immer wichtig, immer wieder Din A4 oder 20 x 30 cm Bilder auszudrucken. Gewöhnlich lasse ich das ein Labor machen; ich benutze eins das Belichtungen mit einer Noritsu Machine macht. Ich halte das Belichten für viel besser, farblich, bzgl Kontrast und Schärfe als digitale Tintenspritzmaschinen. Aber das ist nur meine Meinung. Die Zingster Epson Leute können das sicher auch so gut per Tintenspritzen …

    Zum Format: jedes Bild scheint für mich ein ideales maximales Format zu besitzen. Was gut in 10 x 15 aussieht, mag nicht mehr gut in 20 x 30 aussehen und danach brechen viele Bilder einfach weg, wenn man auf A3 oder gar A2 geht. Woran liegt das? Ich denke, dass grössere Bilder mehr Information und besseres Licht bei der Aufnahme, eine bessere Bearbeitung, bessere Aufnahmetechnik, ein besseres Objektiv usf erfordern und auch ein reicheres Motif. Bilder müssen so zu sagen mit dem Format wachsen. Manche tun das und könnten ohne weiteres auf 50 x 75 cm gehen, aber dafür reicht das Geld dann doch nicht und auch der Platz.
    Auf dem Bildschirm (mit 8k Auflösung, aber ich nutzte nur ca 6K davon) sieht ein Bild immer anders aus als auf Papier. Auf Alu dann nochmal ganz anders. Es sind halt andere Medien.

    Bilder in der Hand, auf dem Tisch oder an der Wand zu sehen ist ein Genuss, wenn sie gut sind. Ein guter Monitor ist nur Behelf.
    Danks für den Beitrag, Herr Ortmann!

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    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann sagte:

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Fotos besser wirken, wenn sie größer gedruckt werden. Bei kleinen Formaten geht einiges an Details verloren. Hinzu kommt, dass viele Menschen nicht gut sehen.

      Natürlich muss die Datei die notwendige Auflösung bieten, die man für große Drucke braucht. Meine Kameras bieten 16 MP, was für z.B. 60×40 cm ist. Habe auch schon noch größer gedruckt und zur Not gibt es ganz gute Interpolationsprogramme. Natürlich hat das Grenzen, aber die sind jenseits meiner Anforderungen.

      Man sollte auch bedenken, dass man ab einer gewissen Größe eh vom Bild zurück treten muss, um es im Ganzen sehen zu können.

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      Richard sagte:

      Immer mehr Profis von ganz Oben machen kleinere Formaten als noch vor Jahren. Sie verstehen langsam, dass nur sehr wenige haben Platz für ein sehr großes Bild. Herr Gursky & Co. mit ihren Fotos von 3m x 2m können sie nur in bestimmten Räumen zeigen, geschweige vom Verkauf.

      Ich glaube die Grenze für Normalverbraucher liegt bei 50cm x 70cm plus Passepartout und Rahmen. Heutzutage kostet so ein Bild nicht mehr ein Vermögen. Allein WhiteWall (soll das Beste sein) will 22,95 Euro für Ultra HD (ganz neues Verfahren) – Abzug also Belichtung. Hahnemühle Fine Art Print 40cm x 60cm kostet 24,95 Euro. Ich nenne hier praktisch das Beste auf dem Markt, sowohl bei der Belichtung wie beim Drucken. Es gibt aber auch Anbieter wo das Preisleistungsverhältnis viel besser ist.

      Das populärste Format ist A3+ also von 30cm x 40cm bis 30cm x 50cm. Es gibt Labore, die für einen Abzug dieser Größe bis zu 2 Euro verlangen und dabei stehen mehr als 6 Papierarten zur Verfügung. Da glaube ich nicht, dass man zuhause mit eigenem Drucker mithalten kann. Darius, Dein Drucker ist ein Sonderfall, weil man normalerweise für einen vernünftigen Foto-Drucker mind. 2.000 Euro zahlt (ohne Tinte, ohne Papier). Da habe ich 200 Fotos zu je 10 Euro – mit Papier, mit Tinte, komplett.

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    Richard sagte:

    Ich bin fürs Papier!

    Das Problem ist (eigentlich ist das kein Problem ;), ich stehe eher auf belichtete Fotos.

    Vor Jahren habe ich ein paar Fotos selbst ausgedruckt und dann gesagt: „Lass das lieber dem Fachmann also dem Labor“. Ich glaube, ich habe damit gewonnen. Es geht nicht nur um wirklich horrende Kosten, wenn man selbst druckt aber auch Zeit, schnelle Reaktion auf Neuheiten (ein Drucker ist meistens nach dem Kauf schon alt), Flexibilität – alle Medien (Alu, Acryl, Leinwand, Forex etc.) stehen zu Verfügung also die freie Wahl.

    Und zur Wahl stehen auch unterschiedliche Verfahren: Belichtung und Druck. Schon das allein ist für mich ein Gewinn. Klar, es gibt ständige Diskussionen (sogar Streitereien) über Vorteile von Druck gegenüber Belichtung und umgekehrt. Heute gibt es bessere Auswahl an Papier für Druck. Belichtete Fotos kann man nur auf wenigen unterschiedlichen Papieren bestellen. Es kommt aber immer was Neues und für mich reicht das Sortiment.

    Wir reden hier von Großformaten also ab DIN A3 und größer. Wie viel solche Fotos brauche ich überhaupt? 20? 50? 100? Auch wenn 200, wohin denn dann damit? Für einen, der mit Fotos kein Geld verdient ist eine Anschaffung von eigenem Drucker nicht sehr sinnvoll, meiner Meinung nach, aber ich sehe auch Vorteile für eigene Weiterentwicklung wie zum Beispiel Kenntnisse in Farbmanagement.

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    • Darius Ortmann
      Darius Ortmann sagte:

      Wie schon oben geschrieben, sind die Kosten aus meiner Sicht gar nicht so hoch. Auch im Vergleich mit den Kosten für die Fotoausrüstung. Wir zahlen viel Geld für Kameras mit einer hohen Auflösung und für Objektive, die diese Auflösung auch bedienen können. Und am Ende schauen sich die meisten die Bilder auf kleinen, niedrig auflösenden Displays (im Vergleich zur Originaldatei) an, für die eine 3 MP Kamera dicke ausgereicht hätte.
      Bei Druckern sehe ich den Fortschritt für den privaten Bereich nicht so gravierend schnell, dass ich mir alle 2 Jahre einen neuen Drucker zulegen müsste. Mein Drucker ist schon länger nicht mehr das aktuelle Modell und erstellt trotzdem hervorragende Drucke.

      Beides (selbst drucken und drucken lassen) hat seine Vor- und Nachteile. Und man kann beides, so wie ich, kombinieren. Die Auswahl der Papiere, vor allem wenn es um Spezielle geht, ist bei den Online-Diensten eher begrenzt. Mit einem eigenen Drucker kann man auch exotische Materialien nutzen. Manche Motive drucke ich auch mal mehrfach um verschiedene Materialien auszuprobieren. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, welches Material welches Motiv aufwertet.

      Es stimmt schon, jenseits von sogar A4 druckt man meistens nicht so häufig. Zumindest für sich selbst. Den meisten Privat-Anwendern reicht ein A3+ Drucker. Ich habe den Großen nur durch Zufall (Haushaltsauflösung) ergattern können, sonst wäre es vermutlich auch der Kleinere geworden.

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