Bildersturm in Arles

Gegen eine der Hauptausstellungen der Rencontres d’Arles gibt es heftige Proteste. Eine regionale katholische Gruppierung geht gegen die Retrospektive des Werkes von Alberto García-Alix vor.

Garcia-Alix

Alberto García-Alix, Selbstporträt 2002

Die Libération berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom 14. August.

Der deutsch-französische Kultursender Arte informierte in den Kulturnachrichten am gleichen Tag ebenfalls ganz kurz – und entschuldigte sich, dass der Sender die Bilder leider nicht zeigen dürfe. Das ist schon Zensur – und dieses garstige Wort nahmen auch Behördenvertreter bei der Präfektur bereits in den Mund.

Der Spanier García-Alix gilt als Fotograf der Movida in Madrid. Seit 25 Jahren fotografiert er nichts anderes als seine Freunde und Orte, die eine besondere Bedeutung für ihn haben, schreibt die Zeitschrift Photonews: „So begegnen wir Nachtgestalten und Drogensüchtigen, Rockmusikern und Transvestiten, Schauspielern oder Schriftstellern. Wir sehen triste Hotelzimmer und Stillleben von abgetragenen Schuhen und Präservativen.“ Die Bilder seien grausam und zärtlich zugleich und voller Gefühl und Härte, so Photonews.

Laut Liberation hält der 89-jährige Vorsitzende dieser katholischen Vereinigung die Bilder für Pornographie und nicht für Kunst. Unmoralisch seien die Bilder und dazu würden sie auch noch in einer Kirche ausgestellt.

Die Ausstellung ist offiziell noch bis 29. August in der Eglise Sainte-Anne in Arles zu sehen. Laut Libération gibt es eine Verlängerung bis 16. September – bei freiem Eintritt.

Rencontres d’Arles
Photonews
García-Alix bei Photography Now

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