Die Nackte in der Fabrik: Über das Offensichtliche hinausgehen

Neben den kompositorischen und technischen Grundlagen sind es die immateriellen Werte, die auch klischeehafte Bilder in mehr als ihren Inhalt verwandeln sollten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bodo Viebahn).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand bei einem Shooting im ehemaligen Stahlwerk Brandenburg. Mich reizte der Kontrast und das Zusammenwirken zwischen der groben und interessanten Struktur der industriellen Umgebung und der Verletzlichkeit und Ästhetik des Körpers.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Bodo Viebahn:

Robert Kneschke hat in seiner Kritik „Junge Frau in einer Burg“ bereits geschrieben, dass “der Gegensatz junger weiblicher Haut und alten Steingemäuern” schon so oft fotografiert wurde, dass er zum Klischee geworden ist.

Das gleiche könnte über nackte Frauen in verlassenen oder herunter gekommenen Fabrikgebäuden gesagt werden. So viele solcher Fotos wurden bereits gemacht, und nur wenige sind es wert, betrachtet zu werden:

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Sprayer-Dokumentationsfoto: Das Konzept gewinnt

Auch wenn gute Fotos idealerweise ein starkes Konzept mit technischer und kompositioneller Perfektion verbinden, kann doch schon das Konzept an sich einiges an Unvollkommenem wettmachen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Klaus Raab).

Kommentar des Fotografen:

Sprayer auf der Flucht. Aus einem Integrationsprojekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Klaus Raab:

Eine gesichtslose Gestalt macht sich mit einer Sprühdose von der Szene des „Verbrechens“ davon. Irgendwie sieht es aus, als sei der „Täter“ gerade selbst aus der Wand gestolpert, an die gerade zwei Figuren gesprüht wurden.

Die rechte der Figuren, trotzdem sie ebenfalls (fast) gesichtslos ist, schaut drohend auf die Szene herab, als wolle sie den Betrachter und ihren Erschaffer einschüchtern.

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Treppenwürfel: Konzeptbild mit Blitz

Motive zu sehen ist eine Sache, Motive gestalten eine andere. Konzeptfotografie ist eine spannende Weiterbildungsmethode.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dominique Nuszkowski).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto habe ich im Sommer dieses Jahres aufgenommen. Ich wollte schon lange mal ein paar Bilder auf unserer Kellertreppe machen. Mir fehlte nur eEtwas. Die Treppe allein reichte mir nicht. Ja, und dann fiel mir der Würfel in die Hände. Ich hatte sofort ein Bild vor Augen, das ich umsetzten wollte. Und das ist auch das Spezielle an meinem Foto: Ich habe mein Bild, das ich im Kopf hatte, schon beim fotografieren umsetzten können ohne später großartig was am Foto nachzubearbeiten. Das hat mich schon ein bisschen stolz gemacht =), da ich eigentlich dachte, dass ich das auf unser Treppe nicht hinbekommen würde.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Dominique Nuszkowski:

Ein knallbunter Rubik-Würfel liegt in einem Lichtstrahl in einer Ecke aus mit Flechten bewachsenem Beton. Das hochkant-Bild ist in mehreren Achsen verkantet; in der minimalen Schärfentiefe scheint der Würfel auf einer Ecke zu stehen.

Auch wenn ich dem Gedankengang nicht vollständig folgen kann – die Treppe war Dein Wunschmotiv, aber sie brauchte zusätzlich ein Hauptmotiv? -, Deine Fotografie hat erstens einige spannende Kanten und zweitens eine Portion spannenden Kontrasts.

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Friedhofs-Makro: Eisige Zwergwelt

Das Makro-Motiv am Wegesrand ergibt bisweilen ein im wahrsten Sinne des Wortes „wunder-bares“ Bild. Kompaktkameras eignen sich dafür besonders.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frank Goebels).

Kommentar des Fotografen:

Ich entdeckte das Kreuz auf einem Friedhof im Münsterland. Es ist wirklich nur knapp einen Zentimeter groß. Ich fand es beeindruckend, wie sich die Eiskristalle abbildeten und man sogar sehen konnte, woher denn der Wind kam. Leider hatte ich kein Stativ dabei und so musste ich mit zittriger Hand auslösen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Frank Goebels:

…und die Hand zitterte wohl noch umso mehr, da Du, wie ich annehme, mit einer Kompaktkamera unterwegs warst. Das ist ein Aspekt der Mini-Knipsen, der immer wieder Diskussionstoff hergibt: Spiegelreflex sind gross und schwer – und liegen viel besser und ruhiger in der Hand als die Hosentaschen-Kameras.

Andrerseits könnte man als Spiegelreflex-Fotograf bisweilen die Kompaktfotografen beneiden, wenn sich solche kleine Motive am Wegesrand anbieten.

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