Charles Compére: Natur-Schichtungen

Charles Compéres Bilder von Gebirgslandschaften entstehen durch mehrfache Belichtungen. Die Natur wird sozusagen in Schichten übereinandergelegt.

Charles Compère: Silvenstein, 1980 © Charles Compère

„Schichtungen“ heißt also die aktuelle Ausstellung von Charles Compére in Berlin. Die Landschaften, die ausschließlich auf Film entstehen, zeigen eine ganz eigene Farbigkeit.

Charles Compère, Jahrgang 1935, ist seit über fünf Jahrzehnten ein Meister auf dem Gebiet der analogen Farbfotografie, so teilt die Berliner Alfred-Ehrhardt-Stiftung mit. Seine großformatigen Aufnahmen von Felsformationen aus Norwegen und den Alpen sind im wahrsten Sinn des Wortes vielschichtig.

Charles Compère: Lofoten, 2004 © Charles Compère

Durch Mehrfachbelichtung auf Dia-Film im Format 8 x 10 inch (20,3 x 25,4 cm) bewirkt Compére eine Überblendung von zeitlich wie räumlich unabhängigen Seheindrücken. Es entstehen Schichtungen von Naturstrukturen, als wären sie übereinander lasiert. Der Gesamteindruck fügt sich zu einem zwar tatsächlich gesehenen, aber nicht wirklich existierenden Naturraums zusammen. Die Einzelansichten verschmelzen zu einer Komposition aus Strukturen von Felsen, Bäumen, Sträuchern oder Gebirgsbächen. Die Landschaft wird so zu einem „Natur-Konzentrat“ verdichtet.

Charles Compère: Viddal, 2004 © Charles Compère

Der in Köln lebende Charles Compère ist frei schaffender Foto-Designer und Landschaftsfotograf. Er war 1970 Gründer des „Studios für konzeptionelle Fotografie“ in Leverkusen und hatte Dozenturen an Universitäten, Akademien und Fachhochschulen inne. Er ist berufenes Mitglied im BFF (Bund Freischaffender Fotodesigner), der DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie) und Ehrenmitglied der DFA (Deutsche Fotografische Akademie). Auf Charles Compéres Website finden wir die Felsbilder und viele weitere Arbeiten aus seinem wahrhaft umfangreichen Werk.

Alfred Ehrhardt: Die sauberen Felsformen des sechskantigen kristallinischen Basalts, 1938-39 © VG BILD-KUNST 2011

Parallel zu Charles Compères großformatigen Farbfotografien werden Alfred Ehrhardts (1901-1984) Aufnahmen von Lavagestein und Basaltformationen gezeigt, die 1938 während seiner zweimonatigen Film- und Fotoexpedition auf Island entstanden. Die vorwiegend abstrakt gehaltenen Aufnahmen zeigen Ehrhardts Interesse für die Strukturen von vulkanischem Gestein und verraten seine Ausbildung am Dessauer Bauhaus, wo man sich im so genannten „Vorkurs“ mit den Struktur von Naturmaterialien auseinander gesetzt hatte.

Am 13. März gibt es um 14 Uhr ein Künstlergespräch mit Charles Compére. Als Vertreter der Farbfotografie auf chemischer Basis wird Charles Compère mit Dr. Christiane Stahl, Leiterin der Alfred-Ehrhardt-Stiftung, über die Vorzüge der analogen gegenüber der digitalen Fotografie diskutieren. Wegen des beschränkten Platzes wird um telefonische Voranmeldung gebeten (Nummer siehe unten).

Charles Compère – Schichtungen
Alfred Ehrhardt – Gestein

Bis 8. Mai
Alfred-Ehrhardt-Stiftung, Auguststraße 75, D-10117 Berlin
+49 (0)30-200953-33, info@alfred-ehrhardt-stiftung.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr, Donnerstag 11 – 21 Uhr

Charles Compére
Alfred-Ehrhardt-Stiftung

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