Reality Crossings „Mehr Biss!“

Die Arbeiten von 82 vorwiegend jüngere Fotografinnen und Fotografen sind einen Monat lang in drei Städten zu besichtigen: Am 22. September startet das „2. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg“. Der Fokus unter dem Titel „Reality Crossings“ liegt auf aktueller Gegenwartskunst.

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Juliane Eirich: Waialua Intermediate School 1, Oahu, Hawaii, 2005. Eirich, Jahrgang 1979, stellt in der Kunsthalle Mannheim aus.

Wie bitte, Herr Tannert?

„Wir leben in einer Zeit, die mehr Biss verlangt. Das Publikum will wieder wissen, mit welcher Haltung ein Künstler an die Verfertigung seiner Werke geht.“

Das ist das Credo des Kurators und künstlerischen Leiters des Festivals, Christof Tannert.

„Bestimmend sind jene künstlerischen Positionen, die sich den Idealen der Aufklärung verpflichtet sehen und die Überzeugung vertreten, dass dogmatisch verfestigte historische Urteile auf den Prüfstand gehören.“

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Reality Crossings – der Titel des Festivals – steht für: „Das inhaltliche Aufeinandertreffen medialer Ebenen der aktuellen Fotografie mit den uns umgebenden Lebenswirklichkeiten in Schönheit und Gefährlichkeit.“

Die bisherigen Internationalen Fototage werden um Positionen aus den Bereichen Video, Installation, Multimedia und Malerei erweitert – immer unter dem Aspekt des fotografischen Sehens. Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien Berlin) will ein neues Festival schaffen, das sich von den bisherigen Fototagen abhebt und stärker mit aktuellen Tendenzen der Gegenwartskunst verbunden ist. Erstmalig haben die Ausstellungen keinen Länderschwerpunkt. «Gute Arbeiten sind in der ganzen Welt zu finden. Sich auf ein Land festzulegen, wäre der falsche Ansatz«, so Tannert.

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Yun Sheng Geng: Bergarbeiter / Wu Meng Miners / 016, 1995. Geng ebenfalls in der Kunsthalle Mannheim.

370 Arbeiten wählte Christoph Tannert für die Ausstellungen aus. Die Künstlerliste setzt sich zusammen aus drei Vierteln internationalen und einem Viertel nationalen Beiträgen. Rund ein Viertel der beteiligten KünstlerInnen präsentieren neu erarbeitete oder erstmalig in Deutschland gezeigte Arbeiten. Darunter sind Projekte der KünstlerInnen Juliana Beasley (USA), Nicole Cohen (USA), Inês d’Orey (P), Roland Fuhrmann (D), Benjamin Füglister (CH), Stefan Heyne (D), Verena Jaekel (D), Via Lewandowsky (D), Mariele Neudecker (D), Oliver Ressler (A), Frank Rothe (D), Sancho Silva (P) und Jo Voets (B). Die Arbeiten dreier Künstler entstanden im Vorfeld des Festivals als Artist-in-Residence-Projekte in der Region: Beth Yarnelle Edwards (USA), Michelle Sank (GB) und Kim Yunho (ROK).

Auf die Verleihung des Salomon-Preises an Letizia Battaglia am 29. September und eine Ausstellung mit ihren Bildern in Ludwigshafen haben wir auf fokussiert.com schon hingewiesen.

Die Ausstellungen verteilen sich auf zehn Orte in den drei Städten der Rhein-Neckar-Metropolregion, so dass eine Übersicht noch halbwegs möglich ist. Eine gründliche Vorinformation auf der Internetseite des Festivals empfiehlt sich dennoch. Dort sind alle Künstler und Ausstellungsorte aufgeführt, ebenso das Rahmenprogramm mit Workshops, Partys und dem Reviewing für jedermann, das es aber nur am 21. und 22. September mit Anmeldung über die Homepage gibt.

Zum Festival erscheint eine Katalog-Sonderausgabe der Zeitschrift European Photography, Berlin (Heft 82) mit begleitender DVD, die Werk-Sequenzen der Festival-Videokünstler zeigt.Preis: 16 €, 104 Seiten, 122 Abbildungen, 24 x 30 cm, Fadenheftung, ISSN 0172-702.

Homepage 2. Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg

European Photography

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