Jacob Holdt/Jean-Christian Bourcart: Amerikanische Bilder

Zwei Blicke auf Amerika: Jacob Holdt in den Siebzigerjahren und Jean-Christian Bourcart heute. Wer würde die Bilder auf den ersten Blick unterscheiden wollen?

© Jacob Holdt, aus: American Pictures, 1970 - 1975

„Social Documents“ – unter diesem Titel werden die Arbeiten des Dänen Jacob Holdt und des in New York lebenden Jean Christian Bourcart aktuell im Photomuseum Braunschweig ausgestellt: die soziale Verfasstheit der amerikanischen Gesellschaft im Abstand von mehr als 30 Jahren.

Jean-Christian Bourcart suchte in Google nach der „most dangerous city in the USA“ und stieß dabei auf Camden, New Jersey.

© Jean-Christian Bourcart, aus: Camden, New Jersey, 2008/09

Seine gleichnamige Serie stellt das Leben der sozial deklassierten, durch ihre Armut gezeichnete, vorwiegend afroamerikanischen Bevölkerung in dieser Stadt dar und reflektiert dabei, gerade anhand seiner Texte, die persönliche Erfahrung und das Voyeuristische einer solchen Unternehmung mit.

Seine Arbeit besteht aus einem Wandbild, einer Montage aus unterschiedlichen großen Abzügen und Texten. Er wollte erfahren, so Bourcart, was wir „normal-bürgerlich“ lebenden Menschen mit den Bewohnern von Camden gemeinsam haben.

Jean-Christan Bourcarts Website zeigt die Bilder mit den Texten und seine anderen Projekte.

© Jacob Holdt, aus: American Pictures, 1970 - 1975© Jean-Christian BourcartDie „American Pictures“ des Dänen Jacob Holdt aus der ersten Hälfte der Siebzigerjahre treten in der Ausstellung den Fotografien Bourcarts gegenüber. Zusammengefasst waren diese Fotografien in einem gleichnamigen, fast vergessenen Fotobuch. Die im Steidl-Verlag erschienene Ausgabe [amazon 3865213936]United States 1970-1975[/amazon] ist übrigens noch erhältlich.

© Jacob Holdt, aus: American Pictures, 1970 - 1975Die Fotografien des jungen dänischen Trampers verstanden sich nicht als Arbeiten mit dem Anspruch auf künstlerische Autorschaft, sondern eher als eine missionarische Sendung.

Er habe überhaupt kein Interesse an der Fotografie, so Jacob Holdt. Holdt interessierte sich vielmehr politisch für das Thema Rassismus und wollte mit seinen Bildern für eine gewaltfreie Gesellschaft eintreten.

Seine Fotografien hat er mit einer Canon-Pocketkamera gemacht. Auf Jacob Holdts Website finden wir alles zur Geschichte seiner Hitchhiking-Reise durch Amerika und auch das Buch online.

Social Documents:
Jacob Holdt – American Pictures, 1970 -1975
Jean-Christian Bourcart – Camden, New Jersey, 2008/09

Bis 28. Februar
Museum für Photographie Braunschweig, Helmstedter Straße 1, D-38102 Braunschweig
+49 (0)531 75000, info@photomuseum.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 13 – 18 Uhr

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