Leserfoto – Rheinhafen Karlsruhe: Nachbearbeitung und Komposition

HDR ist eine dieser Nachbearbeitungsmöglichkeiten, die entweder übermäßig oder in Fällen angewandt wird, wo sie keinen Sinn macht.

(c) Dominik Haitz

Das Bild entstand als HDR-Kombination dreier Aufnahmen. Abgesehen von der sanften Lichtstimmung gefallen mir die Kombination aus blau/grün der beiden Objekte Waggon/Kran.

Hättest Du mir hier nicht gesagt, daß Du ein HDR eingereicht hast, es wäre mir nicht aufgefallen. Ich bin mir fast sicher, daß sich die mittlere Deiner Aufnahmenreihe nicht wesentlich von diesem Bild unterscheidet. Man drückt in Photomatix (oder einem anderen Programm) auf einen Knopf und es passiert – nichts. Das heißt, es sieht aus, als sei nichts passiert. Und das bedeutet in der Regel, daß die Aufnahme kein Kandidat für HDR war. Man kann nicht nachträglich mit HDR Dramatik in ein Bild bringen, die in diesem vorher nicht angelegt war.

HDR oder „high dynamic range“ produziert, richtig benutzt, Bilder, in denen es weder extrem dunkle, noch extrem helle Bereiche gibt. Die Bildwerte sind im Histogramm in der Mitte angeordnet. Das kann im Idealfall Fotos mit „Wow“-Faktor schaffen, im schlechtesten Fall durch Quietschfarben und Grauschleier ein Bild verschandeln. Auf fokussiert haben wir schon mehrmals HDR-Bilder und Bearbeitungsschritte besprochen, und es gibt mehrere gute Tutorien zum Thema im Internet, etwa das von „Stuck in Customs“.

Du hast hier eine Aufnahme vom Rheinhafen in Karlsruhe eingereicht. Das Bild wurde im Zwielicht aufgenommen. Dominiert wird es im Vordergrund rechts durch den Wagon und den Kran. Alle Linien laufen auf einen Fluchtpunkt zu, der nicht ganz im Goldenen Punkt liegt, aber durch den Kran und Wagon eingerahmt wird. Das schafft hier eine gewisse Dynamik, die mir gut gefällt.

Was ich hier abgesehen von der Nachbearbeitung anders gemacht hätte, wäre rechts vorne um den Wagon mehr Raum zu lassen. Dazu wäre beispielsweise ein Schritt nach rechts hinten notwendig gewesen. Dadurch hättest Du auch vermieden, daß die Spitze des einen Krans links störend ins Foto ragt (grüne Pfeile im Vergleichsfoto Nr.1). Ich persönlich bin ein großer Fan guter Schwarzweißbilder, und Deine Aufnahme ist für mich ein Kandidat für diese Bearbeitung (siehe Vergleichsfoto Nr.1), wenn Du auch schreibst, gerade das Blau und Grün in Vordergrund hatten es Dir angetan. Gute Schwarzweißbilder fangen mit guten Farbbildern an; wenn die Farben nicht stimmen, kann man auch mit der Umwandlung in Grautöne nicht viel aus einem Foto herausholen. Ich habe hier mit mehr Kontrast gearbeitet, als in Deinem Foto ursprünglich vorhanden war, und einem Rotfilter bei der Bearbeitung in Silver Efex.

Vergleichsfoto Nr.1

Wenn Du es dennoch bei Farbe belassen möchtest, würde ich vorschlagen, den Weißabgleich etwas ins Kalte zu verändern und den Himmel etwas abzudunkeln. So kommt mehr Stimmung ins Foto und die Farben, die Dich so fasziniert haben, bleiben nicht nur erhalten, sie werden etwas verstärkt und das Bild bekommt mehr Tiefe (siehe Vergleichsbild Nr.2).

Vergleichsfoto Nr.2

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